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  • Jahressteuergesetz 2026: Nachzahlungs- und Erstattungszinsen sollen steigen

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Michael Vodermeier

     

    Die Bundesregierung will die Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen deutlich anheben: Der monatliche Zinssatz soll von 0,15% auf 0,30% steigen – eine Verdoppelung von 1,8% auf 3,6% p.a. für Verzinsungszeiträume ab 2027.


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  • Organschaft und finanzielle Eingliederung

    BC-Redaktion

    BFH Urt. v. 2.7.2026 – V R 36/24


    Eine finanzielle Eingliederung im Sinne des § 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG liegt auch dann vor, wenn bei der Organgesellschaft aufgrund ihrer Satzung für Gesellschafterbeschlüsse eine Mehrheit von 2/3 erforderlich ist, der Organträger aber über eine Beteiligung von 60% der Anteile verfügt und er den einzigen Geschäftsführer der Organgesellschaft stellt.


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  • Veräußerungsgewinne aus Grundstücken im Privatvermögen künftig steuerpflichtig?

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Michael Vodermeier

    Vorschlag des Finanzausschusses des Bundesrats zur Besteuerung privater Grundstücksveräußerungen

     

    Die geltende Steuerfreiheit für private Grundstücksverkäufe nach zehn Jahren gemäß § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 EStG könnte abgeschafft werden. Ein aktueller Vorschlag des Finanzausschusses des Bundesrats sieht vor, Veräußerungsgewinne aus Grundstücken im Privatvermögen künftig grundsätzlich unabhängig von der Haltedauer zu besteuern.


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  • Privatnutzung von Firmenwagen: Leistungsort bei grenzüberschreitender Nutzung durch Arbeitnehmer

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

    Landesamt für Steuern Niedersachsen, Verfügung v. 26.3.2026 – S 7117-e-St 183-5510/2026

     

    Das LfSt Niedersachsen bestätigt: Die private Firmenwagenüberlassung an Arbeitnehmer gilt umsatzsteuerlich als langfristige Vermietung eines Beförderungsmittels. Bei im EU-Ausland ansässigen Arbeitnehmern kann dadurch eine Umsatzsteuerpflicht am Wohnsitz des Arbeitnehmers entstehen – der Vorsteuerabzug des Arbeitgebers bleibt jedoch grundsätzlich unberührt.


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  • PwC-Studie: Managed Accounting & Reporting Services 2026

    Christian Thurow

     

    Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hat im Oktober 2026 eine Studie zur Transformation des Rechnungswesens veröffentlicht. Neben Themen wie strategische Bedeutung des Rechnungswesens und Fachkräftemangel fokussiert die Studie auch auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Rechnungswesen.


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  • Leitlinien zur KI-Transformation im Finanzwesen

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    Appell anlässlich des 80. Deutschen Betriebswirtschafter-Tags (DBT)

     

    Aktuell im September/Oktober 2026 vorgelegte Stellungnahmen ordnen die Wirkungen der rasend schnellen KI-Transformation zwischen Goldgräber- und Weltuntergangsstimmung ein. Ein am 6.10.2026 in Düsseldorf anlässlich des 80. DBT 2026 vorgelegtes 10-Leitlinien-Papier veranschaulicht aus der Sicht von Rechnungslegung, Abschlussprüfung und Unternehmensführung (Accounting, Auditing & Governance), wie groß einerseits der Transformationsbedarf in Unternehmen ist, um Chancen zu wahren bzw. nicht abgehängt zu werden – und wie umfassend andererseits im Risikomanagement die Aufgabenstellungen sind, um Risiken beherrschbar zu halten.


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  • Heft 10/2026

    BC-Redaktion
    Top-Thema: E-Rechnung: Fehlerfrei heißt noch lange nicht korrekt! – Rechnungsprüfung mit Validatoren
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  • Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts des Grundbesitzes für Zwecke der Erbschaftsteuer

    BC-Redaktion

    BFH Beschl. v. 4.8.2026 – II B 87/25

     

    Ein Sachverständigengutachten zum Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts des Grundbesitzes (§ 198 Abs. 2 BewG) darf von Finanzamt und Finanzgericht nicht pauschal mit der Begründung verworfen werden, ein zeitnah erzielter höherer Kaufpreis sei der sicherere Wertmaßstab.

