Donnerstag, 26.3.2026
Bei Anwälten naheliegend: Arbeitsunfähig heißt auch verhandlungsunfähig

Ist ein arbeitsunfähiger Anwalt auch verhandlungsunfähig? Das sei zwar nicht automatisch der Fall, aber naheliegend, so das OVG Münster. Denn schließlich gehöre die "Verhandlungsführung" zur anwaltlichen Arbeit. Das OVG monierte eine Gehörsverletzung durch Ablehnung eines rechtzeitigen Antrags auf Terminverlegung.

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Montag, 23.3.2026
DS-GVO sticht ZPO: Gutachter muss unfertiges Gutachten herausgeben

Ein Gutachter in einem Arzthaftungsprozess hatte zwar noch nicht den gesamten Auslagenvorschuss erhalten, musste nun aber trotzdem das unfertige Gutachten herausgeben. Ein zulässiger Umweg über die DS-GVO, sagt das OLG Stuttgart.

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Montag, 16.3.2026
Platform-to-Business-Verordnung: Erster Verein erhält Verbandsklagebefugnis

Die Bundesnetzagentur hat den Bundesverband Onlinehandel als ersten verbandsklagebefugten Verein nach der europäischen Platform-to-Business-Verordnung benannt. Er kann nun seine Mitglieder gerichtlich vertreten und Verbandsklagen innerhalb der EU erheben.

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Fluggastrechte: Unzulässige Abtretung an ausländische Dienstleisterin

Das AG Köln hat dem Geschäft eines in Spanien ansässigen Fluggastrechte-Dienstleisters einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als nicht eingetragener Rechtsdienstleister konnte er keine Ansprüche von deutschen Fluggästen erwerben.

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Dienstag, 10.3.2026
Verheiratet mit Partner der Klägerkanzlei: Richterin befangen

Eine Richterin wurde von der beklagten Partei in einem Bauprozess wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt. Ihr Ehemann war Partner der Kanzlei, die die Klägerin vertrat. Das OLG Brandenburg gab dem Ablehnungsgesuch statt: Schließlich gehe es um eine mittelständische Sozietät.    

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520.000 Euro Schmerzensgeld: Alles für den Patienten, nichts für die Prozesskosten

Wer ein hohes Schmerzensgeld erhält, kann doch wohl seine Prozesskosten selbst zahlen? Nicht unbedingt. Selbst mehr als eine halbe Million Euro bleibt bei der Prozesskostenhilfe grundsätzlich unangetastet, sagt das OLG Dresden – das Geld soll dem Opfer dienen, nicht der Staatskasse.

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Weg von der Papierakte: Digitalisierungskosten von Kanzleien nicht erstattungsfähig

Das OLG Brandenburg hat entschieden, dass Kanzleien die Kosten für das Einscannen umfangreicher Papierakten nicht auf die Gegenseite abwälzen können. Die Digitalisierung diene der eigenen Arbeitsorganisation und sei keine notwendige Maßnahme der Prozessführung.

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Freitag, 6.3.2026
Geschäftsgespräch im Auto: Darf mithörender Sohn als Zeuge vernommen werden?

Der Sohn eines Geschäftsmanns bekam über die Freisprechanlage des Autos ein Gespräch mit, auf das es nun vor Gericht ankam. Er darf als Zeuge vernommen werden – solange er nur für seinen Vater spricht. Laut dem OLG Celle spricht viel für eine Neujustierung des Beweisverwertungsverbots. 

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Donnerstag, 5.3.2026
Am BGH geht die gesamte Führungsspitze in Ruhestand

Der BGH steht vor einem großen Personalwechsel: In diesem Jahr treten elf Richter und Richterinnen in den Ruhestand – darunter Präsidentin Bettina Limperg und ihr Vize Jürgen Ellenberger. Das Gericht fühlt sich bei der Auswahl der Nachfolger von der Politik nicht genug eingebunden.

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Mittwoch, 4.3.2026
Zu eng verbunden: Befangenheit wegen Kanzlei-Job der Tochter

Die Tochter eines OLG-Präsidenten war als Rechtsreferendarin in einer der vor Gericht auftretenden Kanzleien tätig. Das genügte dem OLG Saarbrücken: Es erklärte den Präsidenten wegen der Nähe zur Partei für befangen.

