Nach Sandwichwurf auf US-Grenzschützer: Die Grand Jury beißt nicht an

Ein ehemaliger Justizbeamter soll einen Sandwich auf Einsatzkräfte geworfen haben. Die Staatsanwaltschaft strebte zunächst eine Anklage wegen schwerer Körperverletzung an. Doch die Grand Jury entschied anders.


Wie CNN berichtet, hat die US-Bundesstaatsanwaltschaft einen früheren Justizbeamten aus Washington, DC nach einem Vorfall mit einem Sandwich nur noch wegen eines Vergehens angeklagt. Zuvor hatte eine Grand Jury die von der Staatsanwaltschaft angestrebte Anklage wegen schwerer Körperverletzung abgelehnt. Die Entscheidung reduziert das mögliche Strafmaß von acht Jahren auf maximal ein Jahr Freiheitsstrafe.

Dem Beschuldigten, Sean Charles Dunn, wird vorgeworfen, Anfang August einen Sandwich auf einen Beamten der Zoll- und Grenzschutzbehörde geworfen und die Einsatzkräfte dabei lautstark, unter anderem als "Faschisten", beleidigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst eine Anklage wegen eines schweren Angriffs auf einen Bundesbeamten vorbereitet, musste nach der Entscheidung der Grand Jury jedoch auf eine Anklage wegen einer geringeren Straftat ausweichen.

Richter statt Grand Jury

Da die Grand Jury keine Anklage wegen eines Verbrechens erhoben hat, reichte die Staatsanwaltschaft die Anklage nun per sogenannter "information" ein. Dieses Verfahren erlaubt es, ohne erneute Einschaltung einer Grand Jury direkt vor den zuständigen Bundesrichter zu treten. Der Richter prüft, ob ein hinreichender Tatverdacht besteht und das Verfahren eröffnet werden kann. Dunn hat bislang keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben. Das Verfahren wird nun vor einem Bundesrichter in Washington, DC, fortgesetzt.

Dunn wurde am 10. August festgenommen, nachdem er den Sandwichwurf begangen haben soll. Nach Angaben seines Anwalts wurde er am nächsten Morgen wieder auf freien Fuß gesetzt. Später versuchte Dunn, sich mit anwaltlicher Unterstützung zu stellen, wurde jedoch von einem Großaufgebot an Einsatzkräften in seiner Wohnung festgenommen. Die Festnahme wurde von den Behörden öffentlichkeitswirksam inszeniert und in sozialen Medien verbreitet.

Redaktion beck-aktuell, cil, 29. August 2025.

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