    [Leitsatz d. Red.]

     


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  • Reisekostenrechtliche Betriebsstätte eines Selbstständigen

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

    BFH Urt. v. 23.6.2026 – VIII R 13/24

     

    Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass die reisekostenrechtliche Betriebsstätte eines Selbstständigen eine standortgebundene, dauerhafte betriebliche Einrichtung voraussetzt. Diese muss den Mittelpunkt der dauerhaft angelegten Tätigkeit bilden. Die bloße Ausübung von Hilfs- und Nebentätigkeiten an einem Ort genügt nicht.


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  • Gesetzentwurf zur Kassenpflicht: Elektronische Kassensysteme und digitale Belege ab 2028

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

     

    Das Bundeskabinett hat am 23.9.2026 den vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) vorgelegten Gesetzentwurf zur Fortentwicklung von Kassenaufzeichnungen, zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung sowie zur weiteren Digitalisierung handels- und steuerrechtlicher Aufzeichnungen beschlossen (zum Referentenentwurf vgl. Hillmer, BC 2026, 399 ff., Heft 9). Mit dem Gesetzentwurf setzt das BMF den Aktionsplan zur Bekämpfung von Steuer- und Finanzkriminalität weiter um.


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  • EuGH-Vorlage zur festen Niederlassung bei automatisierten Anlagen

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

    BFH Beschl. v. 7.5.2026 – V R 12/24

     

    Eine weitgehend automatisierte Anlage könnte umsatzsteuerlich eine feste Niederlassung darstellen, obwohl das Unternehmen kein eigenes Personal vor Ort einsetzt. Ob hierfür die technische Anlage und das Personal eines Subunternehmers ausreichen, hat der Bundesfinanzhof (BFH) dem EuGH zur Klärung vorgelegt.


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  • Incoterms 2020®: Kosten und Risiken im internationalen Warenhandel richtig regeln

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

     

    Grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen sind regelmäßig mit erhöhten wirtschaftlichen und rechtlichen Risiken verbunden. Eine eindeutige und präzise Ausgestaltung der vertraglichen Vereinbarungen ist daher von wesentlicher Bedeutung, um die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien klar zu bestimmen und potenzielle Auslegungs- und Haftungsrisiken zu reduzieren. In diesem Zusammenhang kommt den Incoterms eine besondere praktische Bedeutung zu, da sie zentrale Aspekte der Abwicklung internationaler Warenlieferungen standardisiert regeln und auch Folgewirkungen auf die Rechnungslegung sowie steuerliche Fragestellungen haben können.


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  • Erfolgsfaktor Resilienz

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    IDW-Grundlagen und ein Resilienz-Tool für die Tourismuswirtschaft

     

    Cyberangriffe, technologische Abhängigkeiten, Energie-Engpässe, KI-Einflüsse etc. zählen aktuell zu den größten Herausforderungen für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Von verschiedener Seite wird immer nachdrücklicher die Forderung nach Aufbau von Resilienz – also Widerstandsfähigkeit auch unter erschwerten Bedingungen – erhoben, um unerwartete Entwicklungen auffangen zu können. Aus eher grundsätzlicher Perspektive sieht das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) dringenden Handlungsbedarf. Konkreter sind branchenspezifische Sichtweisen: So wurde aktuell ein Resilienz-Tool für die Tourismuswirtschaft vorgestellt.

     


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  • Zur Gewinngrenze für die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags nach § 7g EStG

    BC-Redaktion

    BFH Urt. v. 18.6.2026 – III R 38/23

     

    Unter dem Begriff „Gewinn“ in § 7g Abs. 1 S. 2 Nr. 1 EStG ist der steuerliche Gewinn im Sinne von § 2 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 EStG zu verstehen.

    Bei der Prüfung der 200.000 €-Gewinngrenze sind deshalb alle außerbilanziellen Korrekturen zu berücksichtigen. Das betrifft auch die nach § 4 Abs. 5b EStG hinzuzurechnende Gewerbesteuer.


