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  • Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts des Grundbesitzes für Zwecke der Erbschaftsteuer

    BC-Redaktion

    BFH Beschl. v. 4.8.2026 – II B 87/25

     

    Ein Sachverständigengutachten zum Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts des Grundbesitzes (§ 198 Abs. 2 BewG) darf von Finanzamt und Finanzgericht nicht pauschal mit der Begründung verworfen werden, ein zeitnah erzielter höherer Kaufpreis sei der sicherere Wertmaßstab.


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  • Reisekostenrechtliche Betriebsstätte eines Selbstständigen

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

    BFH Urt. v. 23.6.2026 – VIII R 13/24

     

    Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass die reisekostenrechtliche Betriebsstätte eines Selbstständigen eine standortgebundene, dauerhafte betriebliche Einrichtung voraussetzt. Diese muss den Mittelpunkt der dauerhaft angelegten Tätigkeit bilden. Die bloße Ausübung von Hilfs- und Nebentätigkeiten an einem Ort genügt nicht.


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  • Gesetzentwurf zur Kassenpflicht: Elektronische Kassensysteme und digitale Belege ab 2028

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

     

    Das Bundeskabinett hat am 23.9.2026 den vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) vorgelegten Gesetzentwurf zur Fortentwicklung von Kassenaufzeichnungen, zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung sowie zur weiteren Digitalisierung handels- und steuerrechtlicher Aufzeichnungen beschlossen (zum Referentenentwurf vgl. Hillmer, BC 2026, 399 ff., Heft 9). Mit dem Gesetzentwurf setzt das BMF den Aktionsplan zur Bekämpfung von Steuer- und Finanzkriminalität weiter um.


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  • EuGH-Vorlage zur festen Niederlassung bei automatisierten Anlagen

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

    BFH Beschl. v. 7.5.2026 – V R 12/24

     

    Eine weitgehend automatisierte Anlage könnte umsatzsteuerlich eine feste Niederlassung darstellen, obwohl das Unternehmen kein eigenes Personal vor Ort einsetzt. Ob hierfür die technische Anlage und das Personal eines Subunternehmers ausreichen, hat der Bundesfinanzhof (BFH) dem EuGH zur Klärung vorgelegt.


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  • Incoterms 2020®: Kosten und Risiken im internationalen Warenhandel richtig regeln

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

     

    Grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen sind regelmäßig mit erhöhten wirtschaftlichen und rechtlichen Risiken verbunden. Eine eindeutige und präzise Ausgestaltung der vertraglichen Vereinbarungen ist daher von wesentlicher Bedeutung, um die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien klar zu bestimmen und potenzielle Auslegungs- und Haftungsrisiken zu reduzieren. In diesem Zusammenhang kommt den Incoterms eine besondere praktische Bedeutung zu, da sie zentrale Aspekte der Abwicklung internationaler Warenlieferungen standardisiert regeln und auch Folgewirkungen auf die Rechnungslegung sowie steuerliche Fragestellungen haben können.


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  • Erfolgsfaktor Resilienz

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    IDW-Grundlagen und ein Resilienz-Tool für die Tourismuswirtschaft

     

    Cyberangriffe, technologische Abhängigkeiten, Energie-Engpässe, KI-Einflüsse etc. zählen aktuell zu den größten Herausforderungen für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Von verschiedener Seite wird immer nachdrücklicher die Forderung nach Aufbau von Resilienz – also Widerstandsfähigkeit auch unter erschwerten Bedingungen – erhoben, um unerwartete Entwicklungen auffangen zu können. Aus mehr grundsätzlicher Perspektive sieht das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) dringenden Handlungsbedarf. Konkreter sind branchenspezifische Sichtweisen: So wurde aktuell ein Resilienz-Tool für die Tourismuswirtschaft vorgestellt.


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  • Zur Gewinngrenze für die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags nach § 7g EStG

    BC-Redaktion

    BFH Urt. v. 18.6.2026 – III R 38/23

     

    Unter dem Begriff „Gewinn“ in § 7g Abs. 1 S. 2 Nr. 1 EStG ist der steuerliche Gewinn im Sinne von § 2 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 EStG zu verstehen.

    Bei der Prüfung der 200.000 €-Gewinngrenze sind deshalb alle außerbilanziellen Korrekturen zu berücksichtigen. Das betrifft auch die nach § 4 Abs. 5b EStG hinzuzurechnende Gewerbesteuer.


