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  • Verspätungszuschlag bei Änderung einer Umsatzsteuerfestsetzung im Klageverfahren

    BC-Redaktion

    BFH Urt. v. 7.5.2026 – V R 35/24

     

    Ein Verspätungszuschlag kann auch dann festgesetzt werden, wenn die Steuererklärung zu einer Erstattung führt und der Steuerpflichtige aus der verspäteten Abgabe keinen wirtschaftlichen Vorteil gezogen hat. Die wirtschaftliche Lage des Steuerpflichtigen ist bei der Entscheidung über die Festsetzung des Verspätungszuschlags nicht zu berücksichtigen.

    Wird während eines Klageverfahrens die Steuerfestsetzung so geändert, dass statt einer Zahllast ein Erstattungsbetrag entsteht, kann das Finanzamt den zunächst als gebundene Entscheidung festgesetzten Verspätungszuschlag durch einen neuen Bescheid ersetzen, der auf einer Ermessensentscheidung beruht.

    [Leitsatz d. Red.]


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  • Gewährung steuerfreier Überlassungen von Vermögensbeteiligungen an Arbeitnehmer: Voraussetzungen

    Christian Thurow

    FG Düsseldorf Urt. v. 23.7.2026 – 8 K 12/22 H(L)) (Revision zugelassen)

     

    Gemäß § 3 Nr. 39 EStG sind Vorteile der Arbeitnehmer im Rahmen eines gegenwärtigen Dienstverhältnisses aus der unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung von Vermögensbeteiligungen bis zu einer Grenze steuerfrei. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass das Beteiligungsprogramm allen gegenwärtigen Arbeitnehmern mit mehr als einem Jahr Betriebszugehörigkeit offensteht. Doch gilt dies wirklich für alle Arbeitnehmergruppen?


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  • Ableitung von Lizenzraten in der Markenbewertung: Kaufpreisallokationen als zusätzlicher Anhaltspunkt

    Sanja Mitrovic und Laura Zwirner

     

    Marken zählen zu den wichtigsten immateriellen Werttreibern eines Unternehmens. In der Bewertungspraxis kommt häufig die Lizenzpreisanalogie zum Einsatz. Besonders anspruchsvoll ist dabei die Bestimmung einer angemessenen Lizenzrate. Ergänzend zu Vertragsdatenbanken und Profit-Split-Überlegungen können veröffentlichte Markenwerte aus Kaufpreisallokationen (Allokation = Zuteilung, Zuordnung, Zuweisung) herangezogen werden, um implizite Lizenzraten retrograd (zurückschreitend) abzuleiten.


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  • Reporting-Kompass für freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    Neuer Branchen-Leitfaden bietet wertvolle Hilfen

     

    Aufgrund der Erwartungshaltung unterschiedlicher Stakeholdergruppen werden mittelständische Unternehmen (KMU) auch ohne gesetzliche CSRD-Berichtspflicht künftig häufiger Nachhaltigkeitsdaten liefern müssen. Das betrifft viele Branchen, aber insbesondere auch die Messe- und Veranstaltungswirtschaft. Einem neuen Branchenleitfaden ist zu entnehmen, wie sich der freiwillige EU-Reportingstandard (VS) praxisnah umsetzen lässt und warum das Thema auch für andere KMU relevant ist.


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  • Strafverteidigungskosten: Abzugsfähigkeit

    Christian Thurow

    FG Niedersachsen, Urt. v. 14.7.2026 – 13 K 108/25 (Revision eingelegt, Az. BFH: VI R 10/26)

     

    Nicht immer erschließen sich juristische Sachverhalte einem allgemeinen Rechtsempfinden. Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Strafverteidigungskostennach § 12 Nr. 4 EStG ist hier ein gutes Beispiel.


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  • KI als Jobkiller: Kahlschlag oder übertriebener Alarmismus?

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    Bereitschaft zur Erneuerung: Unverzichtbar aus unterschiedlichen Perspektiven

     

    Nach Handelsblatt-Analysen vom 7.8.2026 droht ein Kahlschlag im mittleren Management. Andererseits wird selbst angesichts weiter hoher Insolvenzzahlen vor Alarmismus gewarnt und von einem normalen wirtschaftlichen Wandel gesprochen. Es fragt sich z.B. aus Sicht des Forderungs- oder Personalmanagements, wie solch unterschiedliche Perspektiven des Mittelstands zusammengeführt werden können.

