Die Moderatorin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, dass er unter Verwendung ihres Namens Fake-Accounts auf sozialen Medien erstellt und über diese Accounts gefälschte Nacktfotos und pornografische Videos von ihr versendet habe. Auch soll Ulmen sich als Fernandes ausgegeben und sich in dieser Rolle mit anderen Männern zum Telefonsex verabredet haben.
Nach der Veröffentlichung dieser Vorwürfe – zunächst in einem Bericht des Spiegel – werden nun Forderungen nach einem besseren Schutz vor "digitaler Gewalt" laut.
"Digitale Gewalt ist reale Gewalt"
Digitale Gewalt wie im Fall Fernandes müsse "in ihrem schwerwiegenden Ausmaß anerkannt" werden, fordert der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb). Revenge Porn, nicht-einvernehmliche Nacktaufnahmen oder sexualisierte Deepfakes verletzten das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Der Gesetzgeber müsse diese Gewaltform "endlich strafrechtlich umfassend abbilden" und einen gewaltfreien digitalen Raum schaffen. Dazu müssten auch Plattformen zur Verantwortung gezogen und die geschlechtsspezifische Dimension von KI-Systemen reguliert werden, meinen die Juristinnen. Digitale Gewalt betreffe vor allem Frauen. Sie sei real und führe zu erheblichen Folgen für Betroffene.
Auch das Bayerische Justizministerium fordert dazu auf, bestehende Strafbarkeitslücken zu schließen. Schon seit Juli 2025 liege ein Gesetzentwurf aus Bayern zum strafrechtlichen Schutz von Persönlichkeitsrechten vor. Justizminister Georg Eisenreich (CSU) drängt den Bundesgesetzgeber nun zum Handeln. "Der Schutz von Frauen und Mädchen duldet keinen Aufschub".
Daneben setzt sich Eisenreich für weitere Maßnahmen ein. Die Betreiber von Online-Plattformen müssten für systemische Mängel bei der Entfernung strafbarer Nutzerinhalte auf ihren Plattformen verantwortlich gemacht werden. Auch sei eine Verschärfung des DSA in Betracht zu ziehen. Es fehle vor allem an einer fristgebundenen Löschpflicht für Plattformen bei illegalen Inhalten.


