Versuchte Spielmanipulation: VfL Osnabrück durfte Trainerduo fristlos entlassen

Das ArbG Osnabrück hat die fristlose Kündigung von Ex-Coach Marco Antwerpen und Assistent Frank Döpper vom VfL Osnabrück bestätigt. Der Verein wirft seinen früheren Trainern eine versuchte Spielmanipulation vor.

Die Kammer um den Vorsitzenden Richter Christian Hageböke sah es bei beiden Trainern als erwiesen an, "dass diese gezielt und ernsthaft auf das Finalspiel durch unbefugte Beeinflussung des ausgeliehenen Spielers" hätten einwirken wollen, um dadurch dem VfL Osnabrück einen Vorteil zu verschaffen. Dieses Verhalten rechtfertige im Ergebnis die außerordentlichen fristlosen Kündigungen vom 27. Mai 2025.

Fußball-Drittligist Osnabrück hatte gegen Antwerpen und Döpper am 27. Mai fristlose Kündigungen ausgesprochen. Dabei ging es um das verlorene Pokalfinale des Niedersächsischen Fußballverbands am 24. Mai 2025 gegen den Regionalligisten BW Lohne. Damals waren Vorwürfe laut geworden waren, dass Antwerpen und Döpper versucht hatten, Einfluss auf die Partie zu nehmen.

Sie sollen den damaligen Reha- und heutigen Athletiktrainer des VfL, Tim Schütte, unter Druck gesetzt haben, den für Lohne spielenden Osnabrücker Leihspieler Bernd Riesselmann anzurufen und einen Verzicht auf einen Einsatz nahezulegen. Antwerpen und Döpper weisen die Vorwürfe zurück. Riesselmann spielte in dem Finale und erzielte sogar ein Tor. Inzwischen steht er wieder beim Tabellenführer der Dritten Liga unter Vertrag.

Sperre vom DFB

Der Fall hatte auch schon die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball Bundes beschäftigt. Antwerpen war am 28. August vom DFB-Sportgericht mit einer Sperre von zwölf Monaten belegt worden. Döpper wurde für drei Monate gesperrt. Beide hatten daraufhin Berufung eingelegt. Am 26. November hatte das Bundesgericht des DFB die Sperre für Antwerpen auf drei Monate reduziert, die Strafe von Döpper aufgehoben.

Die Befragung des heutigen Osnabrücker Athletiktrainers Schütte stand vor dem ArbG Osnabrück im Mittelpunkt der Verhandlung. Schütte gab an, von Antwerpen zweimal dazu aufgefordert worden zu sein, Kontakt zu Riesselmann aufzunehmen. Der 54 Jahre alte Trainer wies diesen Vorwurf vor Gericht erneut zurück. Die verkündeten Urteile sind nicht rechtskräftig. Die Kläger können beim LAG Niedersachsen Berufung einlegen.

Redaktion beck-aktuell, js, 2. April 2026 (dpa).

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