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    Erfahrungsbericht JA 6/2018

    Von Fabian Landscheidt, Doktorand bei Herrn Prof. Dr. Jan Busche, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Gewerblichen Rechtsschutz an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

    Erfahrungsbericht zur Absolvierung der Wahlstation bei der Europäischen Kommission


    Ende letzten Jahres habe ich im Rahmen des Rechtsreferendariats im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf meine Wahlstation bei der Europäischen Kommission Generaldirektion GROW absolviert. Der Beitrag soll interessierten Referendarinnen und Referendaren einen kleinen Einblick in die Arbeit und Abläufe des größten Organs der Europäischen Union (EU) verschaffen und Hinweise für eine etwaigeBewerbung  geben.

    A. Meine Motivation

    Die Gründe für die Absolvierung einer Referendarsstage im Ausland sind vielfältig. Während manche Referendarinnen und Referendare Erfahrungen im internationalen Wirtschaftsleben an Kanzlei- oder Unternehmensstandorten außerhalb Deutschlands sammeln möchten, nutzen andere die Gelegenheit, um über die Arbeit bei einer Botschaft oder einem Standort der Außenhandelskammer die Menschen und die Kulturen anderer Länder kennenzulernen.

    Bei mir stand das Interesse im Vordergrund, einen Blick hinter die Kulissen eines der wichtigsten Organe der EU zu erhalten. Ein paar Grundkenntnisse über den Aufbau und die Befugnisse der Kommission waren aus der Vorlesung zum Europarecht sicherlich noch vorhanden (Art. 17 des Vertrages über die Europäische Union, »Hüterin der Verträge«). Doch wie genau dort Entscheidungen zustande kommen, war mir nicht bewusst. Ich wollte daher erfahren, was für Menschen dort arbeiten und letztlich auch, ob die Arbeit bei der Kommission für meinen späteren Berufsweg infrage kommt.

    B. Meine Arbeit bei der Kommission

    Nach einer kurzen Vorstellung des Aufbaus und Aufgabenbereichs meiner Ausbildungsstelle werde ich im Folgenden meine Eindrücke und Tätigkeiten anhand einiger beispielhafter, nicht abschließender Projekte darstellen.

    I. Meine Unit

    Die Generaldirektion (Directorate-General) GROW ist mit 951 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der größten der zurzeit über 30 Generaldirektionen der Kommission. Sie ist zuständig für die EU-Politik in den Bereichen Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und gliedert sich in elf Abteilungen (Directorates) mit je drei bis fünf Referaten (Units).

    Der Name des Referats, dem ich zugeteilt wurde, beschreibt gleichzeitig dessen Aufgabenbereich: Intellectual Property and the Fight against Counterfeiting, was wohl am ehesten mit »Geistiges Eigentum und der Kampf gegen Produktfälschungen« übersetzt werden kann. Dabei ist das Referat in verschiedene Aktenvorgänge (files) untergliedert, die sich überwiegend an den betroffenen Schutzrechten orientieren (zB Patente, Marken, Designs) und für die in der Regel jeweils eine Sachbearbeiterin oder ein Sachbearbeiter (Policy Officer) die Hauptverantwortung übernimmt. Da ich bei meiner Ankunft gerade der einzige Trainee war, hatte ich das große Glück, bei vielen verschiedenen Projekten mitwirken zu dürfen.

    II. Meine Aufgaben

    Meine Aufgabe bestand in erster Linie darin, meine Ausbilder (Supervisor) bei der Bearbeitung ihrer Aktenvorgänge zu unterstützen, insbesondere durch die Mithilfe beim Entwurf von Dokumenten sowie durch tatsächliche und rechtliche Recherchen. Hinzu kam häufig die Organisation und Protokollierung von internen und externen Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern anderer europäischer Dienststellen, internationaler Organisationen, Mitgliedstaaten, Wirtschaftsverbänden und Nicht-Regierungs-Organisationen.

    1. Fertigstellung eines Maßnahmenpakets


    Das wichtigste Projekt während meines Aufenthalts war sicherlich die Mithilfe bei der Fertigstellung eines Maßnahmenpakets, das unter anderem Leitfäden und Handlungsempfehlungen zur einheitlichen Auslegung und Anwendung der Richtlinie 2004/48/EG zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums sowie zur transparenteren Lizensierung standard-essentieller Patente enthält. Da diese Konsultationsdokumente teilweise Themen betrafen, die auch in den Zuständigkeitsbereich anderer Generaldirektionen fallen, mussten diese die Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten (sog. inter-service consultation). Die Herausforderung in diesem Verfahrensschritt bestand für das Referat vor allem darin, die verschiedenen Positionen in angemessener Weise zu berücksichtigen und gleichzeitig mit den Prioritäten der gesamten Kommission in Einklang zu bringen. Die Ergebnisse wurden schließlich im Rahmen einer Pressekonferenz am 29.11. 2017 im berühmten Presseraum des Berlaymont-Gebäudes der Öffentlichkeit präsentiert. Hierzu stellte die zuständige Kommissarin, Frau Elżbieta Bieńkowska, zusammen mit dem Vize-Präsidenten der Kommission, Jyrki Katainen, das Maßnahmenpaket inhaltlich vor und beantwortete anschließend Fragen des anwesenden Presse- und Fachpublikums.

    2. Weiterentwicklung freiwilliger Maßnahmen


    Ein weiteres spannendes Projekt betraf die fortlaufenden Bemühungen der Kommission, die zunehmenden Schutzrechtsverletzungen im Internet insbesondere beim Online-Handel (zB durch Anbieten gefälschter Produkte) zu unterbinden. Als Ergänzung zum bestehenden europäischen Rechtsrahmen und den gerichtlichen Durchsetzungsmöglichkeiten setzt man hierzu seit einigen Jahren vermehrt auf die Förderung freiwilliger Maßnahmen. So hat die Kommission etwa betroffene Rechteinhaber und Betreiber von Online-Plattformen dabei unterstützt, sich gegenseitig im Rahmen einer rechtlich nicht-bindenden Absichtserklärung zur Einhaltung bestimmter Verhaltensweisen und Verfahren im Hinblick auf die Löschung rechtswidriger Internet-Angebote zu verpflichten. Einmal sollte ich den Verlauf eines Treffens protokollieren, bei dem alle derzeitigen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Vereinbarung zusammenkamen, um über deren aktuellen Stand und deren geplante Weiterentwicklung zu diskutieren. Dabei empfand ich es als besonders interessant, beobachten zu dürfen, wie Vertreterinnen und Vertreter international tätiger Unternehmer miteinander agierten und gemeinsam Lösungsansätzen erarbeiteten.

