Bei den Kanzleien in diesem Jahr besonders beliebt: Wunschzettelbaum-Aktionen. In vielen Sozietäten steht im Foyer ein Weihnachtsbaum – geschmückt mit Kärtchen, auf die benachteiligte Personengruppen ihre individuellen Wünsche schreiben. Mitarbeitende wählen einen Wunsch aus, besorgen das entsprechende Geschenk, verpacken es und geben es an die Organisation zurück, die die Verteilung übernimmt. Im Gegensatz zu unpersönlichen Geldspenden oder Geschenken, die die Beschenkten überhaupt nicht benötigt, können so ganz persönliche Herzenswünsche erfüllt werden.
Ein Baum, viele Herzenswünsche
Hogan Lovells hat gleich an mehreren Standorten Wunschzettelbäume aufgestellt. In Düsseldorf gehen die Geschenke an Kinder, in Hamburg unter anderem an die Hamburger Tafel. In Frankfurt am Main ist der Baum mit roten Kugeln zu fünf bis 50 Euro behängt. Die Einnahmen gehen an Soziale Tier‑Not‑Hilfe Frankfurt e.V. sowie Hunde in Not Rhein‑Main. In München packen die Anwältinnen und Anwälte Pakete für die Tafel sowie Kleinigkeiten für Seniorinnen und Senioren. In Berlin gibt es Geschenke für Obdachlose im Café Treffpunkt.
Freshfields berichtet von Wishing Trees, die Kinderwünsche in Frankfurter Frauenhäusern erfüllen. Auch bei Hengeler Mueller werden seit vielen Jahren an mehreren Standorten Wunschzettelbäume aufgestellt. Die Geschenke kommen Kindern und Jugendlichen in Heimen sowie Hilfsorganisationen für Frauen vor Ort zugute. Noerr sammelt an mehreren Standorten Weihnachtsgeschenke für Kinderwohnprojekte.
Die Aktionen von Baker McKenzie kommentiert Managing Partner Dr. Alexander Wolff gegenüber beck-aktuell: "Weihnachten ist für uns nicht nur eine Zeit der Besinnung, sondern auch des Engagements. Mit Initiativen wie dem Wunschzettelbaum für die Arche in Frankfurt und Düsseldorf, kulturellen Aktionen für Kinder in München und dem Engelsbaum in Berlin möchten wir ein Zeichen der Solidarität setzen."
Weihnachtskarten an inhaftierte Anwälte
Hogan Lovells beteiligt sich standortübergreifend an der Kartenktion Lawyers for Lawyers. Die Anwältinnen und Anwälte verschicken Karten mit solidarischen Botschaften an fünf unschuldig inhaftierte Anwältinnen und Anwälte. Darunter Hoda Abdel-Moneim in Ägypten, Arnon Nampa in Thailand und Mohammad Najafi im Iran.
Marion Fischer, Counsel Responsible Business, betont gegenüber beck-aktuell: "Gerade in der Weihnachtszeit sind wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung besonders bewusst und froh, dass wir deutschlandweit so viele verschiedene Organisationen unterstützen können. Ungemein stolz sind wir dabei auf das überdurchschnittliche Engagement unserer Mitarbeitenden, die die vielfältigen Aktionen in unseren fünf deutschen Büros initiieren und organisieren."
Einfach mal zurückgeben
Freshfields veranstaltet unter anderem eine Spendenaktion zugunsten eines Münchner Waisenhauses. Die Anwältinnen und Anwälte der internationalen Wirtschaftskanzlei packen zudem Weihnachtstüten für wohnungslose Menschen in Berlin. In Düsseldorf veranstaltete die Kanzlei eine Nikolausfeier mit Kindern und Jugendlichen der integrativen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Raphael Haus. Zudem gibt es ein Matched-Giving-Programm, über das Freshfields Mitarbeiterspenden verdoppelt.
Bei Freshfields in Berlin steht Weihnachten auch unter dem Schlagwort Community Impact. Die Anwältinnen und Anwälte unterstützten die Suppenküche im Franziskanerkloster Pankow mit Waffeln, im Elisabethstift Kinderheim hoben sie einen Sandkasten aus, im Kinderschutz‑Zentrum Berlin wurden die Wände frisch gestrichen und in der Flüchtlingsunterkunft Bäkestraße in Berlin reparierten sie Kinderfahrräder.
Noerr verweist auf das Noerr KinderCamp in Thalgau am Fuschlsee, das seit 2011 besteht und das die Partnerinnen und Partner sowie Mitarbeitenden auch zu Weihnachten im Rahmen einer Spendenaktion unterstützen. Gemeinnützige Organisationen aus Deutschland, Rumänien und Österreich entsenden jedes Jahr Kinder für jeweils eine Woche in das Feriencamp. Mehr als 2.000 Kinder haben dort seit 2011 ihre Ferien verbracht. Rund 450 Beraterinnen und Berater griffen dazu im Gründungsjahr zu Säge, Hammer und Pinsel, um den farbenfrohen Grundstein für das Feriencamp zu legen.
Pro bono: Housing First
Im Bereich pro bono erstritt Hengeler Mueller erst kürzlich ein Grundsatzurteil zu Housing First, also zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit. Die Kanzlei unterstützte den Verein asphalt e.V. in einem Verfahren gegen eine Wohnungseigentümergemeinschaft und hatte Erfolg. Das AG Düsseldorf stellte klar, dass die Verweigerung der Zustimmung für eine Housing-First-Nutzung eines legitimen Grundes bedürfe. Pauschale Vorbehalte gegenüber ehemals obdachlosen Personen genügten hierfür ebenso wenig wie der Wunsch, eine bestimmte Sozialstruktur zu erhalten.
Der verantwortliche Partner, Prof. Dr. Dirk Uwer, begrüßte die Entscheidung des AG Düsseldorf: "Mit dem Housing‑First‑Konzept verfolgt der Verein einen wissenschaftlich anerkannten Ansatz, der sich bereits mehrfach als nachhaltig wirksam in der Bekämpfung von Obdachlosigkeit erwiesen hat."
Tombola und Spenden
Die Tombola‑Einnahmen der Weihnachtsfeier von Baker McKenzie fließen dieses Jahr an Lichtblick e.V., um Seniorenarmut zu bekämpfen. "Es ist uns wichtig, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und Menschen in unserer Gesellschaft zu unterstützen", erklärt Managing Partner Dr. Alexander Wolff gegenüber beck-aktuell.
GÖRG hat als Weihnachtsspende 10.000 Euro an das Frauenhaus Lilith und den 17‑Ost Tagestreff für Frauen des Diakonischen Werks in Frankfurt und Offenbach gespendet. Die Weihnachtsspende hat dabei lange Tradition: Jedes Jahr wählen Mitarbeitende an einem der fünf Standorte soziale Projekte aus, die die Partnerschaft in der Weihnachtszeit mit einer größeren Spende unterstützt.
Dr. Marcus Richter, Managing Partner bei GÖRG, erzählt beck-aktuell: "Mit unserer Weihnachtsspende unterstützen wir in diesem Jahr zwei Einrichtungen, die Frauen in herausfordernden Lebenslagen Schutz, Orientierung und neue Perspektiven bieten. Wir hoffen, dass wir mit unserer Spende den betroffenen Frauen helfen können und sagen Danke an diejenigen, die sich in diesen beiden Projekten engagieren."


