Meloni: "Abschiebelager in Albanien werden funktionieren"
Giorgia Meloni beim Parteitag der Fratelli d'Italia am 14. Dezember
picture alliance / SIPA | Francesco Fotia/AGF
Giorgia Meloni beim Parteitag der Fratelli d'Italia am 14. Dezember

Obwohl mehrere Gerichte dem bislang eine Absage erteilten, zeigt sich Italiens Regierungschefin überzeugt: Die Abschiebelager in Albanien sollen bald wie geplant arbeiten. Sie verweist dabei auch auf neue Pläne auf EU-Ebene und beschwert sich erneut über die Justiz.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gibt sich ungeachtet juristischer Rückschläge zuversichtlich, dass die von ihrer rechten Regierung vorangetriebenen Abschiebeeinrichtungen in Albanien wie geplant funktionieren werden. "Es läuft genau so, wie ich es euch immer gesagt habe: Die Zentren in Albanien werden funktionieren", sagte die Politikerin vor Anhängern bei einer Veranstaltung ihrer Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) in Rom.

Meloni verwies auf eine Verständigung in der EU auf eine härtere Linie beim Thema Migration. Die EU-Staaten hatten sich kürzlich in Brüssel darauf geeinigt, den Druck auf abgelehnte Asylbewerber zu erhöhen und effizienter abzuschieben. Rückführungszentren in Drittstaaten außerhalb der EU sollten künftig ebenfalls möglich sein, auch in Albanien. Die Pläne müssen allerdings noch endgültig verabschiedet werden.

Mehrere Gerichte stoppten Pläne bisher

Das Vorhaben der Regierung in Rom, in großem Stil abgelehnte Asylbewerber zurückzuschicken, noch bevor sie italienischen Boden betreten haben, kam bislang überhaupt nicht voran. Die Auslagerung von Entscheidungen über Asylanträge nach Albanien wurde durch mehrere Gerichtsurteile italienischer und europäischer Instanzen untersagt. Zuletzt hatte EuGH-Generalanwalt Richard de la Tour ín seinen Schlussanträgen Zweifel an Italiens Albanien-Modell aufgebracht.

Die Regierungschefin beschwerte sich nun erneut über "politisierte Urteile der Justiz". Das Projekt werde "dank der Richter" erst mit anderthalb Jahren Verspätung funktionieren, sagte Meloni.

Konkret geht es bei dem Projekt um ein Ende 2024 eröffnetes Aufnahmezentrum in der albanischen Hafenstadt Shengjin und das dazu gehörende Abschiebelager in Gjader. Bislang stehen die Anlagen weitgehend leer. Die Kosten werden aktuell auf etwa 130 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Das "Albanien-Modell" ist ein Prestigeprojekt von Melonis Dreier-Koalition.

Redaktion beck-aktuell, bw, 15. Dezember 2025 (dpa).

Mehr zum Thema