    3. Fragen zu Geschäftsgeheimnissen


    Einer mehr juristischen Tätigkeit durfte ich Rahmen der Bearbeitung des Aktenvorgangs zu den Geschäftsgeheimnissen nachgehen. Die Vorschriften der hierzu vor knapp zwei Jahren in Kraft getretenen Richtlinie (Geschäftsgeheimnisse-Richtlinie) sind von den Mitgliedstaaten noch bis zum 8. Juni dieses Jahres in nationales Recht umzusetzen. Im Rahmen des Umsetzungsverfahrens ist es nicht unüblich, dass die Regierungen der Mitgliedstaaten die Kommission bei bestimmten Auslegungs- oder Anwendungsproblemen direkt kontaktieren und um unverbindlichen Rat bitten. So durfte ich etwa die Antwort auf eine Anfrage eines Ministeriums eines Mitgliedstaates entwerfen. Bei der Bearbeitung war es spannend, die Position der Kommission einzunehmen und dementsprechend die Formulierung an deren Sprachstil anzupassen. Da es zu diesem Zeitpunkt nur wenige Urteile des Europäischen Gerichtshofs zum Thema gab, musste man zur rechtlichen Beurteilung auf die Begleitdokumente aus dem Gesetzesverfahren sowie die üblichen Auslegungsmethoden zurückgreifen.

    B. Hinweise zum Bewerbungsverfahren

    Mein Weg zur Kommission führte – wie so häufig im Leben – über Umwege. Ich absolvierte zunächst meine Verwaltungsstation bei der Vertretung des Landes Nordrhein Westfalen (NRW) bei der EU in Brüssel. Erst dort erfuhr ich (durch Zufall), dass es Referendarinnen und Referendaren überhaupt möglich ist, eine Stage bei der Kommission abzuleisten. Ohne die Hinweise von ehemaligen Referendarinnen und Referendaren aus dem Bekanntenkreis oder Referentinnen und Referenten im Rahmen von Informationsveranstaltungen zu Beginn des Referendariats sind Informationen zum Ablauf einer solchen Stage meist nur spärlich vorhanden. Das liegt unter anderem auch daran, dass diese Form des Praktikums bei der Kommission selbst eine Ausnahmestellung einnimmt.

    I. Bewerbung als Atypical Traineeship

    Da sich die Juristenausbildung in Deutschland – mit wenigen Ausnahmen wie dem LL.B. (Bachelor of Laws) – ausschließlich nach nationalem Recht richtet (insbes. Juristenausbildungsgesetze der Bundesländer), existieren bei den europäischen Institutionen keine mit der »Verwaltungsstation« oder »Wahlstation« vergleichbaren Ausbildungsabschnitte. Die Position, die für Referendarinnen und Referendare dort am ehesten in Betracht kommt, ist daher das sog. Atypical Traineeship oder Stage Atypique.

    1. Der atypische Blue Book-Trainee


    Atypisch sind all diejenigen Trainees, die nicht am offiziellen Praktikumsprogramm der Kommission teilnehmen, dem sog. Blue Book-Traineeship. Hiernach dürfen Absolventinnen und Absolventen eines Hochschulstudiums in einem der Mitgliedstaaten (mindestens drei Jahre) mit Sprachkenntnissen in zumindest zwei EU-Amtssprachen (mindestens C1-Niveau, darunter jedenfalls deutsch, englisch oder französisch) nach erfolgreichem, mehrstufigen Bewerbungsverfahren über ein Praktikantenbüro ein zeitlich begrenztes (max. fünf Monate) und bezahltes (derzeit 1.176 EUR/Monat) Praktikum bei der Kommission oder einer ihr untergeordneten Dienststelle absolvieren. Dieses Programm bietet sich jedoch für Referendarinnen und Referendare kaum an, da es nur zu zwei vorher festgelegten Monaten im Jahr begonnen werden kann (derzeit März und Oktober) und die für Verwaltungs- oder Wahlstation zur Verfügung stehende Zeit in der Regel überschreitet.

    2. Bewerbungsverfahren


    Beim Atypical Traineeship dagegen gibt es kein solch formelles Bewerbungsverfahren. Die Bewerbung hat initiativ zu erfolgen und kann im Zweifel direkt (zB per Brief, E-Mail oder telefonisch) an die Leiterin oder den Leiter (Head of Unit) des jeweiligen Wunschreferats gerichtet werden. Besteht auf der anderen Seite Interesse, bekommt man in der Regel eine schriftliche Rückmeldung mit der Bitte um die Vereinbarung eines Termins zu einem Interview. Bei dem/den folgenden Gespräch(en) sollte man seine Motivation für die Bewerbung kurz und treffend darlegen können und zudem auf etwaige inhaltliche Rückfragen vorbereitet sein.

    3. Voraussetzungen


    Zwar kann aufgrund der unterschiedlichen Aufgabenbereiche der in Betracht kommenden Dienststellen keine generelle Aussage über das jeweilige Anforderungsprofil gemacht werden. Zusätzlich zu einem aussagekräftigen Bewerbungsschreiben kann es jedoch nicht schaden, wenn der bisherige Lebenslauf zumindest Berührungspunkte mit dem Fachgebiet des Referats im Speziellen und/oder der EU im Generellen gehabt hat. So konnte ich zum Beispiel in einem Telefoninterview damit punkten, dass ich mich im Rahmen meines universitären Schwerpunktes sowie einer Nebentätigkeit bereits mit den Grundlagen des Marken- und Patentrechts bereits beschäftigt hatte. Die wichtigste Arbeitssprache der Kommission ist Englisch, einen verhandlungssicheren Umgang in Wort und Schrift halte ich daher für zwingend. Die französische Sprache stellt nur noch in wenigen Generaldirektionen die vorrangige Arbeitssprache dar (zB Juristischer Dienst, Generalsekretariat). Sie zu beherrschen schafft einem nach meiner Einschätzung jedoch vor allem Vorteile im zwischenmenschlichen Umgang, da so gut wie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter französisch sprechen und viele das auch gerne tun.

    4. Dauer


    Wie lange das Bewerbungsverfahren letztlich dauert, ist einzelfallabhängig. Bei mir ist zwischen erstmaligem Anschreiben und Zusendung der endgültigen Bestätigung knapp ein Jahr vergangen. Das muss kein Maßstab sein. Allerdings ist auch im Hinblick auf den generellen organisatorischen Aufwand eines Auslandsaufenthalts (zB Wohnungssuche, Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, Zuweisung durch Stammdienststelle) eine möglichst frühe Bewerbung zu empfehlen.

    II. Zuweisung durch die Stammdienststelle

    Die Wahlstation bietet sich für einen Auslandsaufenthalt nicht nur deshalb an, weil sich ihr Beginn regelmäßig an den schriftlichen Teil der Zweiten Juristischen Staatsprüfung anschließt. Auch sind die Regeln zur Anerkennung einer solchen Stelle für die Wahlstation meist weniger streng als bei den anderen Stationen. So darf zum Beispiel nach § 41 II des Juristenausbildungsgesetzes NRW (JAG NRW) zur Ausbildung in der Praxis nur herangezogen werden, wer für eine gründliche Ausbildung »fachlich und persönlich geeignet erscheint«. Konkretere Anforderungen stellt das Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen nach § 41 III 1 JAG NRW in sog. Ausbildungsplänen auf. Während im Rahmen der Verwaltungsstation die Ausbilderin bzw. der Ausbilder die Befähigung zum Richteramt (§ 5 I des Deutsches Richtergesetzes) oder zum höheren Verwaltungsdienst (§ 17 V BBG) haben »soll«, existieren solche Einschränkungen für die Ausbildung in der Wahlstation nicht. Es muss lediglich eine »sachgerechte Ausbildung gewährleistet« sein gem. § 35 II Nr. 5 JAG NRW. Die Ausbilderin bzw. Ausbilder muss also weder die deutsche Staatsangehörigkeit noch die Befähigung zum Richteramt besitzen. Rein formell genügt in der Regel das rechtzeitige In-Kenntnis-Setzen der Stammdienststelle von der gewünschten Wahlstelle unter Einreichung einer schriftlichen Bestätigung der künftigen Ausbilderin bzw. des künftigen Ausbilders.