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  • Passiver Rechnungsabgrenzungsposten setzt künftige Gegenleistung voraus

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

    FG Münster Urt. v. 17.3.2026 – 2 K 2199/23 E (Revision nicht zugelassen)

     

    Das Finanzgericht (FG) Münster hat entschieden, dass im Fall einer Zahlung für einen Bergschadensverzicht kein passiver Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP) gebildet werden darf. Der Entscheidung ist zu entnehmen, dass ein bloß wirtschaftlicher Bezug der Zahlung zu zukünftigen Zeiträumen nicht genügt. Der Zahlungsempfänger muss nach dem Abschlussstichtag noch eine rechtlich durchsetzbare Gegenleistung erbringen.


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  • Mitbestimmung: Keine Arbeitnehmerzurechnung im Gemeinschaftsbetrieb

    Frank Moormann

    BGH Beschl. v. 23.6.2026 – II ZB 11/25 und 12/25

     

    In Deutschland ist die arbeitsrechtliche Mitbestimmung – neben der Rechtsform – auch an das Erreichen bestimmter Schwellenwerte für die Anzahl der Arbeitnehmer geknüpft (500 bzw. 2.000). Insofern war lange Zeit unklar, ob eine wechselseitige Zurechnung von Arbeitnehmern erfolgt, wenn mehrere rechtlich selbstständige Unternehmen einen Gemeinschaftsbetrieb führen. Zumindest für die Anwendung des sog. Drittelbeteiligungsgesetzes hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Frage nun mit zwei Beschlüssen vom 23.6.2026 (Az.: II ZB 11/25 und 12/25) dahingehend entschieden, dass keine Zurechnung erfolgt.

     


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  • Überarbeitete ESRS und freiwilliger Nachhaltigkeitsstandard (VS) im EU-Amtsblatt veröffentlicht

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Dr. Corinna Boecker

    EU-Kommission schafft Klarheit über die künftigen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung

     

    Die überarbeiteten European Sustainability Reporting Standards (ESRS) 2026 und der neue freiwillige Standard (Voluntary Standard (VS)) für die Nachhaltigkeitsberichterstattung sind am 21.9.2026 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden. Damit steht der rechtliche Rahmen für die vereinfachten Berichtsanforderungen und den freiwilligen Berichtsstandard fest. Die überarbeiteten ESRS gelten grundsätzlich ab dem Geschäftsjahr 2027. Für Geschäftsjahre, die bereits 2026 beginnen, bestehen verschiedene Wahlmöglichkeiten.


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  • Erstattung im Ausland gezahlter Steuern

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    Vereinfachungen der Finanzverwaltung nutzen

     

    Viele Unternehmen zahlen im Ausland Umsatzsteuer, ohne die bestehenden Erstattungsmöglichkeiten vollständig auszuschöpfen, so z.B. wegen zu hohem Bürokratieaufwand anlässlich von Messebesuchen, Projektgeschäften oder Kundenveranstaltungen im Ausland. Mit einem aktuellen BMF-Schreiben vom 2.6.2026 wird nun das Vorsteuervergütungsverfahren, insbesondere mittels Digitalisierung der Abwicklung, vereinfacht.

     


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  • Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten eines Selbstständigen

    Christian Thurow

    BFH Urt. v. 19.5.2026 – VIII R 15/24

     

    Unter welchen Voraussetzungen liegt bei einem Selbstständigen eine doppelte Haushaltsführung vor? Der BFH hat hier mit einem aktuellen Urteil Klarheit geschaffen.


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  • Pensionsrückstellungen: Neue Grundsätze für fondsabhängige Zusagen

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Michael Vodermeier

    BMF 17.9.2026, IV C 6 – S 2176/00030/001/054

     

    Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat sich zur steuerlichen Behandlung von fonds- und wertpapierabhängigen Pensionszusagen geäußert und damit auf die Rechtsprechung des BFH reagiert. Danach können auch für beitragsorientierte Leistungszusagen ohne garantierte Mindestleistungen Pensionsrückstellungen gebildet werden. Maßgeblich sind grundsätzlich die Wertverhältnisse am Bilanzstichtag; zugesagte Mindestleistungen bleiben zu berücksichtigen.


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  • Betriebsausgaben und Zwangsaufwendungen

    BC-Redaktion

    BFH Urt. v. 28.1.2026 – X R 21/23

     

    Bei Verlusten, die durch Straftaten verursacht werden, muss objektiv zweifelsfrei feststehen, dass das auslösende Moment für die in Frage stehende Wertabgabe im betrieblichen und nicht im privaten Bereich liegt.

    Allein der Umstand, dass ein Vermögensverlust durch einen Angehörigen verursacht wurde, schließt die betriebliche Veranlassung nicht zwingend aus. In derartigen Fällen bedarf der objektive, tatsächliche oder wirtschaftliche Zusammenhang mit dem Betrieb zur Abgrenzung von den nicht abziehbaren Kosten der privaten Lebensführung jedoch einer besonders sorgfältigen Prüfung.


