Indonesisches Verfassungsgericht lässt Sex außer Ehe erlaubt

Nur mit knapper Mehrheit hat Indonesiens Verfassungsgericht eine Petition abgelehnt, mit der Sex außerhalb der Ehe unter Strafe gestellt werden sollte. Im höchsten Gericht des südostasiatischen Landes stimmten am 14.12.2017 fünf Richter dagegen, vier dafür. Zugleich lehnten sie es ab, Sex zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern zu verbieten. Indonesien mit seinen mehr als 250 Millionen Einwohnern ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt.

Verstoß gegen Grundrechte

Die Petition war von einer Gruppe konservativer Akademiker eingereicht worden, die einige Regelungen aus dem Strafgesetzbuch gegen Ehebruch auch auf Sex außerhalb der Ehe ausweiten wollten. Die Verfassungsrichter sahen darin jedoch mit knapper Mehrheit einen Verstoß gegen bürgerliche Grundrechte, wie sie in der indonesischen Verfassung garantiert werden. Zudem erklärten sie sich unzuständig für Änderungen des Strafrechts.

Islamisierung nimmt zu

In Indonesien ist Sex außerhalb der Ehe grundsätzlich ebenso wenig strafbar wie Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Mann oder Frau und Frau. Ausnahme ist die autonome Provinz Aceh, wo die Scharia gilt. Dort werden Unverheiratete und homosexuelle Männer, die beim Sex erwischt wurden, in der Öffentlichkeit mit Peitschenhieben bestraft. Auch aus anderen Teilen des Landes wird zunehmend von einer Islamisierung berichtet.

Redaktion beck-aktuell, 14. Dezember 2017 (dpa).