    III. Wohnen und Leben in Brüssel

    Wer bei der Kommission arbeitet, wird in der Regel auch in Brüssel wohnen wollen. Wohnplätze werden von der Kommission nicht gestellt,
    sondern müssen selbst organisiert werden. Häufig vermieten Privatleute auf den einschlägigen Internetseiten Teile ihrer Wohnung oder ihres Hauses unter, wobei die Zimmerpreise je nach Größe, Lage und Jahreszeit im Durchschnitt bei ca. 400–600 EUR/Monat liegen. Liegt die Unterkunft nicht gerade fußläufig zum Europaviertel – wo sich die meisten Kommissionsgebäude befinden – fährt man am besten mit der Metro zur Arbeit. (Fahrradfahren ist zumindest in den Wintermonaten nur bedingt zu empfehlen, mit dem Auto kommt man gerade im Berufsverkehr nur sehr langsam voran.) Neben der Arbeit bietet Brüssel ein vielfältiges kulturelles Angebot – weit über den Grande-Place, das Manneken Pis und das Atomium hinaus –, das sich am besten zusammen mit anderen Trainees vor Ort wahrnehmen und erleben lässt. Die Hauptstadt wirkt modern und ruhelos, gleichzeitig verströmt sie den liebenswürdigen, leicht morbiden Charme der bon vieux temps.

    D. Positionen nach dem Traineeship

    Sollte einem das Traineeship so gut gefallen haben, dass man sich vorstellen kann, auch in Zukunft (etwa nach Abschluss seines Zweiten Examens) für die Kommission zu arbeiten, ist es von Vorteil, einen Überblick über die dort möglichen Karrierepfade für Juristinnen und Juristen zu haben. Die folgende Übersicht zu in Betracht kommenden Positionen bei der Kommission ist nicht abschließend zu verstehen, sondern soll vielmehr kurz-, mittel- und langfristige Herangehensweisen für eine Karriereplanung skizzieren.

    I. Zeitarbeitskraft/Interim Staff/Personnel intérimaire

    Hat man im Rahmen seines Traineeship zufriedenstellende Leistungen erbracht und herrscht im Referat oder in einer anderen Dienststelle Personalbedarf, erhält man von der Kommission unter Umständen das Angebot, dort übergangsmäßig als Zeitarbeitskraft weiterzuarbeiten. Ein besonderes Bewerbungsverfahren ist hierfür nicht vorgesehen. Die Beschäftigung erfolgt in diesem Fall nicht über die Kommission sondern über ein Zeitarbeitsunternehmen. Das hat zur Folge, dass die Vergütung und Weiterbeschäftigung in der Regel auf Wochenbasis geregelt werden muss. Diese Praxis ist nach belgischem Recht nur innerhalb eines Gesamtzeitraums von sechs Monaten zulässig.

    II. Vertragsbedienste/Contract Agents/Agents Contractuels

    Zeitlich weniger beschränkt sind die sog. Vertragsbediensteten. Diese Position erfordert die erfolgreiche Absolvierung des vom Europäischen Amt für Personalauswahl (EPSO) durchgeführten Auswahlverfahrens CAST (Contract Agent for Specific Tasks). Das Verfahren besteht aus mehreren Stufen (Vorauswahltest, computerbasierter Multiple-Choice-Test und Vorstellungsgespräch) und kann für den Bereich »Recht« jederzeit (permanent) begonnen werden. Der Arbeitsvertrag eines Vertragsbediensteten wird mit der Kommission geschlossen und ist auf höchstens fünf Jahre befristet – realistisch sind zu Anfang eher sechs bis 12 Monate. Neben einer Verlängerung um höchstens fünf weitere Jahre ist auch eine Umwandlung in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis möglich. Beim Einstieg der Funktionsgruppe III (Besoldungsgruppen 8–12) liegt das monatliche Grundgehalt zurzeit ungefähr zwischen 2.500 und 4.000 EUR.

    III. AD-Beamte/Administrators/Administrateurs

    Um als verbeamtete Verwaltungsrätin oder Verwaltungsrat bzw. Verwaltungsjuristin oder Verwaltungsjurist bei der Kommission arbeiten zu dürfen, kommt man auch als Volljuristin oder Volljurist derzeit nicht um das »Auswahlverfahren für Administratoren – Generalisten« (auch als Generalisten-Concours bekannt) herum. Das Verfahren wird vom EPSO in der Regel einmal pro Jahr durchgeführt und steht grundsätzlich allen Hochschulabsolventinnen und -absolventen (mindestens drei Jahre) offen, die wenigstens zwei EU-Amtssprachen beherrschen (zumindest C1- und B2-Niveau). Nach der erfolgreichen Absolvierung eines computerbasierter Multiple-Choice-Tests, eines elektronischen Postkorb-Tests und eines Assessment-Centers werden die sog. Laureatinnen und Laureaten auf eine Reservelisten gesetzt (derzeit 158 Plätze für den Durchgang 2018), bis ihnen eine der Dienststellen der EU ein Einstellungsangebot unterbreitet. Das monatliche Grundgehalt einer Beamtin oder eines Beamten der Einstiegsbesoldungsgruppe AD5 beginnt bei etwas unter 4.500 EUR. Das gesamte Verfahren dauert in der Regel fünf bis neun Monate, der Platz auf der Reserveliste wird höchstens für ein Jahr freigehalten. Schon aufgrund der hohen Durchfallquote sollte eine Teilnahme sorgfältig vorbereitet werden – etwa mit der Lektüre entsprechender Literatur, der Absolvierung von EPSO Probetests oder der Teilnahme an einem der kostenlosen Vorbereitungsseminare des Auswärtigen Amtes.

