Bayer: Milliardenvergleich in US‑Rechtsstreit über Glyphosat

2018 schluckte Bayer den Wettbewerber Monsanto. Die Übernahme brachte erhebliche Glyphosat‑Risiken mit sich. Nun könnte ein Befreiungsschlag gelungen sein.

Bayer hat in den USA einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Glyphosat‑Klagen geschlossen. Die Zahlungen sollen bis zu 7,25 Milliarden US‑Dollar über maximal 21 Jahre umfassen. Der Vergleich muss noch vom Gericht in St. Louis genehmigt werden.

"Der heutige Tag markiert einen wichtigen Meilenstein für das Unternehmen", sagte Bayer‑Chef Bill Anderson. Man beschleunige damit die Lösung eines langwierigen Rechtsstreits und schließe ihn zugleich ein. Die Einigung habe ihren Preis, sei aber langfristig finanzierbar.

Anleger reagierten positiv: Die Aktie legte in Frankfurt um rund 7% zu. Die Klagewelle in Folge der Monsanto‑Übernahme belastet Bayer seit Jahren. Kläger führen Krebserkrankungen auf Glyphosat zurück. Während eine WHO‑Einrichtung den Wirkstoff als "wahrscheinlich krebserregend" einstufte, kamen andere Behörden zu anderen Ergebnissen.

Anderson betonte erneut, Glyphosat sei ein "sicheres und wichtiges Werkzeug" für die Landwirtschaft. Wissenschaft und Aufsichtsbehörden hätten diese Sicht bestätigt.

Die Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten steigen durch den Vergleich von 7,8 auf 11,8 Milliarden Euro. Monsanto habe zudem weitere vertrauliche Einigungen zu anderen Fällen erzielt, auch zu Urteilen im Zusammenhang mit der Chemikalie PCB im US‑Bundesstaat Washington.

Der Supreme Court der USA prüft parallel den Fall John Durnell, der die Frage des Vorrangs von Bundesrecht bei Warnhinweisen berührt. Bayer erhofft sich von dieser Überprüfung Rückenwind für laufende Rechtsmittelverfahren, die vom Vergleich nicht erfasst sind.

Redaktion beck-aktuell, js, 18. Februar 2026 (dpa).

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