Freitag, 27.3.2026
Öffentliche Untreuevorwürfe gegen Ex-Bürgermeister: Unzulässige Verdachtsbrieferstattung

Das LG Freiburg hat eine einstweilige Verfügung bestätigt, nachdem ein Bürger in einem Leserbrief seinem früheren Bürgermeister Untreue vorgeworfen hatte. Aus Sicht der Kammer müssen bei solchen Publikationen ähnliche Regeln wie für Journalisten gelten.

Mehr lesen
Mittwoch, 25.3.2026
Berichterstattung im Fall Ulmen: Wenn die mediale Welle rollt

Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes erhebt laut einem Spiegel-Bericht gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen schwere Vorwürfe, andere Medien berichten wiederum darüber. Doch diese Eigendynamik ist gefährlich – für Betroffene und auch Journalisten, warnt Jörn Claßen.

Mehr lesen
Dienstag, 24.2.2026
Ein Staat hat keine Ehre: Marokko muss Berichte von Zeit und Süddeutscher Zeitung dulden

Hat Marokko mit der Spähsoftware Pegasus unter anderem Emmanuel Macron ausgespäht? Das hatten Zeit Online und die Süddeutsche Zeitung behauptet. Marokko sah sich in seiner Staatenwürde verletzt und wehrte sich. Der BGH klärt nun: Dem ausländischen Staat steht kein Abwehranspruch zu.

Mehr lesen
Dienstag, 3.2.2026
Exiljournalismus: Wer informieren will, muss informiert sein

Ein vietnamesischer Exiljournalist berichtete von Deutschland aus über einen Megakonzern in seinem Heimatland. Doch auch, wer aus der Ferne berichtet, muss sich um Genauigkeit bemühen – auf Gerüchte durfte er sich nicht berufen, erinnerte ihn das LG Berlin II. 

Mehr lesen
Montag, 26.1.2026
Block-Anwalt siegt gegen die "Zeit": Doch kein "Strippenzieher" im Familienimperium?

Die Zeit muss sich korrigieren: Andreas Costard, Anwalt der Block-Familie, ging gerichtlich gegen die Berichterstattung der Wochenzeitung vor, wonach er sich die Kontrolle über das Familienvermögen sichern wollte und dazu bei der Kindesentführung half. Das LG Berlin II gibt ihm Recht.

Mehr lesen
Donnerstag, 15.1.2026
"Herausgehobene Funktion als Anwalt": Zeitung durfte "Familienanwalt" der Blocks namentlich nennen

Auch das weniger prominente Umfeld von Christina Block ist nicht vor der Öffentlichkeit gefeit. Das zeigt ein Urteil des LG Berlin II im Fall des "Familienanwalts", der ebenfalls angeklagt ist. Bild.de durfte ihn namentlich nennen.

Mehr lesen
Dienstag, 23.12.2025
Block-Prozess: Bild-Zeitung durfte über Vernehmung des "Kidnapper-Chefs" berichten

Mit den Aussagen des mutmaßlichen Kindesentführers kam neuer Wind in den Prozess um Christina Block. Die Bild-Zeitung durfte schon vor der Verhandlung über dessen Vernehmungsprotokoll berichten, sagt das LG Berlin II. Ob die Veröffentlichung strafbar gewesen sein könnte, spiele dabei keine Rolle.

Mehr lesen
Mittwoch, 3.12.2025
Spiegel-Berichte über Wirecard-Skandal: Ein Anfangsverdacht reicht aus

Über Beschuldigte, die bloß verdächtig und nicht verurteilt sind, dürfen Medien nur nach bestimmten Regeln berichten. Doch sie dürfen berichten. Im Kontext der Spiegel-Berichterstattung über den Wirecard-Skandal stärkte das BVerfG am Mittwoch einmal mehr die Pressefreiheit, erläutert Martin W. Huff.

Mehr lesen
Donnerstag, 20.11.2025
Russlandkontakte: Bericht über vagen AfD-Spionageverdacht war zulässig

"Spionage im Auftrag des Kremls?" – Das Handelsblatt durfte in seinem Artikel den vagen Verdacht mehrerer Politiker gegenüber der AfD wiedergeben. In formeller Hinsicht verstoße das zwar gegen die Grundsätze der Verdachtsberichterstattung, darauf kommt es laut dem LG Berlin II aber gar nicht an.

Mehr lesen
Dienstag, 15.7.2025
Wirecard-Betrug: Spiegel durfte Foto von Bellenhaus drucken

Wendet sich eine mutmaßliche Hauptfigur eines geschichtsträchtigen strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens wie der frühere Wirecard Top-Manager in Dubai, Oliver Bellenhaus, selbst an die Öffentlichkeit, dürfen Medien laut BGH sowohl mit seinem Namen als auch mit seinem Foto über den Fall berichten.

Mehr lesen
Mittwoch, 26.3.2025
AfD-Mitarbeiterin: Wenn der Leser die Schlüsse zieht, ist es keine Verdachtsberichterstattung

Überlässt ein Bericht auf gesicherter Tatsachengrundlage weitere Schlüsse dem Leser, handelt es sich nicht um eine Verdachtsberichterstattung. Das erforderliche Maß an Konkretisierung, Authentizität und Nachprüfbarkeit setzt bei Investigativjournalismus dabei laut LG Berlin oft ein identifizierendes Nennen von "Ross und Reiter" voraus.

Mehr lesen
Freitag, 21.3.2025
Barschel-Doku: Verdachtsberichterstattung ohne Anhörung unzulässig

In einer Dokumentationsreihe zu Uwe Barschels Tod erweckten Journalisten den Verdacht, dass ein ehemaliger Geheimagent daran beteiligt war. Das OLG Frankfurt untersagte die Berichte nun, weil der Spion nicht ausreichend Stellung nehmen durfte.

Mehr lesen
Mittwoch, 22.1.2025
Bericht über laufendes Strafverfahren: Nur nach Anhörung des Betroffenen

Über ein laufendes Strafverfahren darf nur berichtet werden, wenn der betroffene Angeklagte vor der Veröffentlichung Stellung nehmen konnte. Auch müsse seine Reaktion in die Berichterstattung einfließen, so das OLG Frankfurt a.M.

Mehr lesen
Donnerstag, 12.12.2024
Verdachtsberichterstattung: Ein Tag für Stellungnahme reicht nicht

Zu den Grundsätzen der Verdachtsberichterstattung gehört es, dass dem Betroffenen vor der Veröffentlichung Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden muss. Laut LG Berlin II muss er im Regelfall dafür jedenfalls drei Tage Zeit bekommen - 25 Stunden reichen nicht.

Mehr lesen