Ein neues Projekt der britischen Regierung richtet das "wachsame Auge der Bewährungshilfe" auf verurteilte Straftäter, und das, "wo auch immer sie sind". Der britische Staatssekretär für Gerichte und Justiz, James Timpson, sieht eine Chance, die "analoge Justiz" in ein neues digitales Zeitalter zu katapultieren, wie die Seite Legal Cheek berichtet.
Im Zentrum des Konzepts steht eine App, die regelmäßige Video-"Check-Ins" von den Straftäterinnen und Straftätern erfordert. Das System soll Gesichtserkennung einsetzen und die Verurteilten über ihr Verhalten und ihre jüngsten Aktivitäten befragen. "Verdächtige Antworten" oder Manipulationsversuche lösten dann bei menschlichen Bewährungshelfern "roten Alarm" aus, damit diese direkt eingreifen können. Gepaart werde das mit klassischen Maßnahmen wie GPS-Sendern und persönlichen Terminen mit der Bewährungshilfe.
Nationaler KI-Plan in Aktion
Das Programm wird bereits testweise in vier Regionen des Landes eingesetzt: South West, North West, East of England sowie Kent, Surrey und Sussex. Es folgt einer Initiative des Justizministeriums, das acht Millionen Pfund für verstärkte Sicherheit auf den Straßen aufgewendet haben soll, vor allem durch größer angelegte Überwachung. Eine von vielen Konsequenzen des "AI Opportunities Action Plan" – einem Regierungsprogramm, das Großbritannien zu einer "KI-Supermacht" aufsteigen lassen soll, so Premier Keir Starmer im Januar.
Dem Bericht zufolge ist die Justiz bereits mit führenden Tech-Unternehmen im Gespräch, um den KI-Einsatz auszubauen – so etwa KI-gesteuerte Heimüberwachung oder synthetische Gehirnzellen, die illegalen Drogenkonsum aufspüren könnten. "Es sind kühne Ideen wie diese, die uns bei aktuellen Herausforderungen helfen. Wir beschützen die Gesellschaft, unterstützen das Personal und machen unsere Straßen sicherer", so Timpson.


