"Buttergate" in der Großkanzlei: Wer zur Elite gehört, soll auch so essen!
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Aus der Rubrik "Kann man sich nicht ausdenken": Bei der US-Großkanzlei Paul Weiss wird Butter nur unter der Theke gehandelt - denn die hochbezahlten Anwältinnen und Anwälte seien auch sowas wie Athleten. Da müsse man sich entsprechend ernähren, meint die Kanzleiführung.

Die US-Großkanzlei Paul Weiss musste sich unter der Woche mit Spekulationen über ein Butter-Verbot im Inhouse-Restaurant ihrer Londoner Niederlassung herumschlagen. Butter sei erhältlich, betonte nun ein Kanzlei-Insider gegenüber der Plattform Legal Cheek, sie werde aber "unter der Theke" aufbewahrt. "Investigative journalism at its finest" nannte Legal Cheek die eigene Recherche nicht ohne eine Portion Selbstironie.

Anlass war ein Bericht der Financial Times, die nach einer Tour durch die neu gestalteten Büros im Londoner Stadtteil Mayfair berichtet hatte, dass die Anwältinnen und Anwälte dort keine Butter auf ihren Bagels bekommen hätten. Die Kanzlei hatte ihre Räumlichkeiten mit einem hauseigenen Restaurant namens "Air" präsentiert. Das Konzept setzt auf hochwertige Speisen wie Sushi und frisch gepresste Säfte. Butter gehört offenbar nicht zum Standardangebot – aus Gründen, die mit dem Gesundheitsanspruch der Kanzlei zusammenhängen sollen. Nur als "Ausnahme" sei sie dazu gereicht worden, heißt es im Bericht.

Gesunde Ernährung als Kanzlei-Philosophie

Neel Sachdev, Co-Leiter des Londoner Büros, zog gegenüber der Presse einen Vergleich mit dem Profisport: "Würden Sie Bedingungen schaffen, die Ihre Athleten nicht optimal unterstützen? Ich denke, es ist im Anwaltsberuf nicht anders." Damit deutete er an, dass die Auswahl an Speisen auf Leistungsfähigkeit ausgerichtet sei.

Ganz ohne Kritik blieb das Konzept nicht. Auf die Frage nach Rückmeldungen sagte Sachdev: "Es gab definitiv: 'Wo ist das Dessert? Wo ist der Bacon?' – und die Antwort lautet: 'Niemand zwingt Sie, hier zu essen.'" Wer Lust auf weniger gesundes Essen habe, könne jederzeit die Restaurants im Herzen von Soho nutzen.

Die Kanzlei will ihren Anwältinnen und Anwälten also – wohlwollend ausgedrückt – ein Umfeld bieten, das Höchstleistungen unterstützt. Ob sich die "Buttergate"-Debatte damit erledigt hat, bleibt abzuwarten. Zumindest ist klar: Wer sucht, der findet.

Redaktion beck-aktuell, mam, 5. Dezember 2025.

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