Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat Kilmar Abrego Garcia in Gewahrsam genommen, dessen unrechtmäßige Abschiebung nach El Salvador und anschließende Rückholung in die USA für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Seine Abschiebung nach Uganda werde vorbereitet, teilte US-Heimatschutzministerin Kristi Noem mit. Sie bekräftigte unter anderem den Vorwurf, dass er Mitglied der berüchtigten Bande MS-13 sei. Die Anwälte des Mannes bestreiten das.
Abrego Garcia war für einen Termin in einem Büro der Einwanderungsbehörde in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland erschienen. Die dortige Festnahme erfolgte nur wenige Tage nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft in Tennessee und seiner Rückkehr zu seiner Familie. Nach Angaben seines Anwalts Simon Sandoval-Moshenberg ist ihm der Grund für die Festnahme zunächst nicht mitgeteilt worden, wie etwa der Sender ABC News berichtete. Demnach wurde gerade eine neue Klage gegen den Schritt und die mögliche Abschiebung eingereicht.
Fall ist Symbol für umstrittene US-Abschiebepolitik geworden
Abrego Garcias Fall steht exemplarisch für eine größere Debatte über das Vorgehen der Regierung von US-Präsident Donald Trump bei Abschiebungen. Im Kern steht die Frage, ob Betroffene davor ausreichend rechtliches Gehör erhalten.
Im März war Abrego Garcia trotz Abschiebeschutzes aus den USA nach El Salvador ausgeflogen worden. Er stammt aus dem Land und wurde als Teil einer größeren Gruppe von Migranten in ein berüchtigtes Hochsicherheitsgefängnis gebracht. Nach langem juristischem Tauziehen wurde er im Juni in die USA zurückgebracht. Die US-Regierung sprach damals von einem "administrativen Fehler".
In den USA wurde gegen ihn ein Strafverfahren unter anderem wegen Menschenschmuggels eingeleitet. Mehrere US-Medien hatten zuletzt berichtet, dass er bis zum im Januar beginnenden Prozess unter Auflagen bei seiner Familie bleiben dürfe. Wie es nach seiner Festnahme durch die Einwanderungsbehörde für ihn weitergeht, war zunächst unklar.