Nach erfolgreichem Test: Mecklenburg-Vorpommern startet 2026 mit E-Examen

Mecklenburg-Vorpommern will ab Februar 2026 das Zweite juristische Staatsexamen auch digital anbieten. Beim Probelauf haben fast alle Referendarinnen und Referendare die elektronische Prüfungsform gewählt. Das Erste Staatsexamen soll 2027 folgen.

Der Probelauf für das elektronische Examen im juristischen Vorbereitungsdienst in Mecklenburg-Vorpommern ist erfolgreich abgeschlossen worden, wie das Justizministerium des Landes berichtet. Anfang Oktober schrieben 56 von 58 angehenden Juristinnen und Juristen ihr Probeexamen digital – nur zwei entschieden sich, per Hand zu schreiben. Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) sprach von einem "weiteren Meilenstein auf dem Weg der Digitalisierung der Justiz" und kündigte an, das E-Examen sei ab Februar 2026 als Regelbetrieb geplant.

Neben der Änderung der Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung seien auch technische Grundlagen geschaffen worden, und Prüferinnen und Prüfer seien im Umgang mit der neuen Korrektursoftware geschult worden – denn mit dem E-Examen werden auch E-Korrekturen eingeführt, so die Ministerin weiter.

Justizstaatssekretärin Babette Bohlen, zugleich Präsidentin des Landesjustizprüfungsamts, zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Ergebnis der Pilotphase. Sie erklärte, zahlreiche Referendarinnen und Referendare hätten bereits angekündigt, auch im kommenden Februar digital schreiben zu wollen. Perspektivisch plant das Justizministerium zudem, ab April 2027 auch das Erste Staatsexamen an der Universität Greifswald elektronisch einzuführen.

Das E-Examen wird in den Bundesländern unterschiedlich schnell eingeführt. In Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz können Referendarinnen und Referendare schon seit einiger Zeit digital schreiben, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hamburg haben 2024 nachgezogen und bieten inzwischen ebenfalls elektronische Prüfungen an. Auch Niedersachsen plant die Einführung des E-Examens.

Redaktion beck-aktuell, cil, 28. Oktober 2025.

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