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KI und digitale Technologien als dominierende Zukunftsthemen

Dr. Hans-Jürgen Hillmer

Wie Unternehmen ihre Wettbewerbs- und Resilienzfähigkeit sichern

 

Das Thema „Künstliche Intelligenz (KI)“ und digitale Technologien hat mit 89% den höchsten Relevanzwert aller in einer KPMG-Studie untersuchten Zukunftsthemen erreicht und weist gleichzeitig mit 69% die höchste Investitionspriorität auf. Trotz der hohen Bedeutung sehen sich aber bislang nur 33% der Unternehmen ausreichend aufgestellt.


 

Praxis-Info!

 

Problemstellung

Trotz geopolitischer Spannungen, technologischer Umbrüche und regulatorischer Anforderungen blicken deutsche Unternehmen überwiegend optimistisch auf die kommenden Jahre. Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Branchen: Dort, wo neue Technologien bereits stärker in Geschäftsmodelle und Wertschöpfung integriert sind, fällt der Optimismus häufig größer aus. Besonders positiv blicken Branchen wie Versicherungen, Technologie und Konsumgüter auf die Zukunft. Verhaltender fällt der Ausblick in Branchen wie Automobil, Immobilien und Bau aus. Das sind Einschätzungen, die sich aus dem am 7.7.2026 veröffentlichten „Future Readiness Monitor 2026“ von KPMG in Deutschland ablesen lassen, für den 524 Führungskräfte aus 15 Branchen befragt wurden.

KI und digitale Technologien stehen demnach in 2026 ganz oben auf der Agenda deutscher Unternehmen. Mit dem technologischen Wandel wächst zugleich auch die Bedeutung von Cybersecurity. Gleichzeitig rücken Themen wie „Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit“ stärker in den Fokus. Viele Unternehmen erkennen die strategische Bedeutung dieser Entwicklungen, sehen bei der Umsetzung jedoch weiterhin erheblichen Handlungsbedarf.

Auch regulatorische Anforderungen und Governance (73%) sowie die strategische Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen (71%) bleiben wichtige Zukunftsthemen. Geopolitische Entwicklungen (62%), nachhaltiges Wirtschaften (63%) und die Berücksichtigung von Klimarisiken (45%) werden ebenfalls als relevant bewertet.

 

 

Lösung

Insgesamt gesehen lautet die Einschätzung der KPMG-Expertin Dr. Ladislava Klein: „Jetzt kommt es darauf an, technologische und organisatorische Veränderungen konsequent voranzutreiben und Investitionen in messbare Ergebnisse zu überführen. Gerade bei KI und Zukunftstechnologien zeigt sich, wie groß das Potenzial, aber auch der Aufholbedarf vieler Unternehmen noch ist.“ Zentrale Aussagen lauten:

Cybersecurity: Viele Unternehmen setzen zwar auf technische Schutzmaßnahmen, vernachlässigen jedoch eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie, die Organisation, Prozesse und Lieferketten einbezieht. Mit einem Reifegrad von 56% bewerten viele Unternehmen ihre Fähigkeiten in diesem Bereich bereits als vergleichsweise weit entwickelt.

Transformation: Digitale Fähigkeiten sind entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Allerdings bremsen Kompetenzlücken und fehlende Kompetenzzuordnungen die Umsetzung. Der Aufbau zukunftsfähiger Teams bleibt eine zentrale Herausforderung.

Künstliche Intelligenz und Automatisierung: Die strategische Relevanz von KI wird bereits erkannt, doch viele Unternehmen bleiben bei Einzelprojekten stehen.

ESG und Governance: Die Anforderungen steigen, und viele Unternehmen haben erste Strukturen etabliert. Entscheidend wird für viele sein, Nachhaltigkeit und Governance als Steuerungsinstrumente konsequent in die Strategie einzubinden.

Geopolitische Risiken und Resilienz: Internationale Unsicherheiten machen Anpassungsfähigkeit zum Erfolgsfaktor. Der Aufbau robuster, flexibler Strukturen wird für viele Unternehmen zur zentralen Aufgabe.

 

 

Praxishinweise: 

  • Weitere Informationen sowie die Studie zum Download finden Sie auf unserer Themenseite: Future Readiness Monitor 2026. Dort ist unter Angabe eigener Prioritäten in einem etwas umständlichen Verfahren der Download der kompletten Studie kostenfrei möglich. Die Einschätzungen zu 10 Trendthemen können im Detail aufgerufen werden.
  • Beispielsweise wird zum Trendthema „Nachhaltiges Wirtschaften“ ausgeführt, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen sich beim nachhaltigen Wirtschaften bereits gut aufgestellt sieht – ein Spitzenwert im Themenvergleich. Drei von vier Unternehmen erkennen laut KPMG-Sustainability-Value-Creation-Studie einen direkten Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeitsmaßnahmen und finanzieller Leistungsfähigkeit. Dennoch bewerten viele Unternehmen die finanziellen Auswirkungen ihrer Nachhaltigkeitsmaßnahmen noch nicht regelmäßig, wodurch wirtschaftliche Potenziale und Risiken nicht immer konsequent in Entscheidungen einfließen.

 

 

Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern, Coesfeld

 

 

BC 8/2026

BC20260821 

 

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