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PwC-Studie: Managed Accounting & Reporting Services 2026

Christian Thurow

 

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hat im Oktober 2026 eine Studie zur Transformation des Rechnungswesens veröffentlicht. Neben Themen wie strategische Bedeutung des Rechnungswesens und Fachkräftemangel fokussiert die Studie auch auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Rechnungswesen.


 

Praxis-Info!

Die Ausrichtung der Studie liest sich dabei wie eine „Roadmap“ für die zukünftige Entwicklung des Rechnungswesens. Zunächst wird die sich verändernde strategische Bedeutung von Accounting thematisiert. Dabei schreibt eine Mehrzahl der befragten Führungskräfte (66%) dem Accounting zumindest eine teilweise strategische Rolle zu, während ein Drittel das Accounting noch als klassische Backoffice-Funktion betrachtet. Die Unterscheidung hat Konsequenzen: Während Backoffice-Funktionen überwiegend als Kostenblock gesehen werden, erlaubt eine strategische Ausrichtung einen Wandel zum Werttreiber.

Ein starker Entwicklungstreiber sind die steigenden Anforderungen an das Rechnungswesen. Hierbei werden vor allem

– wirtschaftliche Unsicherheiten,

– steigende Komplexität der Rechnungslegung und

– die zunehmenden regulatorischen Anforderungen

als wesentliche Herausforderungen aufgeführt.

Die genannten Anforderungen werden dabei laut Studie von einem steigenden Fachkräftemangel begleitet. Während 38% der befragten Führungskräfte einen akuten Fachkräftemangel sehen, erwarten 54% eine weitere Verschärfung der Situation für die kommenden fünf Jahre. Insgesamt sehen 55% die Qualität ihrer Accountingprozesse durch Fachkräftemangel gefährdet. Der Fachkräftemangel kann dabei aus Sicht der Befragten maßgeblich (13%) bzw. teilweise (63%) durch den Einsatz von KI kompensiert werden.

Was den Einsatz von KI betrifft, befinden sich 52% der befragten Unternehmen noch in der Planungsphase. Lediglich 4% der Unternehmen haben ihr Rechnungswesen umfassend auf KI ausgerichtet. Ein wesentliches Hemmnis ist dabei die fehlende Standardisierung der Accountingprozesse. Oft wird auch zu lange an der alten Technologielandschaft festgehalten.

Interessant: Unter den sehr oder eher stark vom Fachkräftemangel betroffenen Unternehmen gehen 66% davon aus, dass KI den Fachkräftemangel zumindest teilweise kompensieren kann; bei gering oder gar nicht betroffenen Unternehmen sind es 82%. Der Unterschied zeigt, dass die hohen Erwartungen an KI bisher oft noch vor schwierigen Umsetzungsproblemen stehen. Zugleich attestiert die Studie den meisten Führungskräften eine zu positive Selbstwahrnehmung des technologischen Reifegrads ihrer Accounting-Funktion.

Der Fachkräftemangel und der Zugang zu spezialisierten Fachkompetenzen führen dazu, dass 35% der Unternehmen Aufgaben im Rechnungswesen und in der Berichterstattung an externe Dienstleister auslagern. Gegen eine Auslagerung sprechen vor allem Datenschutz- und Sicherheitsbedenken sowie Sorgen vor dem Verlust von Know-how. Der Trend geht aus Sicht der Studienautoren trotzdem in Richtung einer verstärkten Auslagerung von Rechnungswesenprozessen an spezialisierte Fachanbieter.

Die Studie schließt mit den folgenden Handlungsempfehlungen:

  • Kurzfristig (bis 12 Monate): Prozesse standardisieren, KI pilotieren, Managed-Services prüfen.
  • Mittelfristig (ein bis drei Jahre): KI ausrollen, Prozesse anpassen, Aufgaben übergeben.
  • Langfristig (mehr als drei Jahre): Zielarchitektur weiterentwickeln und umsetzen.

 

 

Christian Thurow, Dipl.-Betriebsw. (BA), Senior Risk Manager, London (E-Mail: c.thurow@thurow.co.uk)

 

 

 

BC 11/2026

BC20261108

 

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