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  • Reinvestitionsrücklage: Übertragung stiller Reserven auf Wirtschaftsgüter einer KGaA

    BC-Redaktion

    BFH Urt. v. 21.5.2026 – IV R 21/23

     

    Stille Reserven aus einer bei einer Mitunternehmerschaft gebildeten Rücklage nach § 6b Abs. 3 EStG können auch auf Anschaffungskosten von Wirtschaftsgütern einer KGaA übertragen werden, an der die Mitunternehmer als persönlich haftende Gesellschafter beteiligt sind.


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  • Umsetzungsplan bzgl. Umweltaussagen in Bezug auf künftige Umweltleistungen

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Dr. Corinna Boecker

    Fragen- und Antworten-Papier des IDW vom 10.9.2026 zur Prüfung von Umsetzungsplänen nach dem UWG

     

    Nach der EmpCo-Richtlinie der EU (EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel) und einhergehend mit der jüngsten UWG-Novelle greifen ab dem 27.9.2026 u.a. strenge Anforderungen an Umweltaussagen. Unternehmen müssen nach § 5 Abs. 3 Nr. 4 UWG n.F. künftig in einem Umsetzungsplan darlegen, wie sie getroffene Umweltaussagen (z.B. „Wir werden klimaneutral bis zum Jahr 2030.“) erreichen wollen. Dieser Umsetzungsplan ist durch einen Sachverständigen zu prüfen. Mit Blick auf in diesem Zusammenhang auftretende Unsicherheiten hat das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) mit Datum vom 10.9.2026 ein Frage- und Antworten-Papier veröffentlicht.


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  • Steuerliche Außenprüfungen künftig nach neuer Außenprüfungsordnung (ApO)

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Michael Vodermeier

     

    Die neue Außenprüfungsordnung (ApO) ist am 10.9.2026 in Kraft getreten und ersetzt die bisherige Betriebsprüfungsordnung (BpO 2000). Sie setzt die geänderten AO-Vorschriften um und soll steuerliche Außenprüfungen insbesondere durch einen risikoorientierten Ansatz, verbindliche Rahmenvereinbarungen und neue Verfahrensregelungen beschleunigen.


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  • Existenzgründer: Altersabhängige Motivationsfaktoren

    Dr. Hans-Jürgen Hillmer

    Beratungschancen zwecks Kompetenzaufbau

     

    Besonders junge Menschen sind gründungsaktiv und sehen gute unternehmerische Chancen. Zugleich bestehen altersabhängige Unterschiede bei den Gründungsmotiven. Dies sind zentrale Ergebnisse im Länderbericht Deutschland 2025/26 des Global Entrepreneurship Monitor (GEM; Länderbericht zu Gründungsaktivitäten und -einstellungen), der am 17.9.2026 vom RKW Kompetenzzentrum vorgestellt wurde. Mit praxisnahen Angeboten können selbstständige Bilanzbuchhalter mehr denn je dazu beitragen, jungen Menschen ökonomisches Wissen und unternehmerische Kompetenzen zu vermitteln, um die Angst vor dem Scheitern abzubauen.


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  • Vorsteuerabzug trotz verspäteter Mehrwertsteuerregistrierung

    Prof. Dr. Christian Zwirner und Patrick Reinhardt

    Verspätete Registrierung und fehlende Warenbestände rechtfertigen keine pauschale Versagung

     

    Ein Unternehmen darf den Vorsteuerabzug nicht allein deshalb verlieren, weil es sich verspätet für die Mehrwertsteuer registriert hat und die zuvor erworbenen Waren im Zeitpunkt der Registrierung bereits weiterverkauft waren. Dies hat das Gericht der Europäischen Union (EuG) mit Urteil vom 10.7.2026 (Az. T-84/26 – Rotex Europe) entschieden.

     


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  • Überwachung von IT-Dienstleistern

    Oliver Völkl und David Glasnow

    Praxisbewährte Vorgehensweisen

     

    Viele Unternehmen beziehen zentrale IT-Leistungen heute nicht mehr vollständig intern, sondern über externe Dienstleister. Dies kann u.a. den Betrieb der IT-Infrastruktur deutlich erleichtern, führt jedoch auch zu schwer kontrollierbaren Abhängigkeiten. Wenn Dienstleister Infrastruktur betreiben, Anwendungen warten oder personenbezogene und rechnungslegungsrelevante Daten verarbeiten, wirken sich deren Prozesse unmittelbar auf die Sicherheit, die Compliance und teilweise auch auf die Jahresabschlussprüfung aus.

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