Das Urteil gegen Michael Pratt, der Betreiber der ehemaligen Pornoseiten "GirlsDoPorn" und "GirlsDoToys", lautet auf Menschenhandel und Verschwörung, wie heise-online berichtet. 27 Jahre soll er dafür in Haft, danach zehn Jahre überwacht werden.
Nach den Ermittlungen hatten Pratt und seine Mitarbeitenden zahlreiche junge Frauen über irreführende Kleinanzeigen angeworben. Ihnen wurde zugesichert, die pornografischen Filme würden ausschließlich in Australien auf DVD erscheinen. Stattdessen veröffentlichte das Unternehmen die Aufnahmen auf den eigenen Webseiten; teilweise auch auf großen Pornoportalen. Frauen, die abbrechen wollten, wurden bedroht.
Wie heise-online meldet, berichteten rund 40 Frauen vor der Strafverkündung über die Folgen, die die Taten für sie hatten: Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen, Suizidversuche, Drogenprobleme sowie der Verlust von Arbeit und Beziehungen. Manche gaben an, sie hätten ihre Namen geändert oder plastische Operationen vornehmen lassen, um nicht erkannt zu werden.
Verzicht auf Berufung, nur Strafmaß anfechtbar
Pratt, zuvor eine der meistgesuchten Personen des FBI, war 2022 in Spanien festgenommen worden. Er gestand die Taten und verzichtete auf eine Berufung. Rechtsmittel wurden ihm nur gegen die Strafhöhe zugestanden, sofern diese über den Antrag der Anklage hinausging. Diese Möglichkeit steht ihm nun offen, im Gegenzug kann die Staatsanwaltschaft dann aber laut heise-online die Bestätigung der höheren Strafe verlangen.
Mehrere Beteiligte waren bereits zuvor verurteilt worden. Ein Produzent erhielt 2021 eine Haftstrafe von 20 Jahren, ein enger Mitarbeiter im Vorjahr 14 Jahre und ein Kameramann 2022 vier Jahre.


