Protest gegen Trump-Regierung: Staatsanwälte treten zurück

Nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten in Minnesota verlassen sechs Staatsanwälte ihre Posten. Grund sei die Entscheidung der Regierung, nicht gegen den Schützen, sondern gegen die Witwe des Opfers vorzugehen.

Aus Protest gegen den Umgang der US-Regierung mit der Tötung von Renée Good durch einen Beamten der Einwanderungsbehörde ICE in Minnesota haben mehrere ranghohe Staatsanwälte ihre Ämter niedergelegt. Nach übereinstimmenden Medienberichten traten mindestens sechs Staatsanwälte im Bundesstaat Minnesota zurück.

Anlass ist die Entscheidung der Regierung von US-Präsident Donald Trump, keine strafrechtlichen Ermittlungen gegen den beteiligten ICE-Beamten einzuleiten, stattdessen jedoch die Witwe des Opfers zu überprüfen. Vergangene Woche hatte der ICE-Beamte Jonathan Ross die US-Staatsbürgerin Renée Good in Minnesota erschossen.

Regierungsvertreter warfen der 37-Jährigen vor, sie habe versucht, den Beamten zu überfahren. Videoaufnahmen des Vorfalls zeigen jedoch, dass der Beamte seitlich neben dem Fahrzeug stand, als dieses von ihm wegfuhr und der Schuss fiel. Der Vorfall löste Proteste aus und sorgte in mehreren Städten für Anspannung. 

Trump: "TAG DER ABRECHNUNG UND DER VERGELTUNG NÄHERT SICH!" 

Das Vorgehen wird weithin als deutliches Misstrauensvotum der Staatsanwälte gegen das Ministerium angesehen. Zu  den zurückgetretenen Staatsanwälten gehört auch Joseph H. Thompson, zuletzt Vizechef der US-Staatsanwaltschaft in Minnesota, der zuvor Ermittlungen zu einem großangelegten Sozialbetrug in dem Bundesstaat geleitet hatte.

Minnesotas Gouverneur Tim Walz schrieb auf X, die Rücktritte seien "das jüngste Anzeichen dafür, dass Trump unparteiische Karrierefachleute aus dem Justizministerium verdrängt und sie durch seine Schmeichler ersetzt".

Nachdem der Bundesstaat Minnesota eine Klage gegen die Einwanderungsbehörde eingereicht hatte, verteidigte Trump die ICE-Beamten und bezeichnete sie auf seiner Onlineplattform Truth Social als "Patrioten". In Versalien schrieb er an die Einwohner Minnesotas: "DER TAG DER ABRECHNUNG UND DER VERGELTUNG NÄHERT SICH!" Dem US-Sender CNN zufolge ist für Mittwoch eine Anhörung in dem Fall angesetzt.

Redaktion beck-aktuell, js, 14. Januar 2026 (dpa).

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