Donnerstag, 12.3.2026
#88: Impfschäden vor dem BGH, Erdoğan-Kritiker vor Gericht, Ermittlungen gegen Kolumnisten, KI und das Urheberrecht
Der BGH öffnet die Tür für Klagen gegen Impfstoff-Hersteller, in der Türkei wird einem Erdoğan-Kritiker der Prozess gemacht und in Deutschland gibt es wieder Ermittlungen gegen Kolumnisten. Außerdem: Die EU will das Urheberrecht reformieren und das Familienministerium hat kein Geld für Feminismus. Mehr lesen
Regimekritiker deportiert? IStGH startet Ermittlungen gegen Belarus

Belarus geht hart gegen Oppositionelle vor. Litauen beschuldigt das Nachbarland, politische Gefangene zu deportieren. Nun ermittelt der IStGH.

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Schnarchen von der Richterbank: Gericht war nicht ordnungsgemäß besetzt

Wer schnarcht, schläft in der Regel – mit einer messerscharfen Schlussfolgerung hob der BFH eine Entscheidung des FG Sachsen-Anhalts auf. Ein ehrenamtlicher Richter war eingenickt und das Gericht damit nicht ordnungsgemäß besetzt.

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Prozess gegen Erdoğan-Rivalen Imamoğlu: "Der Gerichtssaal ist eine politische Bühne – für beide Seiten"

In Istanbul fordert die Staatsanwaltschaft bis zu 2.000 Jahre Haft für Ekrem Imamoğlu. Die Opposition vermutet einen Schauprozess, um den politischen Gegner Erdoğans zu beseitigen. Warum es noch um viel mehr gehen könnte und die türkische Justiz kaum Vertrauen genießt, erklärt Marion Sendker.

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Doch nicht so gut ausgebildet: Gericht kann Betreuer-Vergütung nach unten korrigieren

Ein Gericht darf die Vergütung eines Betreuers nachträglich nach unten korrigieren, wenn es seine Ausbildung doch als weniger anspruchsvoll bewertet. Zwar fehlte dafür eine ausdrückliche Rechtsgrundlage, der BGH zauberte aber ein Ass aus dem Ärmel: die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung.

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Durch die Hintertür: EU-Sanktionen können auch nicht gelistete Unternehmen treffen

Darf das Vermögen einer Gesellschaft, auch wenn sie nicht in einer EU-Sanktionsliste aufgeführt ist, eingefroren werden? Ja, sagt der EuGH, wenn sie von einer Person kontrolliert wird, die auf der Liste steht.

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Kaiserreichsgruppe: Unterstützer zu Bewährungsstrafe verurteilt

Das OLG Stuttgart hat einen 41-Jährigen zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Deutsche hatte die sogenannte Kaiserreichsgruppe, die unter anderem Karl Lauterbach entführen wollte, zwischen Februar und April 2022 unterstützt, war aber selbst kein Mitglied.

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Gewaltschutzbeschlüsse: Zustellung braucht nicht immer den Gerichtsvollzieher

Einstweilige Gewaltschutzanordnungen müssen gemäß § 214 Abs. 2 S. 2 FamFG eigentlich per Gerichtsvollzieher zugestellt werden. Das OLG Karlsruhe schränkt ein: Nicht immer ist ein Gerichtsvollzieher erforderlich, sondern nur dann, wenn dies am besten für den Opferschutz ist.

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Pauschalreisende: EU gibt besseren Schutz vor

Pauschalreisende besser schützen: Dazu hat das EU-Parlament neue Regeln verabschiedet. Präzisiert wird, was unter den Begriff der Pauschalreise fällt. Die aktualisierte Richtlinie legt zudem Regeln für die Verwendung von Gutscheinen und die Bedingungen fest, unter denen eine Reise kostenlos stornierbar ist.

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Preiserhöhungen an Tankstellen: Kartellamt begrüßt neue Einmal-täglich-Regel

Tankstellen sollen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen. Das soll Anstiege dämpfen – und führt aus Sicht des Kartellamts zu Transparenz.