     


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  • Verspätungszuschlag zur Umsatzsteuer: Festsetzung in Erstattungsfällen

    BC-Redaktion

    BFH Urt. v. 7.5.2026 – V R 26/24

     

    Gibt ein Steuerpflichtiger seine Steuererklärung wiederholt zu spät ab, darf das Finanzamt auch dann einen Verspätungszuschlag festsetzen, wenn es sich um einen Erstattungsfall handelt. Die Finanzbehörde darf dabei berücksichtigen, wie oft der Steuerpflichtige bereits Fristen versäumt hat.

    [Leits. d. Red.]


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  • Bilanzierung von KI-Systemen und Softwareentwicklung nach HGB – Eigenentwicklung und Lizenzmodelle im Vergleich

    Kai Peter Künkele und Sanja Mitrovic

     

    Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Unternehmenspraxis – das Handelsrecht hingegen kennt weder Software noch KI als eigenständige Bilanzierungsobjekte. Maßgeblich sind die allgemeinen Grundsätze für immaterielle Vermögensgegenstände. Ob und in welchem Umfang zu aktivieren ist, hängt entscheidend von der Beschaffungsform ab: Eigenentwicklung, entgeltlicher Erwerb oder cloudbasierter Bezug.


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  • Elektronische Bekanntgabe von Verwaltungsakten: BMF klärt Anwendung des neuen § 122a AO

    Prof. Dr. Christian Zwirner

    BMF-Schreiben vom 13.8.2026

     

    Mit Wirkung zum 1.1.2026 wurde § 122a AO neu gefasst. Das BMF erläutert in seinem aktuellen Schreiben, wie Steuerverwaltungsakte künftig durch Bereitstellung zum Datenabruf bekannt gegeben werden und welche Übergangsregeln im Jahr 2026 gelten. Während die elektronische Bekanntgabe zunächst weiterhin eine Einwilligung voraussetzt, wird sie ab 2027 grundsätzlich zum Regelfall. Für Steuerpflichtige und Berater sind insbesondere die neue Bekanntgabefiktion, der Antrag auf postalische Bekanntgabe und die daraus resultierenden Fristenrisiken von Bedeutung.


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  • Förderkompass 2026

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    Wichtige Förderprogramme im Überblick

     

    Den aktualisierten Förderkompass 2026 hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) am 5.8.2026 veröffentlicht. Er bietet für Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen eine kompakte und übersichtliche Zusammenstellung der wichtigsten Förderprogramme, die das BAFA im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) und des Bundesumweltministeriums (BMUKN) verwaltet.


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  • BC-Quiz 7/2026

    Christian Thurow

    Wissen Sie's? (BC 7/2026, S. 324)

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  • Jahressteuergesetz 2026: Regierungsentwurf

    BC-Redaktion

    Beschluss des Bundeskabinetts vom 12.8.2026

     

    Das vorliegende Gesetz enthält eine Vielzahl thematisch nicht oder nur partiell miteinander verbundener Einzelmaßnahmen, die überwiegend technischen Charakter haben. Dies betrifft u.a. Maßnahmen zum Bürokratierückbau, zur Förderung der Digitalisierung und zur Verhinderung von unrechtmäßigen Steuergestaltungen.

    Im Folgenden wird eine Auswahl der für das Rechnungswesen bedeutsamen (bilanz-)steuerlichen Neuregelungen aufgeführt.


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  • Einfache Grundbesitzkürzung ab 1.1.2025

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Sebastian Schöffel

    Die tatsächlich gezahlte Grundsteuer ersetzt den Einheitswert als Bemessungsgrundlage

     

    Der Gesetzgeber hat mit dem Jahressteuergesetz 2024 die einfache gewerbesteuerliche Grundbesitzkürzung nach § 9 Nr. 1 S. 1 GewStG neu gefasst: Ab dem Erhebungszeitraum 2025 bemisst sich die Kürzung nicht mehr nach dem Einheitswert, sondern nach der tatsächlich als Betriebsausgabe erfassten Grundsteuer. Hintergrund ist die Grundsteuerreform 2025, die den Bundesländern über die Länderöffnungsklausel eigene Bewertungsmodelle erlaubt.



