Montag, 13.3.2023
Labile Frauen zu Selbstmord überredet: Auf lebenslang lautendes Urteil rechtskräftig

Die Verurteilung eines Mannes, der emotional instabile junge Frauen aus sexueller Motivation zum Selbstmord überredet hat, wegen Mordes in mittelbarer Täterschaft ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof hat seine Revision gegen das entsprechende Urteil des Limburger Landgerichts verworfen. Der Mann muss nun lebenslang in Haft. Die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt und die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung angeordnet. 

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Stellen-Nichtantritt durch Langzeitarbeitslosen muss kein sozialwidriges Verhalten sein

Tritt ein Langzeitarbeitsloser eine Stelle nicht an, weil er dafür umziehen müsste und die Mietkaution für die neue Wohnung nicht bezahlen kann, so kann das Jobcenter keine Grundsicherungsleistungen zurückverlangen, wenn es zuvor die Übernahme der Kaution abgelehnt hatte. Der unterlassene Arbeitsantritt könne dann nämlich nicht als sozialwidriges Verhalten gewertet werden, so das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen.

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Koalition prüft Korrektur der Strafen für Kinderpornografie

Die Ampel-Koalition erwägt, die verschärften Strafen für Kinderpornografie zu korrigieren und Bagatellfälle davon auszunehmen. Vertreter aller drei Koalitionsfraktionen sprachen sich in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") von heute dafür aus. Eine Sprecherin des Bundesjustizministeriums sagte dem Blatt, der gesetzgeberische Handlungsbedarf und mögliche Handlungsoptionen würden geprüft.

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Steinmeier besorgt über geplante Justizreform in Israel
Die geplante Justizreform in Israel beunruhigt auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der von der Regierung geplante "Umbau des Rechtsstaates" bereite Sorge – "gerade weil wir Deutsche immer mit großer Bewunderung auf den starken und lebendigen Rechtsstaat in Israel geschaut haben", sagte Steinmeier am Freitag in Berlin bei einem Empfang zum 50-jährigen Bestehen der Universität Haifa. Mehr lesen
Freitag, 10.3.2023
Terminplan für Bundeshaushalt geplatzt

Wochenlang haben sie verhandelt und teils öffentlich gestritten, jetzt ist der Haushaltskonflikt in der Bundesregierung eskaliert: Bundesfinanzminister Christian Lindner kann den vorgesehenen Zeitplan für den Etat 2024 nicht einhalten. Der FDP-Politiker hat den eigentlich für die kommende Woche geplanten Kabinettstermin auf unbestimmte Zeit verschoben. Ganz bewusst nennt er keinen neuen Stichtag.

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Keine Erstattung von Corona-Entschädigungen trotz Betriebsschließung

Ein wegen eines Corona-Ausbruchs behördlich geschlossener Betrieb hat für die Weiterbezahlung der Mitarbeiter dann keinen Erstattungsanspruch gegenüber dem Bundesland, wenn die Arbeitnehmer einen Anspruch auf Zahlung des Arbeitslohns aus dem BGB haben. Dies zeigen die Urteile des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen in Münster in zwei Musterverfahren.

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Neue Richtervereinigung begrüßt geplante Cannabis-Legalisierung

Die Neue Richtervereinigung (NRV) begrüßt die Pläne der Regierung, Cannabis reguliert für Erwachsene freizugeben. Mit Blick auf die zu erwartende Legalisierung fordert sie, schon jetzt den Besitz von Cannabis zum Eigenkonsum (bis zu 30 Gramm) straffrei zu stellen. Eine Kriminalisierung sei nicht mehr zu rechtfertigen. Anpassungen fordert der Verband auch im Fahrerlaubnisrecht und bei den §§ 315c, 316 StGB.

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Keine Auskunft zu Lobbyaktivitäten von Ex-Bundeskanzler Schröder

Die Internetplattform "FragDenStaat" wird keine Auskunft zu möglichen Lobbyaktivitäten aus dem Büro von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) erhalten. Das geht aus einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg hervor. Die Richter schlossen sich der Auffassung des Verwaltungsgerichts Berlin an, wonach das Büro derzeit nicht besetzt sei und der Auskunftsanspruch daher zurzeit ins Leere gehe.

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BVerwG entscheidet über Rosneft-Klage nächsten Dienstag

Das Bundesverwaltungsgericht wird am 14.03.2023 über die Klage gegen die Treuhandverwaltung zweier deutscher Tochterfirmen des russischen Ölkonzerns Rosneft entscheiden, nachdem es insgesamt vier Tage ausführlich über die Klage verhandelt hat. Der Bund hatte die im September 2022 übernommene Treuhandverwaltung mit einer Gefahr für die Versorgungssicherheit begründet.

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"Agenten"-Gesetz in Georgien nach Massenprotesten zurückgenommen

Angesichts von Massenprotesten hat das Parlament in Georgien Gesetzespläne zur Einstufung ausländischer Medien und Organisationen als "Agenten" am Freitag zurückgezogen. Die Abgeordnetenkammer in Tiflis lehnte das umstrittene Gesetz nach Medienberichten in zweiter Lesung ab. Zeitgleich fand vor dem Parlamentsgebäude eine neue Kundgebung pro-europäischer Demonstranten statt.

