Gericht verurteilt Israel: Palästinensische Häftlinge müssen genug Essen bekommen

Seit dem Gaza-Krieg klagen palästinensische Häftlinge über Mangelernährung. Jetzt bezieht Israels Höchstes Gericht Position – und sorgt für heftige Reaktionen rechter Politiker.

Die israelische Gefängnisbehörde ist nach einer Entscheidung des Höchsten Gerichts dazu verpflichtet, palästinensische Sicherheitshäftlinge mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Hintergrund war eine Petition des israelischen Bürgerrechtsverbands (ACRI), wie israelische Medien berichteten.

Der Verband hatte berichtet, seit Beginn des Gaza-Kriegs vor fast zwei Jahren hätten sich die Haftbedingungen für palästinensische Gefangene stark verschlechtert. Viele seien stark unter- und mangelernährt. Unter den Häftlingen in israelischen Gefängnissen sind nach Medienberichten auch Teilnehmer des beispiellosen Massakers im israelischen Grenzgebiet am 7. Oktober 2023, bei dem 1.200 Menschen getötet und 250 weitere verschleppt worden waren.

Der ultrarechte Polizeiminister Itamar Ben-Gvir warf dem Gericht vor, es schütze "abscheuliche Mörder, Entführer und Vergewaltiger". Die Geiseln der islamistischen Terrororganisation Hamas hätten dagegen keinen solchen Schutz, schrieb er in einem Post auf der Plattform X. "Wir werden den in Gefängnissen Inhaftierten weiterhin die vom Gesetz vorgeschriebenen Minimalbedingungen gewähren", erklärte Ben-Gvir.

Der israelische Justizminister Jariv Levin verglich die obersten Richter nach Angaben des Nachrichtenportals ynet mit Jurymitgliedern bei der Kochshow MasterChef und beschrieb sie höhnisch als "die obersten Diätassistenten". Levin ist treibende Kraft hinter den Bemühungen der Regierung, mit einem Justizumbau die Macht des Höchsten Gerichts zu schwächen.

Redaktion beck-aktuell, bw, 8. September 2025 (dpa).

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