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Freitag, 27.2.2026
Berufungsbegründung.docx: Nachreichen als PDF reicht allein nicht aus

Der BGH hat eine Berufungsentscheidung kassiert, weil die Berufungsbegründung erst nach Fristablauf als PDF im elektronischen Gerichtspostfach lag. Der Prozessvertreter hatte fristwahrend zunächst nur ein Word-Dokument (.docx) eingereicht.

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Donnerstag, 26.2.2026
Verlorenes Nabelschnurblut: Kein Schaden in Sicht

Nabelschnurblut enthält Stammzellen, die für (seltene) medizinische Behandlungen benötigt werden. Wenn nach der Geburt das Nabelschnurblut nicht, wie vertraglich vereinbart, eingelagert wird, geht diese Option verloren. Eine Feststellungsklage hielt das OLG Saarbrücken für unzulässig.

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Dienstag, 24.2.2026
Streit um Zugewinnausgleich: Keine Zwischenfeststellung des Trennungszeitpunktes

In einem Streit um Zugewinnausgleich im Scheidungsverbund erstrebte der Ehemann auf der Auskunftsstufe die Zwischenfeststellung des Trennungszeitpunktes. Der BGH befand den Antrag wie die Vorinstanzen für unzulässig, da der Trennungszeitpunkt kein Rechtsverhältnis sei. 

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Donnerstag, 19.2.2026
Nach Milliardenverlust: Berliner Zahnärzte-Versorgungswerk darf in Hauptstadt klagen

Wegen riskanter Anlagestrategien hat das Versorgungswerk der Berliner Zahnärztekammer einen Milliardenverlust erlitten. Jetzt will es die Verantwortlichen verklagen. Als zuständiges Gericht dafür hat das KG nun das LG Berlin II bestimmt.

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Mittwoch, 18.2.2026
Keine Videoverhandlung für Unterbevollmächtigte

Ein unterbevollmächtigter Rechtsanwalt darf nicht per Video nach § 128a ZPO an einer mündlichen Verhandlung teilnehmen. Für einen Unterbevollmächtigten, der nicht am Ort des Gerichts sitzt, zeigt das LG Frankfurt a.M. wenig Verständnis.

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Freitag, 13.2.2026
Klage nach Steuerhinterziehung: Wenn schon flüchtig, dann bitte erreichbar

Weil er Corona-Maskendeals am Fiskus vorbeigeführt hatte, wurde nach einem Steuerschuldner gefahndet, der das Finanzamt nun ohne Angabe seiner richtigen Wohnanschrift verklagte. Wer eine Verhaftung befürchte, könne das durchaus so machen, so das FG Hamburg. Aber nur wenn er trotzdem erreichbar bleibe.

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Donnerstag, 12.2.2026
Elektronischer Rechtsverkehr: Wenn die Störung zum Dauerzustand wird, hilft auch kein Fax

Die Ersatzeinreichung ist für kurzfristige Übermittlungsprobleme gedacht, nicht für länger anhaltende Schwierigkeiten mit dem Steuerberaterpostfach (beSt). Der BFH wies daher eine per Fax und Brief eingereichte Nichtzulassungsbeschwerde zurück.

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Freitag, 30.1.2026
Nach BGH-Entscheidung: Beschwerdegericht durfte Unterbringung nicht wieder verlängern

Nach einer erfolgreichen Rechtsbeschwerde zum BGH hatte das LG Regensburg erneut über die Unterbringung einer psychisch kranken Frau zu entscheiden – und schlug fast ein Jahr drauf. Ein Verstoß gegen das Verschlechterungsverbot, wie der BGH entschied.

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Dienstag, 27.1.2026
Justizstandort Deutschland stärken: Bundesregierung will Schiedsverfahrensrecht modernisieren

Flexible Formvorgaben, elektronische Schiedssprüche, Verhandlungen auf Englisch: Das deutsche Schiedsverfahrensrecht soll transparenter, moderner und technologieoffener werden. Ein Überblick über die geplanten Neuerungen.

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Freitag, 23.1.2026
Vom Rechtsanwalt zum Richter: Befangen im Lkw-Maut-Verfahren

Auch Jahre später kann eine frühere anwaltliche Tätigkeit nachwirken: Das KG erklärte einen Richter wegen Besorgnis der Befangenheit für abgelehnt, weil er in einem früheren Schiedsverfahren eine Partei anwaltlich vertreten hatte – und dieses Verfahren eng mit dem aktuellen Streit verknüpft war.

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