    E. Mein Fazit

    Entscheidet man sich für die Absolvierung einer Referendarsstage bei der Kommission, sollte man sich bewusst sein, dass die dortigen Tätigkeiten nicht immer juristischer Natur sind und so gut wie nie mit dem Pflichtfachstoff der Zweiten Juristischen Prüfung zu tun haben. Da zwischen Ende der Wahlstation und dem Termin der mündlichen Prüfung meist nicht mehr 1 ½ Monate liegen, kommt man um die Vorbereitung und Wiederholung nach der Arbeit oder am Wochenende kaum herum. Verbringt man die Verwaltungsstage in Brüssel, ist das Problem der Doppelbelastung zwar weniger akut, man verpasst aber die parallel laufenden Arbeitsgemeinschaften im Öffentlichen Recht. Ein weiterer Nachteil ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass die Kommission für die geleistete und meist auf 40 Stunden pro Woche ausgelegte Arbeitszeit keinerlei Vergütung zahlt. Für die Teilnahme an Stipendienprogramme wie zum Beispiel dem Carlo-Schmidt-Programm der Studienstiftung des Deutschen Volkes ist man als Rechtsreferendarin oder Rechtsreferendar aufgrund des Bezuges von Unterhaltsbeihilfe in der Regel nicht berechtigt. Zu der Unterhaltsbeihilfe wird jedoch ein sog. Kaufkraftausgleich (Belgien: 10 %), in manchen Bundesländern zusätzlich ein Trennungsgeld gezahlt.

    Für die Wahl der Kommission spricht sicherlich die Möglichkeit, in einem sehr internationalen Umfeld arbeiten zu können. Die Kolleginnen und Kollegen in den Referaten kommen aus den verschiedensten Mitgliedstaaten und sind regelmäßig gut ausgebildet, aufgeschlossen und hochmotiviert. Aufgrund der gemeinsamen Sprache – sei es nun Deutsch, Englisch oder Französisch – und der Verfolgung eines gemeinsamen Ziels, tritt das Bewusstsein für die Herkunft des Gegenübers irgendwann völlig in den Hintergrund. Zudem kann man auf diese Weise ganz nebenbei seine Sprachkenntnisse aufbessern. Mit genügend Engagement (und etwas Glück) genießt man bei der Erfüllung seiner Aufgaben außerdem ein hohes Maß an Eigenverantwortung. So durfte ich etwa einige Male die Kommission bei kleineren Treffen oder Konferenzen vertreten. Darüber hinaus ist man schon allein wegen seiner Präsenz in Brüssel oft sehr nah dran am tagespolitischen Geschehen – da kann es schon einmal passieren, dass der ehemalige Präsident von Katalonien, Carles Puigdemont, mit mehreren dutzend Anhängern auf dem Weg zu einer Demonstration an einem vorbeistürmt, während man draußen Mittagspause macht. Sollte man mit dem Gedanken spielen, eine Karriere in der europäischen Verwaltung anzustreben, stellt ein erfolgreich absolviertes Traineeship sicherlich einen guten ersten Schritt dar. Aber auch bei anderen beruflichen Ambitionen kann man von den hier gesammelten Erfahrungen meiner Meinung nach nur profitieren.

    Der Beitrag spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider

    Erfahrungsbericht JA 12/2017

    Von Sabine Kramer, Universität Passau, und Anna Marie Chlantová, Universität Prag

    Erfahrungsbericht zum 5. Deutsch-Tschechischen Rechtsfestival

     
    Bereits zum fünften Mal fand das Deutsch-Tschechische Rechtsfestival vom 18. bis zum 24. September zwischen den beiden Städten Passau und Prag statt. Dabei diente es insbesondere als Plattform der Kommunikation und des Austauschs für Studierende, Referendare und wissenschaftlicher Mitarbeiter beider Länder. Ermöglicht durch zahlreiche Sponsoren wie beispielsweise die Bayerisch-tschechische Hochschulagentur, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, bpv Braun Partners, das BOHEMICUM Regensburg-Passau und Giese & Partner fand der erste Teil der einwöchigen Tagung an der Universität in Passau, der zweite Teil an der Karls-Universität in Prag statt.

    Die Universität Passau ist mit ihren gerade einmal 40 Jahren eine der jüngsten und modernsten Universitäten Deutschlands, wohingegen die Karls-Universität mit ihren über 600 Jahren als älteste Universität Mitteleuropas gilt. Bereits dieser Altersunterschied verdeutlicht die breitgefächerte Vielzahl an Möglichkeiten, Unterschiedliches voneinander lernen zu können.

    Den thematischen Einstieg übernahm Prof. JUDr. Milan Damohorský, DrSc., mit einem Vortrag über den Klimaschutz und dessen Entwicklungen. Vergleiche zwischen den Ansichten und Problemen beider Länder kamen bei dieser Thematik nicht zu kurz. Die Tendenz in Deutschland zur Photovoltaikanlage auf jedem Eigenheim stand der Problematik in Tschechien, welches viel Braunkohle, aber wenige geeignete Flüsse für Wasserkraftwerke besitzt, gegenüber. Zentrales Element des Klimaschutzes sei eine gemeinsame aber unterschiedliche Verantwortung der Staaten. Anschließend stellte Prof. Dr. Hans-Georg Dederer das Pariser Abkommen aufgrund dessen Prinzips zur Selbstverpflichtung quasi als »Klimaschutz à la carte« dar, welches sich seiner Meinung nach als zwar voraussichtlich nicht effektiv genug, aber alternativlos herausstellen wird. Optimismus sei dabei unverzichtbar. Passend zur Bundestagswahl in Deutschland wurden von Prof. Dr. Urs Kramer auch die aktuellen Entwicklungen in der deutschen und von Doc. JUDr. PhDr. Jan Wintr, Ph.D., die der tschechischen Politik angesprochen. Beendet wurde der erste Tag durch ein gemeinsames Abendessen und einen geselligen Besuch im Stammlokal der Passauer Studierenden.

    Der zweite Vormittag befasste sich zuerst mit der Frage, wie verfestigte Strukturen am besten aufzureißen seien und die Frauenquote in der Gesellschaftsleitung erhöht werden könnte. Denn obwohl in Tschechien mehr als die Hälfte aller Uniabsolventen Frauen sind, beträgt die Frauenquote in Vorständen gerade einmal 9 %. Nach Ansicht der Referentin JUDr. Lucie Josková, Ph.D., LL.M., ist eine feste Minderheitenquote für einen Erfolg in naher Zukunft unumgänglich. Während Prof. Dr. Dennis Solomon, LL.M., und JUDr. BC. Jan Brodec, LL.M., eine sehr anschauliche und unterhaltsame Einführung in das internationale Vertrags- und Insolvenzrecht gaben, wurde der Nachmittag von dem schwerverdaulichen Thema der Nürnberger Prozesse geprägt. Die beiden Vortragenden JUDr. Jiří Šouša, Ph.D., und Prof. Dr. Sebastian Martens zeigten aus der Sicht beider Länder erneut, dass die größten Katastrophen anthropogener Natur sind. Nach dem akademischen Programm wurden die Teilnehmer von Eva-Maria Kaiser-Leucht, Präsidentin des Landgerichts in Passau, durch das Gerichtsgebäude und ihr beeindruckendes Arbeitszimmer geführt. Im Anschluss an das gemeinsame Abendessen folgte eine Stadtführung durch die historische Innenstadt von Passau.

