beck-aktuell_Logo_Welle_trans
beck-aktuell Aufmacherbild

Gesetz gegen Lieferengpässe bei Arzneimitteln beschlossen

Im Kampf gegen Lieferengpässe bei Medikamenten hat der Bundestag am 13.02.2020 Änderungen des Arzneimittelgesetzes beschlossen. Pharmafirmen können künftig von den Behörden verpflichtet werden, über Lagerbestände, Produktion und Absatzmenge bestimmter Arzneimittel zu informieren. Bei Engpässen kann angeordnet werden, dass die Firmen oder Arzneimittelgroßhändler größere Mengen dieser Präparate auf Vorrat lagern müssen.

Unsicherheiten durch Produktion im Ausland

Der Apothekerverband ABDA warnt immer wieder vor Lieferengpässen bei gängiger Medizin wie Schilddrüsenarzneien, Medikamenten gegen Gicht oder Ibuprofen-Schmerzmitteln. Es gibt viele Ursachen. Wirkstoffe würden aus Kostengründen oft in anderen Ländern wie China oder Indien produziert. Stehe dort die Produktion zeitweilig still oder werde eine Charge aus Qualitätsgründen nicht freigegeben, treffe das auch große Hersteller in Europa.

Beirat soll Versorgungslage ständig beobachten

Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) soll nun ein Beirat eingerichtet werden, der die Versorgungslage ständig beobachtet. Das BfArM soll auf seiner Internetseite eine stets aktualisierte Liste sogenannter versorgungsrelevanter und versorgungskritischer Wirkstoffe veröffentlichen. Für Patienten wichtig: Sollte es zu Lieferschwierigkeiten bei bestimmten preisgünstigen Medikamenten kommen, können Apotheken dem Gesetz zufolge auch die teureren Arzneimittel mit dem gleichen Wirkstoff ausgeben, der Patient zahlt dafür nichts. "Patienten erwarten zu Recht, dass sie dringend notwendige Medikamente schnell bekommen. Deswegen wird der Bund bei der Verteilung von Medikamenten stärker eingreifen als bisher", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am 13.02.2020.

Reform zur Neuregelung der Finanzbeziehungen beschlossen

Gemeinsam mit den Änderungen des Arzneimittelgesetzes beschloss der Bundestag am 13.02.2020 auch eine Reform zur Neuregelung der Finanzbeziehungen der gesetzlichen Krankenkassen. Mit dem sogenannten "Faire-Kassen-Gesetz" soll der Finanzausgleich zwischen den Kassen neu ausgerichtet werden, zudem gibt es neue Verhaltensregeln für den Wettbewerb untereinander. Es solle damit verhindert werden, dass sich die Kassen nur um die Jungen und Gesunden bemühen, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion Karin Maag (CDU).

Aus der Datenbank beck-online

Axer, Arzneimittelversorgung nach dem SGB V und Versorgungssicherheit als Themen des Verfassungsrechts, GuP 2019, 1

Aus dem Nachrichtenarchiv

Kabinett will mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 31.01.2019, becklink 2012116

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 14. Februar 2020 (dpa).

Diese Meldung drucken:

beck-aktuell auch hier

fb tw rss emil

Nachrichtenarchiv

Die Meldungen der beck-aktuell-Redaktion stehen Ihnen vier Wochen auf diesen Seiten zur Verfügung. Ältere Meldungen können Sie kostenfrei innerhalb von beck-online.DIE DATENBANK recherchieren. Tipps zur Recherche haben wir für Sie auf dieser Seite zusammengetragen.

Anzeigen

Werbebannerlink zur Bestellung im beck-shop
Anzeigenbanner_LinkedIn_Account_C.H.BECK_statisch_300x130
Neuerscheinungen bei C.H.BECK

Teilen:

...