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Nach Sterbehilfe: Niederländische Ärztin freigesprochen

Nach der aktiven Sterbehilfe bei einer demenzkranken Frau ist eine niederländische Ärztin vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Die Ärztin habe sorgfältig nach den gesetzlichen Regeln gehandelt, urteilte ein Gericht am 11.09.2019 in Den Haag. Es war der erste Strafprozess zur aktiven Sterbehilfe seit der Legalisierung in den Niederlanden 2002.

Widersprüchliche Angaben zu Sterbewunsch

Die Ärztin hat das Leben einer 74-Jährigen im April 2016 beendet. Die Frau hatte eine Patientenverfügung unterzeichnet, kurz nachdem man bei ihr Alzheimer festgestellt hatte. Jahre später aber, als sie bereits schwer erkrankt war, hatte sie widersprüchliche Angaben zu ihrem Sterbewunsch gemacht. Nach Abstimmung mit den Angehörigen beschloss die Ärztin, das Leben der Frau zu beenden.

Urteil mit Signalwirkung

Die Staatsanwaltschaft hatte einen Schuldspruch gefordert, allerdings ohne weitere Strafe. Die Ärztin hätte zunächst ein Gespräch mit der Patientin führen müssen. Das aber ließ das Gericht nicht gelten. Das Urteil wird als wichtiges Signal gewertet für die Fälle, dass Patienten ihren Sterbewunsch nicht mehr äußern können.

Als erstes Land der Welt aktive Sterbehilfe ermöglicht

Die Niederlande hatten als erstes Land der Welt die aktive Sterbehilfe unter strengen Bedingungen ermöglicht. Danach muss ein Patient unerträglich und aussichtslos leiden, er muss selbst ausdrücklich um Sterbehilfe gebeten haben und ein zweiter Arzt muss konsultiert werden.

Aus der Datenbank beck-online

Hoven, Suizidbeihilfe in Deutschland. Die Perspektive der Strafrechtswissenschaft, MedR 2018, 741

Aus dem Nachrichtenarchiv

Ärztepräsident warnt vor Aufweichung des Sterbehilfeverbots, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 08.05.2019, becklink 2013046

BVerfG verhandelte zwei Tage über ärztliche Suizidhilfe, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 18.04.2019, becklink 2012905

BGH bejaht Wirksamkeit einer Patientenverfügung zum Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 13.12.2018, becklink 2011739

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 11. September 2019 (dpa).

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