Sie selbst brauche aber Zeit, um vollständig zu genesen. Daher wolle sie sich nun von ihrem Amt zurückziehen, erklärte Specht-Riemenschneider in einer Pressemitteilung des Bundesamtes für den Datenschutz und die Informationsfreiheit.
Damit ein geordneter Übergang gewährleistet werde und die aktuellen Gesetzgebungsverfahren weiter begleitet werden können, erklärte Specht-Riemenschneider, sie wolle so lange im Amt bleiben, bis ihre Nachfolge geregelt sei. Das Amt habe eine zu große Bedeutung, um auch nur für einen kurzen Moment unbesetzt zu sein.
Dem Parlament werde so ausreichend Zeit gegeben, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden. Die Handlungsfähigkeit des BfDI bleibe in dieser Zeit uneingeschränkt gewährleistet, heißt es in der Erklärung weiter.
Specht-Riemenschneider hatte das Amt im September 2024 übernommen. Zuvor war sie Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Recht der Datenwirtschaft, des Datenschutzes, der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Politisches Berlin bedauert Rückzug*
Ralph Brinkhaus, Sprecher der Arbeitsgruppe Digitales und Staatsmodernisierung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, bedauerte Specht-Riemenschneiders Rückzug und zollte ihrer Entscheidung größten Respekt. " Als engagierte Kämpferin für den Datenschutz und die Datennutzung hat sie eine neue Herangehensweise geprägt. Sie folgte der Maxime zu ermöglichen, statt zu verhindern."
Auch Konstantin von Notz, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, äußerte sein Bedauern. Dass sie bleiben wolle bis eine Nachfolge gefunden ist, ehre Specht-Riemenschneider sehr. "Es gibt Situationen im Leben, in denen Familie und Gesundheit klar Vorrang haben. Wir wünschen Louisa Specht-Riemenschneider von Herzen alles Gute und eine schnelle und umfassende Genesung. Denn das ist derzeit zweifellos das Wichtigste."
(* Reaktionen ergänzt, 17.03.2026, 17:31h, jvh)