    Die letzten Vorträge in Passau befassten sich zum einen mit dem kurzweiligen Vortrag von Doc. JUDr. Vojtěch Stejskal, Ph.D., zum strafrechtlichen Umweltschutz bzw. mit der Aufklärung der Frage, was der Schmuggel des Papageien Ara mit der Rache der Pharaonen gemeinsam hat. Zum anderen mit den von Prof. Dr. Kai von Lewinski vorgestellten Kodifikationsstrategien im Zivilrecht. Dabei wurde unter anderem anhand des Beispiels des Lebens- und Futtermittelgesetzbuches im Vergleich zur Zivilprozessordnung deutlich, dass die Bezeichnung als Gesetz nur als Indiz fungieren kann.

    Als krönender Abschluss des ersten Teils und für einen ersten Eindruck von Prag erwartete die Teilnehmer nach der gemeinsamen Busreise ins Nachbarland eine Bootsfahrt auf der Moldau.

    Der erste Tag in der goldenen Stadt begann mit zwei Doppelvorträgen über die Themen Sterbehilfe und Schiedsgerichtsbarkeit im Sportbereich. Dr. Oliver Gerson und JUDr. Lucie Široká stellten das moralisch diffizile Thema Sterbehilfe im Kontext der Gesetzeslage des jeweiligen Landes vor. Die folgende kontroverse Diskussion betonte die Komplexität dieser Problematik. Die folgenden Beiträge von JUDr. David Kohout Ph.D. und Prof. Dr. Thomas Riehm brachten die Frage der Schiedsgerichtbarkeit im Sportsrecht auf. Am Fall Claudia Pechstein wurde gezeigt, dass diese Verfahren aufgrund ihrer Schnelligkeit für Sportler notwendig sind und wie sie die deren Karriere beeinflussen können.

    Am Nachmittag folgten zwei Vorträge deutscher Rechtsanwälte, die in Tschechien ihre Tätigkeit ausüben. RA Arthur Braun, M. A., berichtete den Teilnehmern von aktuellen Fragen des Energierechts und RA Dr. Ernst Giese stellte in seinem Vortrag »Ein deutscher Rechtsanwalt in der Tschechischen Republik« Leben und Beruf in Prag aus der Sicht eines Deutschen vor. Aufgrund von gesundheitlichen Problem des Vortragenden musste der nächste Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Hromadka, Gründer des Deutsch-Tschechischen Rechtsfestivals, zum Thema Arbeitsrecht leider frühzeitig abgebrochen werden. Nach einer kurzen Unterbrechung wurde das akademische Programm am Donnerstag mit einem Beitrag zu den aktuellen Entwicklungen im europäischen Zivilverfahrensrecht von Prof. Dr. Wolfgang Hau abgeschlossen. Auch das Rahmenprogramm kam an diesem Abend nicht zu kurz, so wurden den Teilnehmern Einblicke in den tschechischen Senat des Parlaments gewährt.

    Der letzte Tag begann mit einer Liveschaltung zu Dr. Michal Bobek und dessen Rolle und Einfluss als Generalanwalt am EuGH. Anschließend erzählte Dr. Petra Škvařilová-Pelzl von der Arbeit in der Verwaltung des EuGH. Mit persönlichen Erzählungen gab sie eine Übersicht über die Besonderheiten des EuGH und die daraus entstehenden einzelnen Herausforderungen. Der folgende Block widmete sich dem Thema der Verfassungsgerichtsbarkeit. Auf den Vortrag EU Law Agenda in the Case Law of the Constitutional Courts vom Kanzler des Verfassungsgerichts der Tschechischen Republik, JUDr. Mgr. Ivo Pospíšil, Ph.D., folgte Prof. Dr. Rainer Wernsmann mit der Europäischen Agenda der Verfassungsgerichtbarkeit. Am Nachmittag berichtete Prof. Dr. Frank Maschmann über die zunehmenden Mitarbeiterkontrollen in der digitalen Arbeitswelt und wie die neue Datenschutzgrundverordnung das BDSG grundlegend verändern wird. Schließlich rundete Doc. Dr. iur. Mag. phil. Harald Christian Scheu, Ph.D., mit einem sehr aktuellen Beitrag zu den Maßnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise im Lichte des Menschenrechtsschutzes die Vortragsreihe des Rechtsfestivals ab.

    Zum Abschluss organisierten die tschechischen Studenten noch eine interessante Stadtführung mit einigen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Prag wie die Karlsbrücke, die Prager Burg und die älteste noch funktionierende astronomische Uhr am Prager Rathaus. Mit Deutsch als Tagungssprache waren die deutschen Studierenden und Vortragenden als Muttersprachler zwar bevorteilt, dennoch tat dies der Kommunikation aufgrund der herausragenden Fremdsprachenkenntnisse der tschechischen Kollegen keinen Abbruch.

    So trug das Rechtsfestival mit seinem abwechslungsreichen Themenquerschnitt und einem gelungenen Rahmenprogramm erneut zu einer Vertiefung der Deutsch-Tschechischen Zusammenarbeit und Freundschaft bei.

    Erfahrungsbericht JA 10/2017

    Von Ass. jur. Julia Martini, Speyer
        

    Wahlstation London – Leben wie ein London City Lawyer


    Die letzten drei Monate meines Referendariats verbrachte ich in London bei Fried, Frank, Harris, Shriver & Jacobson LLP (kurz Fried Frank) in der Kartellrechtspraxis. Dort erlebte ich die beste Wahlstation, die ich mir hätte wünschen können. Ich wurde schnell Teil des Teams und verbrachte während drei ereignisreicher Monate meinen Arbeitsalltag in einem altehrwürdigen Bürogebäude mit Blick auf die Bank of England und den Royal Exchange, nur einen Steinwurf entfernt von Themse und St Paul’s Cathedral.

    Wie es dazu kam?
    Drei Monate Ausland waren für mein Referendariat schon eingeplant, als ich noch nicht einmal die erste Staatsprüfung bestanden hatte. Zu Beginn des Jurastudiums hatte ich im Rahmen der fachspezifischen Fremdsprachenausbildung vier Semester anglo-amerikanisches Recht studiert, mein Schwerpunkt war das internationale Privatrecht. Dennoch hatte es mich nie gereizt, im Ausland zu studieren. Lieber wollte ich dort im Referendariat erste Arbeitserfahrung sammeln.
        
    Es zog mich nach London, in das Finanz- und Geschäftszentrum Europas. Die Stadt mit ihrem britischen Charme, dem stets wechselnden Kulturangebot und der großen Geschäftigkeit hatte bereits bei meinen früheren Besuchen eine unfassbare Faszination auf mich ausgeübt. So entstand der Wunsch dort mein Wahlfach zu absolvieren, ich hatte mich für das deutsche und europäische Kartell- und Wettbewerbsrecht entschieden.

    Stellensuche in London – Vorteile eines Telefoninterviews
    Doch welche war für mich die Richtige unter den zahlreichen in London angesiedelten Großkanzleien? Ich besann mich auf meine bisherigen
    Erfahrungen. Es sollte eine Großkanzlei mit kleinen aber feinen Teams sein, denn ich war nicht der Typ für einen anonymen »Großbetrieb«. Dieses Kriterium erleichterte meine Suche, Fried Frank war meine erste Wahl. Die amerikanische Großkanzlei hat eine Dependance mit rund 60 Anwälten in der City of London. Die dortige Kartellrechtspraxis wird von einem deutschen Partner geführt und ist klein und hochkarätig besetzt. Indem ich die Bewerbung direkt an den Partner sendete, sprach ich jemanden an, der selbst das Referendariat absolviert hatte und dem die deutsche Juristenausbildung aus eigener Erfahrung sehr gut bekannt war.
       
