"OffeneUrteile" startete den Aufruf auf LinkedIn: "Wir suchen Deine Geschichte! Das Urteil, das mein Leben verändert hätte - aber nicht öffentlich war." Die Leserinnen und Leser werden aufgefordert, ihre Erlebnisse als Kommentar oder Direct Message zu hinterlassen. Die Geschichten sollen nach dem Willen der Initiative zeigen, dass die Veröffentlichung möglichst vieler Urteile wichtig ist.
Nach Schätzungen von "OffeneUrteile" werden in Deutschland nur zwischen 1% und 3% der Gerichtsurteile veröffentlicht. Um für mehr Transparenz in der Rechtsprechung zu sorgen, haben der gemeinnützige Verein openJur, die KI-Rechercheplattform Anita, die Rechtsinformationssysteme von dejure.org, die Transparenzinitiative FragDenStaat sowie Transparency International Deutschland im November 2025 die Initiative "OffeneUrteile" ins Leben gerufen.
Bürgerinnen und Bürger, die ein Interesse an der Veröffentlichung eines bestimmten Urteils haben, können über die Internetseite der Initiative das Aktenzeichen anfragen. Die Initiative gibt an, dann die Gerichtsverwaltung zu kontaktieren und sich um die Kommunikation zu kümmern. Sobald die Entscheidung vorliege, solle sie kostenlos für alle in der Datenbank von openJur veröffentlicht werden. Bisher habe die Initiative schon an die 2.000 Urteile angefragt.
Darüber hinaus plant "OffeneUrteile" nach eigenen Angaben, rund eine Million Gerichtsurteile auf eigene Initiative anzufragen und diese anschließend auf openJur zur Verfügung zu stellen.


