Der Stein des Anstoßes: Ein X-Post vom Kühlschrank des Professors, auf dem sich ein Foto von Reichinnek befand, der Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag. Darunter hatte Drygala laut Stern geschrieben: "Unsere Kühlschranktür schließt schlecht. Man muss immer mit der Faust dagegenschlagen, damit sie richtig zu ist. Damit ich das nicht vergesse, habe ich mir jetzt einen kleinen Reminder gebastelt. Wirkt 1a."
Der Post verbreitete sich schnell, nach Stern-Angaben nicht zuletzt, weil Ex-AfD-Chefin Frauke Petry ihn kommentierte und mehrfach teilte. Reichinnek will den Post nicht auf sich sitzen lassen und zeigte Drygala an: Mit Gewalt gegen Frauen dürfe nicht gescherzt werden, sagt sie. Der Jura-Professor wiegelt ab: Es sei ihm nicht um Frauen gegangen, sondern um die Person Reichinnek und deren politische Haltung, die er ablehne.
Parallel zur Strafanzeige gab es laut Stern Forderungen gegenüber der Universität Leipzig, an der Drygala seit fast 24 Jahren lehrt, ein Disziplinarverfahren gegen ihn einzuleiten. Diese habe zurückhaltend reagiert. Schließlich handele es sich um einen privaten Post. Interne Gespräche aber habe es gegeben, um das Bewusstsein für Diskriminierungsfreiheit zu stärken. Auch Drygala verweist auf die Privatheit seines X-Beitrags. Gelöscht hat er ihn mittlerweile aber trotzdem.


