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Datenklau: Verdächtiger 20-Jähriger nennt Ärger als Motiv

Der 20-jährige Datendieb aus Hessen hat sich für seine massive Online-Attacke gezielt Politiker und Prominente ausgesucht, deren Äußerungen ihm missfallen haben. Das teilte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, am 08.01.2019 in Wiesbaden mit. Zudem habe der Beschuldigte erklärt, er habe allein gehandelt.

Umfassendes Geständnis abgelegt

Die bisherigen Ermittlungen hätten auch noch keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer mutmaßlicher Täter gegeben, ergänzte Ungefuk. Der 20-Jährige war nach der Durchsuchung seiner Wohnung am 06.01.2019 festgenommen worden, aber nach einem umfassenden Geständnis wegen fehlender Haftgründe bereits am nächsten Tag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er ist nach Angaben der Sicherheitsbehörden Schüler und wohnt bei seinen Eltern. Ermittelt wird nun wegen des Verdachts der Ausspähung von Daten und der unberechtigten Veröffentlichung dieser Daten.

Daten über Twitter veröffentlicht

Er soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember 2018 persönliche Daten von Politikern und Prominenten veröffentlicht haben. Rund 1.000 Politiker, Prominente und Journalisten sind betroffen, darunter Politiker aller Bundestagsparteien mit Ausnahme der AfD.

Prüfung noch nicht abgeschlossen

Der Leiter der Abteilung Cybersecurity beim Bundeskriminalamt, Heiko Löhr, sagte, es werde nach wie vor geprüft, ob der Beschuldigte wirklich ganz allein gehandelt habe. Auch das Motiv sei noch nicht abschließend geklärt. Die Polizei beziehe in ihre Überlegungen "sowohl allgemein kriminelle sowie auch politische Motivationslagen" in ihre Überlegungen mit ein. Einige Bundestagsabgeordnete, die ausgespäht worden waren, haben sich schon neue Handynummern zugelegt.

Aus dem Nachrichtenarchiv

Bundesinnenministerium kündigt "Cyber-Abwehrzentrum plus” an, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 07.01.2019, becklink 2011887

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 9. Januar 2019 (dpa).

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