    Das Bewerbungsverfahren konfrontierte mich zunächst mit einem Fragebogen: Hatte ich Stipendien? Welche Preise hatte ich während meiner Ausbildung gewonnen? Was waren meine Erfolge außerhalb des Studiums? Zu guter Letzt hatte ich mein wirtschaftliches sowie politisches Verständnis unter Beweis zu stellen. Auch ohne Stipendien aufweisen zu können und mithilfe von Kreativität und eines kurzen Blickes in den »Economist« bewältigte ich diese erste Hürde. Das folgende Telefoninterview absolvierte ich mit meinem zukünftigen Chef, also dem deutschen Partner, und einer Dame aus der Human-Resources-Abteilung. Am Ende war mir die Wahlstation in London sicher.
       
    Aus eigener Erfahrung sei kurz auf die Vorteile eines Telefoninterviews hingewiesen: Nachdem ich den Kanzleinamen unwissentlich mehrfach englisch ausgesprochen hatte, klärte mein zukünftiger Chef mich auf: »Julia, you are doing a great job pronouncing Fried Frank in English, but it is not like ›Fried Chicken‹. Fried is a Jewish name.« Geplättet stellte ich fest, dass mich meine »Gegenüber« nun wenigstens nicht rot anlaufen sahen. Wunderbar!

    Wohnungssuche und Organisatorisches – Referenzen und andere Hürden
    Bevor es losgehen konnte, war die wichtigste Frage, wo ich wohnen sollte. Ich wollte auch neben der Arbeit Anschluss an »locals« finden. Deshalb suchte ich eine Zwischenmiete in einer Londoner WG. Zum Glück bekam ich einen unschlagbaren Tipp: Spareroom.uk ist das britische Pendant zu den einschlägigen deutschen Websites. Mit der übersichtlichen App fiel mir die Suche leicht, es gab sogar eine Filterfunktion, die ausschließlich Wohnungen nahe ausgewählter U-Bahn-Linien und weiterer öffentlicher Verkehrsmittel anzeigte. Meine anfängliche Panik, ich könnte in London obdachlos werden, wurde durch die zahlreichen Horrorgeschichten über die Wohnsituation in der englischen Hauptstadt auf Social-Media-Plattformen geradezu beflügelt. Ich schrieb zunächst alle Anbieter an, die seriös wirkten und deren Angebote ansatzweise bezahlbar waren. Als ich erstaunlich viele Rückmeldungen bekam, wurde ich wählerischer. Ich wollte neben dem Full-Time-Job in der Kanzlei schließlich weder Gesellschafterin älterer Herrschaften noch Kindermädchen für junge Familien werden. Am Ende fand ich, was ich gesucht hatte: eine WG im verrückten und aufstrebenden Stadtteil Hackney mit entspannten und liebenswerten berufstätigen Londonern meines Alters, die einem gelegentlichen Glas Wein am Abend nicht abgeneigt waren. Zudem betrug mein Arbeitsweg Tür zu Tür dank Overground (eine oberirdische Londoner S-Bahn) insgesamt nur 35 Minuten. Für mich absolut wichtig, da ich die wenige Zeit, die mir in London blieb, auf keinen Fall an lange Wege verschwenden wollte. So war ich zusätzlich auch an den Wochenenden gut angebunden.
       
    Noch etwas habe ich bei der Suche gelernt: Sobald die Zwischenmiete offiziell bei der zuständigen Immobilienagentur eingetragen wird, fallen hierfür Gebühren an, die gut und gerne 400 GBP betragen. Außerdem werden über Gehaltsabrechnungen und Bankbelege der letzten drei Jahre bis hin zu Vermieter- und Arbeitgeberreferenzen alle erdenklichen Nachweise gefordert. Da ich fürchtete, die Agentur würde mein mageres Referendargehalt wohl kaum als ausreichende Sicherheit ansehen, versuchte ich verständlich zu machen, dass ich in London natürlich auch ein Gehalt bekommen würde. Auch suchte ich einen Ausweg dafür, meine etwas betagte deutsche Vermieterin um eine englischsprachige Referenz bitten zu müssen. Zum Glück blieb mir dies alles erspart, und es ergab sich in letzter Sekunde eine Lösung außerhalb des Kompetenzbereichs der Agentur. Hier hilft vor allem Kreativität.
       
    Der übrige organisatorische Aufwand war sehr überschaubar. Die zusätzliche Auslandskrankenversicherung schloss ich unkompliziert online ab. Vor Ort musste ich schließlich nur noch eine National Insurance Number beantragen – dies umfasste einen persönlichen Termin bei dem für mich zuständigen Londoner Job Center – und ein Konto eröffnen. Auch finanziell war der Aufenthalt gut zu bewältigen. Zu dem deutschen Referendargehalt kam ein kleines englisches Gehalt dazu, zudem gewährte mir das Land Rheinland-Pfalz, wie andere Bundesländer es ebenfalls handhaben, Trennungsgeld und eine Reisekostenerstattung.

    Arbeitsalltag Großkanzlei – »Maybe Julia can help«
    Von der ersten Sekunde an – ich hatte gerade erst die beiden Associates kennengelernt – war ich mitten drin. Zu meinem Einstand wurde die meist mehrmals wöchentlich stattfindende Besprechung des Kartellrechtsteams ausführlicher gestaltet und ich bekam anhand der Projektliste einen Überblick über die laufenden Projekte.
       
    Es war ein bunter Strauß aus Fusionen in den verschiedensten Phasen von Due Diligence über die weltweite Fusionskontrollprüfung bis hin zur Anmeldung bei nationalen Kartellbehörden, der Gründung eines Joint Ventures sowie verschiedenen allgemein kartellrechtlichen Fragestellungen. Dabei fungiert das Londoner Team stets als Schnittstelle und Koordinator. Es ist verantwortlich für die weltweite Fusionskontrolle und mögliche Anmeldungen und Verfahren. Zumeist – besonders in südamerikanischen und asiatischen Ländern – arbeitet es dabei mit lokalen Kanzleien zusammen. Nordamerika wird von den dortigen Fried-Frank-Teams in Washington und New York abgedeckt, mit denen ein täglicher Austausch besteht. Hinzu kamen Aufgaben aus dem Bereich »Business Development«. Hierunter fallen beispielsweise die Aktualisierung interner Datenbanken sowie das Verfassen von Artikeln, die als »News Alert« die Mandanten zu aktuellen Rechtsentwicklungen informieren.
       