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"Linksunten.Indymedia" bleibt verboten

Fünf mutmaßliche Betreiber der 2017 verbotenen linksradikalen Internet-Plattform "Linksunten.Indymedia" sind mit Verfassungsbeschwerden in Karlsruhe gegen das Verbot gescheitert. Das Bundesverfassungsgericht nahm die Beschwerden nicht zur Entscheidung an.

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Keine Eintragung von Gewinnabführungsvertrag bei berechtigter Gesellschaft

Der zwischen zwei Gesellschaften mit beschränkter Haftung bestehende Gewinnabführungsvertrag kann nicht im Handelsregister des herrschenden Unternehmens eingetragen werden, da dies gesetzlich nicht vorgesehen ist. Dessen Eintragungsfähigkeit lässt sich laut Bundesgerichtshof auch nicht gewohnheitsrechtlich begründen. Es fehle schon an einer ständigen, gleichmäßigen und allgemeinen Eintragungspraxis der Registergerichte.

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Anspruch auf Nutzung eines Behindertenparkplatzes
Für die Zuerkennung des Merkzeichens aG (außergewöhnliche Gehbehinderung) für die Nutzung von Behindertenparkplätzen ist die Gehfähigkeit im öffentlichen Verkehrsraum maßgeblich. Dafür müsse der schwerbehinderte Mensch sich dort dauernd nur mit fremder Hilfe oder mit großer Anstrengung außerhalb seines Kraftfahrzeuges bewegen können, so das Bundessozialgericht. Mehr lesen
Leistungsverweigerungsrecht des Darlehensgebers bei Fahrzeugverkauf

Verkauft ein Verbraucher sein finanziertes Fahrzeug und widerruft den verbundenen Kreditvertrag, kann dem Darlehensgeber ein Leistungsverweigerungsrecht zustehen. Der Bundesgerichtshof dazu in zwei parallel entschiedenen Fällen: Es besteht, wenn der Wagen an einen Dritten veräußert wird, der keinen Bezug zu den verbundenen Verträgen hat. Anders ist es, wenn der Pkw mit Billigung des Kreditgebers an den Händler zurückverkauft wird.

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Grenzen der Elterngelderhöhung bei Einkommensausfällen Schwangerer

Einer schwangeren Frau steht kein höheres Elterngeld zu, wenn sie im Bemessungszeitraum teilweise arbeitslos war und ihren Beruf aus Gründen des Arbeitsschutzes nach dem Mutterschutzgesetz nicht wieder aufnehmen konnte. Nach § 2b Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 BEEG komme die Gewährung eines höheren Elterngelds nur in Betracht, wenn Ursache des geringeren Erwerbseinkommens eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung war, so das Bundessozialgericht.

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Türkisches Verfassungsgericht hebt Blockade von HDP-Parteikonten auf

In der Türkei darf die zweitgrößte Oppositionspartei HDP für die im Mai geplanten Wahlen nun doch Geld aus der Staatskasse erhalten. Das Verfassungsgericht hat die Blockade der Konten der prokurdischen Partei aufgehoben, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Das Gericht hatte im Januar im Rahmen eines Verbotsverfahrens gegen die HDP deren Bankkonten blockiert, wogegen die Partei Einspruch einlegte.

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Spanier muss Ex-Frau für Hausarbeit mehr als 200.000 Euro zahlen

Für 25 Jahre Hausarbeit muss ein Mann in Spanien seiner Ex-Frau eine Entschädigung von gut 204.000 Euro zahlen. Das habe ein Gericht in Vélez-Málaga entschieden, berichteten spanische Medien. Die Entschädigung sei anhand des Mindestgehalts berechnet worden. Freuen darf sich nicht nur Ivana Moral, die sich vor Gericht durchgesetzt hat. "Es ist ein Urteil, das Klagen anderer Frauen die Tür öffnet", stellte die Zeitung "La Vanguardia" fest.

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Lebenslang mehr als 27 Jahre nach der Tat

Weit mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Gewalttat an einer Frau in Sindelfingen ist ein mittlerweile 72-Jähirger ein zweites Mal wegen derselben Tat zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden. Mehrere Monate nach Beginn der aufsehenerregenden Wiederaufnahme des Verfahrens sprach ihn das Landgericht Stuttgart ein weiteres Mal schuldig, 1995 eine Frau angegriffen und mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben.

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Donnerstag, 9.3.2023
Pflicht zur Angabe der Stückzahl auch bei nochmals kleinteilig verpackten Süßwaren

Auf der Verpackung eines Lebensmittels, in der sich wiederum mehrere Einzelpackungen befinden, müssen sowohl das Füllgewicht als auch die Anzahl der enthaltenen Einzelpackungen angegeben werden. Das gilt nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) auch dann, wenn es sich bei den Einzelpackungen um kleinteilige Einzelstücke – wie etwa einzeln umwickelte Bonbons – handelt. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden.

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BVerwG wird um zusätzlichen Senat erweitert

Das Bundesverwaltungsgericht bekommt einen zusätzlichen Senat, der insbesondere für Klagen gegen Ausbauvorhaben im Energiebereich wie LNG-Terminals, Stromleitungen oder Windkraftanlagen zuständig ist. Hintergrund ist laut Gerichtspräsident Andreas Korbmacher die angestrebte Beschleunigung bei den Infrastrukturmaßnahmen in Deutschland. Insgesamt seien beim Gericht 2022 weniger Verfahren eingegangen als im Vorjahr.

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