Günstiger und schneller: Bundestag beschließt "Bau-Turbo"

Mit Sonderregeln soll das Bauen von Wohnungen beschleunigt werden. Was sich durch den "Bau-Turbo" für Wohnungsbau und Genehmigungen ändert.

Der Bundestag hat einen Gesetzentwurf der Bundesregierung für schnelleres Bauen beschlossen, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Der sogenannte Bau-Turbo sieht befristete Sonderregelungen im Baugesetzbuch vor und soll schnellere Planungen und Genehmigungen ermöglichen.

Wohngebäude sollen mit Zustimmung der Gemeinde auch dann errichtet werden dürfen, wenn dafür von Bebauungsplänen abgewichen wird oder noch kein Bebauungsplan vorliegt. Einen solchen Plan zu erstellen, kann inklusive vorgeschriebener Bürgerbeteiligung Jahre dauern.

Bauministerin Verena Hubertz (SPD) sagte im Bundestag, mit der Reform werde vieles günstiger und schneller gehen. Es geht dabei nicht nur um den Neubau, sondern auch die Erweiterung von Wohngebäuden oder die Umwidmung von Flächen. Die konkrete Regelung soll bis Ende 2030 befristet sein.

Gegen die Wohnungsnot 

Mehr neue Wohnungen sind erklärtes Ziel der neuen Bundesregierung. Die SPD-geführte Vorgängerregierung hatte 400.000 neue Wohnungen in Deutschland pro Jahr versprochen, dieses Ziel aber nie erreicht. Im vergangenen Jahr waren 251.900 Wohnungen in Deutschland fertiggestellt worden und damit so wenig wie seit 2015 nicht mehr. Die amtierende Bundesregierung will dies mit dem "Bau-Turbo" ändern.

Privaten wie professionellen Bauherren machen die rapide gestiegenen Baupreise zu schaffen, während sich die Kreditzinsen auf erhöhtem Niveau eingependelt haben. In Deutschland fehlen nach Expertenschätzung Hunderttausende Wohnungen. Das Ifo-Institut erwartet, dass dieses Jahr nur 205.000 Wohnungen fertiggestellt werden.

Die jüngsten Zahlen zu Baugenehmigungen machen aber etwas Hoffnung, dass der Wohnungsbau aus der Krise kommt, denn die bisherige Jahresstatistik fällt positiv aus: Von Januar bis einschließlich Juli 2025 wurde der Neubau und Umbau von 131.800 Wohnungen genehmigt. Das waren 6,6% oder 8.200 Wohnungen mehr als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres.

Redaktion beck-aktuell, kw, 9. Oktober 2025 (dpa).

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