Nach juristischer Schlappe: Pentagon ändert Presseregeln erneut

Das Pentagon hatte die Regeln, nach denen Journalisten Zugang erhielten, geändert. Ein Bundesrichter hatte die neuen Vorschriften kürzlich für verfassungswidrig erklärt. Nun werden die Journalisten erstmal ausquartiert, das letzte Wort ist in der Sache allerdings noch nicht gesprochen.

Die New York Times hatte gegen die neuen Richtlinien geklagt, die das Ressort im Oktober eingeführt hatte. Diese sahen vor, dass das Pentagon die Akkreditierung von Reporterinnen und Reportern verweigern darf, die Informationen ohne Genehmigung des Ministeriums veröffentlichen - selbst wenn diese vorher nicht als geheim eingestuft waren.

Journalistinnen und Journalisten, die diesen Vorgaben nicht zustimmten, mussten ihre Ausweise abgeben und ihre Arbeitsplätze im Pentagon räumen. Neben der New York Times hatten sich nahezu alle großen US-Medienhäuser quergestellt: Sender wie ABC, CBS, NBC, CNN und Fox News weigerten sich, den 21-seitigen Regelkatalog zu unterzeichnen.

Bundesrichter Paul Friedman erklärte die neuen Richtlinien kürzlich für verfassungswidrig. Zudem wurde das Ministerium nach eigener Darstellung angewiesen, unverzüglich die Presseausweise der Journalisten der New York Times wieder anzuerkennen.

Journalisten werden ausquartiert

Nach der juristischen Niederlage hat das Pentagon neue Regeln für Journalistinnen und  Journalisten angekündigt. So werde der bisherige Arbeitsbereich für Korrespondenten mit sofortiger Wirkung dicht gemacht, teilte Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Sean Parnell, auf mit.

Stattdessen solle ein neuer Presse-Arbeitsbereich in einem Nebengebäude außerhalb des Pentagons entstehen. Journalisten sei ferner nur noch Zugang zum Ministerium in Begleitung von "autorisiertem Personal" gestattet.

Parnell schrieb: "Das Ministerium hält sich stets an gerichtliche Anordnungen, ist jedoch mit der Entscheidung nicht einverstanden und legt Berufung ein." Bis zu einer möglichen neuen Entscheidung gelten allerdings die neuen Zugangsregeln.

Redaktion beck-aktuell, sst, 24. März 2026 (dpa).

Mehr zum Thema