Das Europäische Parlament hat sich für strengere Regeln zum Schutz von Minderjährigen im Internet ausgesprochen. Mit großer Mehrheit forderten die Abgeordneten ein EU-weites Mindestalter von 16 Jahren für den Zugang zu sozialen Medien, Videoplattformen und KI-Begleitdiensten. Für 13- bis 16-Jährige soll der Zugang nur mit Zustimmung der Eltern möglich sein.
Die Abgeordneten zeigten sich besorgt über die Auswirkungen intensiver Smartphone-Nutzung auf die körperliche und geistige Gesundheit von Kindern. Laut Untersuchungen nutzen 25% der Minderjährigen ihre Geräte in problematischer Weise.
Neben Altersgrenzen schlägt das Parlament vor, manipulative und suchtfördernde Funktionen wie Endlos-Scrollen, automatisches Abspielen oder Belohnungssysteme für kontinuierliche Nutzung zu verbieten. Lootboxen und andere zufallsbasierte Spielfunktionen sollen ebenfalls untersagt werden. Empfehlungssysteme für Minderjährige, die auf Profiling beruhen, sollen verboten werden.
Persönliche Haftung von Tech-CEOS?
Zur Durchsetzung der Regeln sollen Plattformen stärker in die Pflicht genommen werden. Bei schweren und wiederholten Verstößen sollen Führungskräfte persönlich haftbar gemacht werden. Außerdem fordert das Parlament eine EU-App zur Altersüberprüfung und die digitale Brieftasche für die europäische Identität (eID).
Auch generative KI-Tools wie Deepfakes, Begleit-Chatbots und Apps zur Erstellung nicht einvernehmlicher Nacktbilder stehen im Fokus. Hier verlangt das Parlament dringende Maßnahmen, um ethische und rechtliche Probleme zu bewältigen. Berichterstatterin Christel Schaldemose erklärte: "Wir ziehen endlich eine klare Grenze. Wir sagen den Plattformen unmissverständlich: Eure Dienste sind nicht für Kinder gemacht."


