Weniger Schutz für Wölfe: Bundesjagdgesetz wird geändert

In Europa steigt die Zahl der Wölfe – und parallel dazu die Zahl der Wolfsrisse. In Deutschland soll daher jetzt ein "regionales Wolfsmanagement" möglich sein. So sollen Problemwölfe leichter gejagt werden dürfen, um Weidetiere besser zu schützen.

Gemeinsam gegen Wölfe: Mit einem Maßnahmenbündel wollen Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundesumweltministerium für einen besseren Schutz von Herdentieren sorgen. Herzstück: Der Wolf soll ins Bundesjagdgesetz (BJagdG) aufgenommen werden.

Ländern soll damit ein regionales Bestandsmanagement ermöglicht werden. Sie sollen in Regionen mit hohen Wolfszahlen, in denen der günstige Erhaltungszustand festgestellt wurde, Managementpläne aufstellen können und so die Zahl der regional lebenden Wölfe regulieren dürfen.

Leichterer Abschuss

Erleichtert werden soll der Abschuss dort, wo Wölfe Herdenschutzmaßnahmen überwunden und Weidetiere verletzt oder getötet haben. Hier sollen sie unabhängig von ihrem Erhaltungszustand entnommen werden können. In Gebieten, in denen der Schutz der Weidetiere durch präventive Maßnahmen wie Zäune nicht möglich ist – etwa in den Alpen – sollen Wölfe auch präventiv abgeschossen werden dürfen, ohne dass es zuvor zu Wolfsrissen gekommen sein muss. Das Gebiet muss dazu von dem betreffenden Bundesland als Weidegebiet ausgewiesen worden sein.

Wo es möglich ist, soll weiterhin auf Herdenschutzmaßnahmen wie Zäune und Hütehunde gesetzt werden. Die Bundesregierung will weiterhin bei der Finanzierung helfen und diese erleichtern. Angedacht sind auch höhere Prämien.

Verboten bleiben das Zurschaustellen und der Handel mit toten Wölfen. Ein runder Tisch "Wald/Wild" soll den Wald-Wild-Konflikt unter die Lupe nehmen und bis Ende 2026 Ergebnisse vorlegen. Neben dem Landwirtschaftsministerium und dem Umweltministerium soll an diesem Wald-, Umwelt- und Jagdverbände sitzen. Die neuen Regelungen sollen in fünf Jahren überprüft werden. Die Bundesregierung soll dem Bundestag dann berichten, inwieweit sie sich bewährt haben.

Mehr Wölfe

Die Wolfsbestände in Europa sind in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen – von 11.200 Tieren im Jahr 2012 auf über 20.300 im Jahr 2023. In Deutschland gibt es vor allem in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen viele Wölfe.

Bereits Anfang des Jahres war der Wolf von "streng geschützt" auf "geschützt" in der Berner Konvention herabgestuft worden. Seither haben die EU-Mitgliedstaaten mehr Flexibilität beim Management der Wolfspopulationen. Mit der Frage, wann der Erhaltungszustand des Wolfes als "günstig" anzusehen ist, hat sich der EuGH mit Blick auf Estland im Juni beschäftigt.

Redaktion beck-aktuell, bw, 10. November 2025.

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