Staatsanwaltschaft will Teile der Anklage gegen Klette einstellen

Bewegung im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette: Die Staatsanwaltschaft beantragt, einige der Vorwürfe zumindest vorläufig zu streichen. Man möchte dabei auch Zeugen schonen, so die Strafverfolger.

Im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette will die Staatsanwaltschaft zu fünf Raubüberfällen nicht
weiter verhandeln. Den entsprechenden Antrag auf vorläufige Einstellung stellten die Ankläger am Mittwoch im LG Verden, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Ziel der Maßnahme sei es, möglichen Zeugen eine Aussage vor Gericht zu ersparen.

Über den Antrag, der das Verfahren auch beschleunigen könnte, hatte zuvor das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Konkret wegfallen sollen die Vorwürfe zu Raubüberfällen in Löhne, Celle, Stade, Elmshorn und Northeim. Eine Entscheidung über den möglichen Wegfall der Anklagepunkte könnte es schon in der nächsten Woche geben, wie die Gerichtssprecherin sagte.

Raubüberfälle in mehreren Bundesländern

Daniela Klette steht seit März vor Gericht, weil sie gemeinsam mit ihren mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub zwischen 1999 und 2016 mehrere Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein überfallen haben soll, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Dabei soll die
Bande mehr als 2,7 Millionen Euro erbeutet haben, von den Komplizen fehlt weiter jede Spur.

Sollten die fünf Vorwürfe wegfallen, blieben acht Überfälle auf Geldtransporter und Supermärkte noch Gegenstand vor Gericht. Der Prozess gegen die 67-Jährige ist nach bisheriger Planung noch bis Mitte nächsten Jahres terminiert.

Redaktion beck-aktuell, js, 12. November 2025 (dpa).

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