    Bereits während der Besprechung stand fest, dass mir nicht langweilig werden würde. Bei vielen der für mich völlig neuen Projekte vermerkte mein Chef gegenüber den beiden Associates »Maybe Julia can help«. Damit war das Motto meiner Wahlstation geschaffen. Vom ersten bis zum letzten Tag sorgte dieser neue Lieblingssatz meines Chefs dafür, dass ich bei den meisten Projekten involviert war. Und das war das Beste, was mir passieren konnte. So bekam ich einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Projekte und Aufgaben und erlebte die Vielfältigkeit des Arbeitsalltags der Kartellpraxis.
       
    Getreu dem Motto arbeitete ich abwechselnd für die beiden Associates und meinen Chef. Mein Arbeitsalltag gestaltete sich abwechslungsreich. Neben den mir übertragenen Aufgaben war ich bei Telefonkonferenzen dabei, bei wichtigen Gesprächen fertigte ich Protokolle an. Das wurde besonders spannend und manchmal sogar nervenaufreibend, wenn die Teilnehmer der Telefonkonferenz mit mehr oder minder ausgeprägtem Akzent bei schlechter Tonqualität englische Fachtermini verwendeten. Auch an Gesprächen mit möglichen Geschäftspartnern oder einem informellen Mittagessen mit einem Mandanten nahm ich teil. Schließlich gehörte zum Arbeitsalltag die regelmäßige Teilnahme an sogenannten Lecture Series. Auch dies ermöglichte mir die Kanzlei. So hörte ich beispielsweise einen Vortrag von Prof. Dr. Dr. Baudenbacher, dem Präsidenten des EFTA-Gerichtshofs, zu »Shortcuts in Competition Law« vor der eindrucksvollen Kulisse der Gebäude der Gray’s Inn, einer der vier englischen Anwaltskammern.
       
    Eine meiner ersten Aufgaben war die Erstellung einer Produktmarktdefinition für Aluminium anhand von Entscheidungen der Europäischen Kommission sowie nationaler Kartellbehörden, insbesondere der britischen Competition and Market Authority (CMA). So erhielt ich einen ausführlichen Einblick in den Aluminiummarkt; ein Bereich der mir – wer hätte es gedacht – mangels Vorkenntnissen absolut fremd war. Entsprechend erschloss ich mir die Fachtermini, die die jeweiligen Produkte bezeichneten, anschaulich anhand von Bilddarstellungen. Für meine Kollegen war dies nicht das erste Projekt auf diesem Gebiet, sodass mein Chef sich nicht nur an einzelne Entscheidungen erinnerte, ihm waren sogar die einzelnen Produktgruppen und Kriterien geläufig. Dies half mir enorm weiter und ich überstand diese erste Aufgabe unbeschadet.

    Einige Wochen später konnte ich bei der Erstellung einer Produktmarktdefinition für einen bestimmten Bereich der Modebranche zur Hochform auflaufen. Einerseits war ich mittlerweile vertraut mit der Durchsicht der Entscheidungen und den hierfür verwendeten Portalen. Andererseits verstand ich bereits die Grundbegriffe. Im Zeitraffer schwirrten zahlreiche Bilder bunter Handtaschen, hübscher Kleidung, schicker Schuhe und funkelnden Schmucks durch meinen Kopf. So war es mir ein leichtes, anhand zahlreicher Entscheidungen der Kommission ein anschauliches Cluster der Produktgruppen zu erstellen. Mein Chef quittierte den Arbeitseinsatz scherzhaft mit »Now that it is about fashion, we can’t stop Julia.« Am Ende begeisterte dieses Projekt jedoch auch die in meiner Nähe sitzenden Kolleginnen, die nicht zum unmittelbaren Team gehörten. Für kurze Zeit waren wir einer Meinung mit Karl Lagerfeld: »Stress kennen wir nicht. Wir kennen nur Strass.«
       
    Darüber hinaus recherchierte ich zu verschiedenen kartellrechtlichen Fragestellungen und lernte einige Bereiche kennen, die äußerst praxisrelevant sind, jedoch in den universitären Unterlagen zum Kartellrecht ausgeklammert werden. Ich beschäftigte mich zum Beispiel mit Veräußerungszusagen und deren Ausgestaltungsmöglichkeiten und der Auswirkung von Veränderungen des Zusammenschlussvorhabens zwischen Unterzeichnung und Abschluss des Projektes auf eine bereits durchgeführte Anmeldung beim Bundeskartellamt. Im Rahmen der  Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens in Asien wurde ich mangels adäquater Hilfestellung von lokalen Anwälten zum »Korean Expert« ernannt.
       
    Meine erste Client Note schrieb ich zu wettbewerblich sensiblen Daten. Ein Mandant wollte wissen, welche Daten zu Verkäufen auf Onlineplattformen zur verkäuferspezifischen Marktanalyse verwendet werden und vor allem an Händler auf diesen Plattformen veräußert werden dürfen. Mein Rechercheergebnis stellte ich zugleich in einem an den Mandanten gerichteten E-Mail-Entwurf dar. Dabei lernte ich folgenden Grundsatz: »Just give the f … answer.« Ich hatte die Ergebnisse aus meinem Memo wie in einem wissenschaftlichen Aufsatz fein säuberlich strukturiert in mehreren Absätzen in eine E-Mail verpackt. Nach dem nicht böse gemeinten Hinweis meines Chefs fiel auch mir wie Schuppen von den Augen: Der Mandant zahlt, damit er schnell und kurz eine Antwort auf seine Frage bekommt. Detailliertere Ausführungen zu dieser Antwort folgen anbei lediglich für den Fall, dass der Mandant mehr erfahren möchte.
       
    Zugleich war ich auch an anderer Front gefordert. Bei der monatlichen Telefonkonferenz der Fried-Frank-Kartellpraxis kommen dieTeams aus London, New York und Washington zusammen, um das Tagesgeschäft sowie wichtige rechtliche Neuerungen zu besprechen. Letztere werden im Rahmen von Kurzvorträgen präsentiert. Gleich in meiner ersten Konferenz war ich auserkoren, die umstrittene Altice-Entscheidung der französischen Kartellbehörde darzustellen. Diese hatte wegen gun-jumpings eine Rekordgeldbuße von 80 Millionen EUR verhängt. Nun gab es hierzu zwar eine kurze englische Pressemitteilung der Kartellbehörde sowie einen etwas ausführlichen Artikel auf einer der einschlägigen Datenbanken, jedoch kam ich nicht umhin, mein sehr eingerostetes Schulfranzösisch auszupacken und mangels Übersetzung die etwa 30 Seiten umfassende Entscheidung im Original zu lesen. Allein deshalb ging mein Vortrag wohl als derjenige mit der längsten Vorbereitungszeit in die Fried-Frank-Geschichte ein.
       
    Über die gleiche Entscheidung berichtete ich auch im Rahmen eines Vortrages, den unser Team als Kartell-Update für die anderen Londoner Teams vorbereitet hatte. Es galt, die Kollegen für die Bedeutung des Kartellrechts zu sensibilisieren und zu zeigen, dass es wichtig ist das Kartell-Team von Beginn an in ein Projekt einzubeziehen. So hatte ich die Rechtsprechung der Altice-Entscheidung mit unseren Standardverträgen abgeglichen, um sicherzustellen, dass nicht bereits einzelne Vertragsklauseln als gun-jumping zu werten waren.
       