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  • Passiver Rechnungsabgrenzungsposten setzt künftige Gegenleistung voraus

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

    FG Münster Urt. v. 17.3.2026 – 2 K 2199/23 E (Revision nicht zugelassen)

     

    Das Finanzgericht (FG) Münster hat entschieden, dass im Fall einer Zahlung für einen Bergschadensverzicht kein passiver Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP) gebildet werden darf. Der Entscheidung ist zu entnehmen, dass ein bloß wirtschaftlicher Bezug der Zahlung zu zukünftigen Zeiträumen nicht genügt. Der Zahlungsempfänger muss nach dem Abschlussstichtag noch eine rechtlich durchsetzbare Gegenleistung erbringen.


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  • Mitbestimmung: Keine Arbeitnehmerzurechnung im Gemeinschaftsbetrieb

    Frank Moormann

    BGH Beschl. v. 23.6.2026 – II ZB 11/25 und 12/25

     

    In Deutschland ist die arbeitsrechtliche Mitbestimmung – neben der Rechtsform – auch an das Erreichen bestimmter Schwellenwerte für die Anzahl der Arbeitnehmer geknüpft (500 bzw. 2.000). Insofern war lange Zeit unklar, ob eine wechselseitige Zurechnung von Arbeitnehmern erfolgt, wenn mehrere rechtlich selbstständige Unternehmen einen Gemeinschaftsbetrieb führen. Zumindest für die Anwendung des sog. Drittelbeteiligungsgesetzes hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Frage nun mit zwei Beschlüssen vom 23.6.2026 (Az.: II ZB 11/25 und 12/25) dahingehend entschieden, dass keine Zurechnung erfolgt.

     


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  • Überarbeitete ESRS und freiwilliger Nachhaltigkeitsstandard (VS) im EU-Amtsblatt veröffentlicht

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Dr. Corinna Boecker

    EU-Kommission schafft Klarheit über die künftigen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung

     

    Die überarbeiteten European Sustainability Reporting Standards (ESRS) 2026 und der neue freiwillige Standard (Voluntary Standard (VS)) für die Nachhaltigkeitsberichterstattung sind am 21.9.2026 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden. Damit steht der rechtliche Rahmen für die vereinfachten Berichtsanforderungen und den freiwilligen Berichtsstandard fest. Die überarbeiteten ESRS gelten grundsätzlich ab dem Geschäftsjahr 2027. Für Geschäftsjahre, die bereits 2026 beginnen, bestehen verschiedene Wahlmöglichkeiten.


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  • Erstattung im Ausland gezahlter Steuern

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    Vereinfachungen der Finanzverwaltung nutzen

     

    Viele Unternehmen zahlen im Ausland Umsatzsteuer, ohne die bestehenden Erstattungsmöglichkeiten vollständig auszuschöpfen, so z.B. wegen zu hohem Bürokratieaufwand anlässlich von Messebesuchen, Projektgeschäften oder Kundenveranstaltungen im Ausland. Mit einem aktuellen BMF-Schreiben vom 2.6.2026 wird nun das Vorsteuervergütungsverfahren, insbesondere mittels Digitalisierung der Abwicklung, vereinfacht.

     


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  • Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten eines Selbstständigen

    Christian Thurow

    BFH Urt. v. 19.5.2026 – VIII R 15/24

     

    Unter welchen Voraussetzungen liegt bei einem Selbstständigen eine doppelte Haushaltsführung vor? Der BFH hat hier mit einem aktuellen Urteil Klarheit geschaffen.


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  • Pensionsrückstellungen: Neue Grundsätze für fondsabhängige Zusagen

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Michael Vodermeier

    BMF 17.9.2026, IV C 6 – S 2176/00030/001/054

     

    Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat sich zur steuerlichen Behandlung von fonds- und wertpapierabhängigen Pensionszusagen geäußert und damit auf die Rechtsprechung des BFH reagiert. Danach können auch für beitragsorientierte Leistungszusagen ohne garantierte Mindestleistungen Pensionsrückstellungen gebildet werden. Maßgeblich sind grundsätzlich die Wertverhältnisse am Bilanzstichtag; zugesagte Mindestleistungen bleiben zu berücksichtigen.


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