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China: Gericht verurteilt ehemaligen Interpol-Chef zu mehr als 13 Jahren Haft

Der ehemalige Chef der internationalen Polizeiorganisation Interpol Meng Hongwei ist in China wegen Korruption zu 13 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das teilte ein Gericht in der ostchinesischen Stadt Tianjin am 21.01.2020 mit. Zudem muss der Verurteilte eine Geldstrafe in Höhe von zwei Millionen Yuan (etwa 260.000 Euro) zahlen.

Vorwurf: Machtmissbrauch und Verschwendung

Meng Hongwei wurde im Herbst 2018 in China festgenommen. Damals war er vom Interpol-Sitz in Frankreich in seine Heimat gereist und dort “unter Aufsicht“ genommen worden. Die Art und Weise, wie der chinesische Interpol-Chef ohne vorherige Ankündigung aus dem Verkehr gezogen wurde, hatte internationale Kritik ausgelöst. Im Sommer 2019 bekannte sich Meng Hongwei nach Angaben des Gerichtes schuldig. Nun erfolgte die Bekanntgabe des Strafmaßes. Dem einst mächtigen chinesischen Politiker wurde vorgeworfen, “seine Position und seine Macht zum persönlichen Vorteil missbraucht", staatliche Gelder für die Finanzierung des “extravaganten Lebensstils seiner Familie verschwendet“ und die Prinzipien der Partei missachtet zu haben.

Zahlreiche weitere Funktionäre im Visier chinesischer Anti-Korruptions-Bekämpfer

Die Frau von Meng Hongwei hatte ihn bei den französischen Behörden als vermisst gemeldet, weil sie nichts mehr von ihm gehört hatte, seit er nach China gereist war. Neben Meng Hongwei sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Funktionäre ins Visier der Anti-Korruptions-Kampagne von Präsident Xi Jinping geraten. Seit dessen Amtsantritt im November 2012 sind Dutzende hochrangige Politiker, Militärs und Manager unter Korruptionsvorwürfen festgenommen worden.

Aus der Datenbank beck-online

Goldammer/Wirth, Länderreport China: Guanxi, Networking oder Klüngel?, CB 2016, 93

Schmidt/Hao, Antikorruptions-Compliance in China, RIW 2014, 117

Aus dem Nachrichtenarchiv

China: Ehemaliger Interpol-Chef Meng bekennt sich der Korruption schuldig, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 21.06.2019, becklink 2013455

China: Viereinhalb Jahre Haft für Bürgerrechtsanwalt Wang Quanzhang, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 29.01.2019, becklink 2012088

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 21. Januar 2020 (dpa).

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