    Schließlich arbeiteten wir – quasi als Höhepunkt meiner Wahlstation – in meinen letzten Arbeitstagen unter Hochdruck an der Anmeldung einer Fusion beim Bundeskartellamt, die wir an meinem letzten Arbeitstag einreichten. Damit kam inklusive einiger Recherchearbeiten das deutsche Kartellrecht auch in London nicht zu kurz.
       
    Herausragend war für mich die Ausarbeitung eines Artikels, der als News Alert publiziert wurde. Die CMA hatte mit der ersten  Werbekampagne ihrer Geschichte auf ihr Bonusprogramm für Whistleblower aufmerksam gemacht. Mich führte dieses unkonventionelle Handeln der CMA gemeinsam mit meinem Chef und einem der Associates zu meiner ersten Publikation.

    Arbeitszeiten und Arbeitsatmosphäre – »Julia, what are you still doing here? Bedtime!«
    Damit zum vielleicht wichtigsten Teil, Arbeitszeiten und Atmosphäre. Die offiziellen Bürozeiten von Fried Frank London sind 9.30 – 17.30 Uhr. Morgens bedeutete das für mich als Langschläferin wahnsinnigen Luxus. Bezüglich des Feierabends hatte mein Chef von vorneherein klargestellt, dass er von mir keine Überstunden erwartete, schließlich gebe es in London vieles zu erleben. Letzteres stand außer Frage, aber ich war in London, um den Arbeitsalltag zu erleben. Das funktionierte in meiner Welt nur, wenn ich keine Zuschauerrolle einnahm und keine Sonderkonditionen beanspruchte. Ich wollte so gut es ging ein möglichst gleichwertiger Teil des Teams sein und so blieb ich auch nach 17.30 Uhr. Die gut gemeinten Versuche meines Chefs, mich nach Hause zu schicken schlug ich aus, denn das Arbeitspensum unseres Teams – ohne mich wie gesagt nur dreiköpfig – war wahnsinnig hoch. Da wollte ich keine Ausnahme sein.
       
    Die Projekte waren teilweise sehr umfangreich, an einem arbeiteten wir während der gesamten drei Monate, in denen ich Teil des Teams war, fast täglich. Hinzu kamen kleinere Projekte und kurzfristige Angelegenheiten. Dies war nicht planbar, vielmehr musste das Allermeiste direkt erledigt werden. Galt es innerhalb weniger Tage eine Stellungnahme für eine kartellbehördliche Prüfung zu fertigen und diese abzuwenden, wurden Nachtschichten eingelegt. Dabei kommt dem Begriff der Nachtschicht bei der allgemein schon hohen Zahl an Arbeitsstunden eine neue Bedeutung zu. Aber auch die entspannteren und ruhigeren Tage wusste unser Chef mit Arbeit zu füllen. Schließlich gab es interne Datenbanken, die aktualisiert werden mussten, Vorträge, die es vorzubereiten galt und rechtliche Neuerungen, über die unsere Mandanten in einem Artikel per News Alert informiert werden sollten.
       
    Ich arbeitete zwar bedeutend weniger als unsere Associates, kam aber dennoch des Öfteren in die Gelegenheit, die Annehmlichkeiten der abendlichen Überstunden in Großkanzleien zu genießen. Ab einer bestimmten Uhrzeit ging das Abendessen per Onlinebestellung und Lieferdienst auf Mandantenkosten, ebenso wie die Heimfahrt im Taxi. Eines Abends kam einer unserer Associates – nur unwesentlich älter als ich – an meinem Schreibtisch vorbei und forderte mich auf »Julia, what are you still doing here? It’s bedtime!«
       
    So kam der Humor im Team nie zu kurz. Die bereits erwähnte Präsentation unseres Teams für die Londoner Kollegen enthielt eine Folie, auf der die Köpfe der beiden Associates sowie der meinige in das Filmposter von Charlie’s Angels eingefügt waren. Die Überschrift war nach unserem Chef in »Toby’s Angels« umbenannt. Manchmal überwog aber auch Galgenhumor. Zum Beispiel rief eine von uns vorbereitete farblich abgesetzte Excel-Tabelle, die unsere Mandanten perfekt ausgefüllt zurücksendeten, bei unserer Associate wahre Begeisterungsstürme hervor: »I have never seen something more beautiful than this excel sheet.« Leider war das keine Ironie, meine Kollegen waren gewohnt, das solche Hilfestellungen unsererseits ignoriert wurden und uns alle Informationen nur scheibchenweise und teilweise in letzter Minute mitgeteilt wurden.
       
    Einen schönen Ausgleich boten zudem die von der Kanzlei organisierten Events, beispielsweise »Office Drinks« oder ein »Cheese and Wine Tasting« mit Quiz. Keine Frage, dass der erste Preis hierfür an unser Kartellrecht-Team ging. Die Vier-Liter-Rotweinflasche zierte einige Wochen den Schreibtisch unserer Associate. Aber auch über solche Veranstaltungen hinaus war die Stimmung in der Kanzlei teamübergreifend kollegial. Soweit die Zeit es zuließ, fanden sich gelegentlich einige Kollegen für ein gemeinsames Mittagessen in einem der zahlreichen nahegelegenen Restaurants oder auf einem der nahen Märkte. Auch abends ergaben sich einige Gelegenheiten, über die freitags obligatorischen After-Work-Drinks hinaus gemeinsam etwas zu unternehmen. Zum Beispiel nahm ich trotz mangelnder Kenntnisse zu »Coronation Street« und anderen britischen TV-Highlights mit einigen Kollegen an einem Pub Quiz teil.

    Fazit: die beste Wahlstation, die ich mir hätte wünschen können
    Ich bin froh, meinen lange gehegten Plan der Wahlstation in London in die Tat umgesetzt zu haben. Dank hilfsbereiter Kollegen und einem tollen Team habe ich mich schnell einarbeiten können, und auch mein Wunsch, ein Teil des Teams zu werden, hat sich erfüllt. Auch wenn die Arbeitstage stets gut gefüllt waren, war die Arbeit mit den erfahrenen Kollegen für mich inspirierend. Besonders deren Arbeitstempo beeindruckte mich und ich konnte mir einige Kniffe abschauen. So lernte ich nicht nur fachlich, sondern auch praktisch sehr viel.
       
    Zudem habe ich es genossen, London einmal nicht als Besucherin, sondern – zumindest für kurze Zeit – als Einwohnerin kennenzulernen. Zurück in meiner deutschen Heimatstadt vermisse ich nicht nurdie unglaubliche kulturelle und kulinarische Vielfalt. Ich vermisse auch Banalitäten wie den schellen Schritt, mit dem ich mich in London morgens den Fußgängern anschließen konnte. Hier bremst mich jeder zweite mit seinem gemütlichen Trott aus. Für mich war der Schritt ins Ausland jede Mühe wert und ein großer Gewinn.

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