Umfrage: Zwei Drittel für "Nur Ja heißt Ja"

Die aktuelle Debatte um digitale sexuelle Gewalt rüttelt viele auf. In einer Umfrage spricht sich eine Mehrheit für strengere Regeln im Sexualstrafrecht aus.

67% der Deutschen würden es positiv oder eher positiv bewerten, wenn jede sexuelle Handlung ohne ausdrückliche Einwilligung unter Strafe gestellt werden würde. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Portals web.de News.

Damit befürwortet eine Mehrheit eine Verschärfung des Sexualstrafrechts nach spanischem Vorbild. Die sogenannte "Nur Ja heißt Ja"-Regelung ist dort seit 2022 gesetzlich festgeschrieben. Im deutschen Strafrecht gilt seit rund zehn Jahren der sogenannte "Nein heißt Nein"-Grundsatz: Jede sexuelle Handlung gegen den erkennbaren Willen einer Person steht unter Strafe.

Auf die Frage "Wie würden Sie es bewerten, wenn jede sexuelle Handlung ohne ausdrückliche Einwilligung in Deutschland unter Strafe gestellt werden würde?" antworteten lediglich 15% ablehnend. 18% waren unentschieden. Den Angaben nach wurden 5.000 Menschen im Zeitraum vom 25. bis 31. März 2026 befragt. 

Unterschiede zwischen Altersgruppen und Geschlechtern 

Auffällig sind Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während 74% der über 65-Jährigen laut Umfrage eine entsprechende Gesetzesänderung befürworten würden, sind es bei den 18- bis 29-Jährigen nur 58%. In dieser Altersgruppe lehnten 31% den Vorstoß ab – dreimal so viele wie bei den Älteren (10%).

Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede: 77% der befragten Frauen sprachen sich demnach für die Verschärfung aus, bei den Männern 60%. 19% der Männer lehnten eine "Nur Ja heißt Ja"-Regelung ab - fast doppelt so viele wie bei den Frauen (10%).

Angesichts der aktuellen Debatte über digitale Gewalt hatte die Grünen-Politikerin Ricarda Lang mit der Autorin Düzen Tekkal und der Aktivistin Kristina Lunz in der vergangenen Woche in einem Zehn-Punkte-Katalog gefordert, das Prinzip "Ja heißt Ja" im Sexualstrafrecht zu verankern.

Redaktion beck-aktuell, js, 1. April 2026 (dpa).

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