Nach Trump-Deal: US-Kanzlei Cadwalader verliert weitere 37 Anwälte

 Die US-Kanzlei Cadwalader, Wickersham & Taft verliert in einem fast beispiellosen Exodus nun auch 37 Anwältinnen und Anwälte an die Konkurrentin Orrick. Cadwalader erlebt starke Verwerfungen, seit die Kanzlei einen Pro-Bono-Deal mit der US-Regierung geschlossen hat.

Der Wechsel von 37 Anwältinnen und Anwälten von Cadwalader, Wickersham & Taft zur Konkurrentin Orrick markiert den jüngsten Schritt in einer Reihe von Umstrukturierungen bei der US-Kanzlei. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass die in New York ansässige Kanzlei bereits mehrere Teams an Wettbewerber verloren hatte – darunter im April 14 Anwältinnen und Anwälte aus dem Bereich Real Estate Finance an Sidley Austin und im Juni eine Prozessanwältin an Kaplan Martin. Im September eröffnete zudem Proskauer Rose ein Büro in Charlotte, ebenfalls mit früheren Cadwalader-Partnerinnen und -Partnern.

Laut Bloomberg Law hat die Kanzlei nun seit Jahresbeginn allein 33 Partnerinnen und Partner verloren. Reuters zufolge gehörte Cadwalader Anfang des Jahres zu den neun Kanzleien, die eine Vereinbarung mit Präsident Donald Trump geschlossen hatten. Die Kanzlei sagte zu, bestimmte Regierungsprojekte im Rahmen von Pro-Bono-Mandaten im Wert von 100 Millionen Dollar zu unterstützen, nachdem das Weiße Haus durch Verordnungen den Zugang anderer Kanzleien zu Behörden, Amtsträgerinnen und Amtsträgern sowie öffentlichen Aufträgen eingeschränkt hatte.

Das Wall Street Journal hatte im August darüber berichtet, dass die Kanzlei-Führung über den Umgang mit dem Trump-Deal zerstritten sei. Manche Partnerinnen und Partner hielten die Zusagen an die Regierung demnach für nicht umsetzbar und wehrten sich intern dagegen. Inwiefern die jüngsten Abgänge in einem Zusammenhang damit stehen, ist aber unklar.

Redaktion beck-aktuell, cil/mam, 8. Oktober 2025.

Mehr zum Thema