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  • Unternehmensschließungen weiter sehr hoch

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    Neue Creditreform-Zahlen mahnen zur Vorsicht: Substanzverluste

     

    Nach Creditreform-Angaben vom 18.8.2026 verlor die deutsche Wirtschaft im Jahr 2025 ca. 188.000 Unternehmen; damit ist die Zahl der Schließungen so hoch wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Auch Betriebe mit an sich guter Bonität geben auf.


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  • Haftung eines Alleingesellschafters einer britischen Limited nach dem Brexit

    Christian Thurow

    BGH Urt. v. 14.7.2026 – II ZR 202/25

     

    Lange Zeit wurden englische Limited-Gesellschaften als günstige und unbürokratische Alternative zu einer GmbH angepriesen. Verlockend war, dass das Haftungskapital lediglich ein britisches Pfund betragen konnte. Durch den Brexit hat sich die Haftungslage jedoch grundlegend verändert, wie der BGH nun in einem aktuellen Urteil bestätigt hat.


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  • Gesetzentwurf zur Einführung einer Kassenpflicht: Maßnahmen mit großer Tragweite

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    Ablösung der Papierbelege und verbesserte Auswertungsmöglichkeiten der Finanzverwaltung

     

    Den Referentenentwurf (RefE) für ein „Gesetz zur Einführung einer Kassenpflicht, zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und zur weiteren Digitalisierung des Steuerrechts“ hat das BMF am 7.8.2026 veröffentlicht. Insbesondere ist neben der Ablösung von Papierbelegen eine Vielzahl von Maßnahmen enthalten, die im Zusammenhang mit Kasseneinnahmen Steuerhinterziehungen aufdecken können.


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  • Bilanzierung des Namensrechts von Influencern

    Kai Peter Künkele und Sanja Mitrovic

    FG Berlin-Brandenburg Urt. v. 22.4.2026 – 1 K 1124/25 (Revision eingelegt, Az. BFH: X R 17/26)

     

    Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg urteilte zur Aktivierungs- und Abschreibungsfähigkeit des kommerzialisierbaren Teils von Namensrechten.

     


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  • Tax Compliance Management System: Vom Schutzinstrument zum Steuerungsinstrument

    Sanja Mitrovic und Laura Zwirner

     

    Tax Compliance Management Systeme werden in der Praxis vorrangig unter dem Gesichtspunkt der steuerstrafrechtlichen Absicherung diskutiert. Ihr betriebswirtschaftlicher Nutzen geht jedoch weit darüber hinaus, im operativen Vollzug, in der Prozessqualität und in der Unternehmens-Governance.


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  • Einkommensteuerreformgesetz 2027: Regierungsentwurf

    BC-Redaktion

    Beschluss der Bundesregierung vom 2.9.2026

     

    Am 2.7.2026 hat die Bundesregierung ihr 34‑Punkte‑Programm für „Aufschwung und Beschäftigung“ vorgelegt (siehe hierzu die Zusammenfassung von Zwirner/Vodermeier). Bezüglich der geplanten Entlastungen in der Einkommensteuer lag am 21.7.2026 ein Diskussionsentwurf (geleakter Vorschlag eines Referentenentwurfs) vor. Dieser wurde durch einen Referentenentwurf vom 18.8.2026 in Teilen erheblich revidiert, während sich im Regierungsentwurf wenige weitere Änderungen befinden.

    Im Folgenden wird eine Auswahl der für das Rechnungswesen bedeutsamen steuerlichen Neuregelungen auf Basis des Regierungsentwurfs vom 2.9.2026 aufgeführt.

     

     

     


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  • Deutscher Corporate Governance Kodex: Regierungskommission schlägt kompaktere Fassung vor

    Prof. Dr. Christian Zwirner

     

    Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex will den DCGK 2022 verschlanken: Zahlreiche Empfehlungen sollen entfallen, vereinfacht oder zu unverbindlichen Anregungen herabgestuft werden. Inhaltlich bleibt es jedoch bei den bestehenden Standards guter Unternehmensführung. Die Konsultation läuft bis zum 4.9.2026.


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