Überfall war erfunden: Haftstrafe für Bankmitarbeiterin

Eine junge Bankmitarbeiterin meldet einen Überfall, bei dem fast eine halbe Million Euro verschwindet. Doch dann kommen Zweifel auf. Jetzt ist sie selbst als Täterin verurteilt worden.

Das LG München I hat eine junge Bankangestellte wegen Diebstahls, Vortäuschens einer Straftat und Missbrauchs von Notrufen zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren 6 Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Gericht sah es nach fünf Verhandlungstagen als erwiesen an, dass die Frau einem unbekannten Mittäter den Zutritt zu den Tresorräumen der Bank ermöglichte, in der sie damals beschäftigt war, und dass dieser Mittäter mehr als 450.000 Euro stahl.

Die Bankangestellte drückte anschließend den Alarmknopf und gab gegenüber ihrer Arbeitgeberin und der Polizei an, sie sei überfallen worden. Damit löste sie einen Großeinsatz aus, in dessen Rahmen zwei Männer festgenommen wurden, die auf ihre angebliche Täterbeschreibung passten. All das hat die heute 23-Jährige vor Gericht gestanden. Wer ihr Mittäter war, mit dem sie den Tatplan gemeinsam gefasst hatte, sagte sie nicht.

Ihr drei Jahre jüngerer Freund, der laut Anklage Geld aus dem Diebstahl bekommen hatte und wegen Begünstigung angeklagt war, bekam als Heranwachsender einen Dauerarrest von vier Wochen, den er jedoch durch die Untersuchungshaft bereits abgesessen hatte. Bei ihm waren 100.000 Euro gefunden worden - ganz klassisch in der Matratze versteckt. Wo der Rest der Beute ist, ist bis heute unbekannt.

Redaktion beck-aktuell, kw, 25. September 2025 (dpa).

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