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Schüsse in Moskauer Konzerthalle: Lebenslang für Terroristen

Fast 150 Menschen starben vor zwei Jahren bei einem islamistischen Terrorakt in Moskau. Nun wurden die Täter verurteilt. Doch die russische Führung sucht die Drahtzieher immer noch woanders.

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Mountainbike-Trail: Wenn der schwierigste Teil die Orientierung ist

Ein Flow-Trail soll fordern – mit Gefälle, Kurven und Hindernissen. Wenn Fahrer aber erst rätseln müssen, wo die Strecke überhaupt weitergeht, kann das zur Haftungsfrage werden. Das OLG Hamm hat nach einem schweren Sturz auf einem Mountainbike-Trail eine geteilte Verantwortung angenommen.

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Deutsche Bank: Ex-Mitarbeiter wollen 600 Millionen Pfund

Fünf Ex-Banker fordern erheblichen Schadensersatz von Deutschlands größtem Geldhaus. Es geht um Geschäfte mit einer italienischen Bank, ein Urteil wegen Marktmanipulation und beschädigte Karrieren.

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EuGH-Urteil erzwingt Vertragsänderung: Kunde kann Internetvertrag kostenlos kündigen

Schlägt ein Telekommunikationsunternehmen Vertragsänderungen vor, kann ein Endnutzer den Vertrag über Internetzugangsdienste kostenlos kündigen. Das gilt laut EuGH auch dann, wenn das Unternehmen mit den Änderungen Rechtsprechung des Gerichtshofs umsetzen will.

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EU-Staaten in der Pflicht: Recht auf Ausweise, die der gelebten Geschlechtsidentität entsprechen

Ob beim Reisen oder Paketabholen: Den Ausweis vorzuzeigen gehört zum Alltag. Für Transmenschen kann das unangenehm sein - oftmals gibt es Zweifel an ihrer Identität. Der EuGH stärkt nun ihre Rechte und verpflichtet die Mitgliedstaaten.

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Herrenloses Grundstück: Kein Gemeinde-Veto bei Immobilien-Deals des Fiskus

Ein herrenloses Grundstück kann vom Fiskus unkompliziert weiterveräußert werden. Eine Zustimmung der örtlichen Gemeinde ist dafür nicht erforderlich, sagt der BGH.

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Gesetz zur "ethnischen Einheit" in China: Kritiker fürchten stärkeren Druck auf Minderheiten

Chinas Volkskongress nickt in diesem Jahr ein Gesetz zur "ethnischen Einheit" ab. Beobachter vor allem im Ausland kritisieren die neuen Normen. Was in dem Gesetz steht und für wen es Folgen haben könnte.

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Das Problem sitzt vor dem Bildschirm: Legal AI scheitert an Aufgaben, an denen sie nicht scheitern müsste

Viele Juristinnen und Juristen testen KI-Modelle mit Aufgaben, die diese strukturell gar nicht lösen können – und schließen vorschnell auf eine mangelnde Leistungsfähigkeit. Dabei liegt das Problem häufig nicht im Modell, sondern in einer fehlerhaften Anwendung, erläutert Marc Ohrendorf.

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Cyberattacken: Was Ermittler künftig im Netz dürfen sollen

Das BKA und die Bundespolizei sollen künftig biometrische Daten aus dem Internet für Ermittlungen nutzen dürfen. Was das geplante Reformpaket vorsieht - und wo Grenzen gezogen werden sollen.

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Mittwoch, 11.3.2026
Wahlwerbung in sozialen Medien: AfD muss Daten offenlegen

Hat die AfD im Bundestagswahlkampf 2021 unrechtmäßig auf personenbezogene Daten von Facebook-Nutzern zugegriffen, um ihre Wahlwerbung gezielt platzieren zu können? Damit das aufgeklärt werden kann, muss die Partei umfassend Auskunft über ihre Werbeauftritte in den sozialen Medien geben.

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