Der US‑Bundesstaat Minnesota hat die Trump‑Regierung verklagt – mit dem Vorwurf, sie behindere die Ermittlungen zu den tödlichen Schüssen von Einsatzkräften auf Renée Good und Alex Pretti. Die Kläger werfen dem Justiz- und dem Heimatschutzministerium vor, Beweise an Tatorten in Minneapolis zurückzuhalten und örtlichen Ermittlern keinen Zugang zu gewähren. Mit der Klage soll diese Blockadehaltung beendet werden.
Im Dezember hatte das Heimatschutzministerium im Rahmen der "Operation Metro Surge" Tausende teils bewaffnete und vermummte Einsatzkräfte nach Minnesota entsandt. Bei Razzien im Januar wurden Good und Pretti erschossen, eine dritte Person wurde verletzt.
Minnesota: Washington bricht mit jahrzehntelanger Zusammenarbeit
Der Bundesstaat wirft beiden Ministerien vor, die Aufklärung der Todesfälle zu behindern: "Anstatt Informationen weiterzugeben, nahmen die Bundesbehörden die gesammelten Beweismittel in ihren alleinigen Besitz und verwehrten den Ermittlern aus Minnesota den Zugang zu wichtigen Informationen", heißt es in der Klageschrift.
Trotz eines richterlichen Beschlusses hätten Bundesbehörden den Zugang zu Tatorten verweigert. Nach Angaben von Minnesotas amtierendem Generalstaatsanwalt Keith Ellison durchbricht die Regierung in Washington damit eine jahrzehntelange Praxis der polizeilichen Zusammenarbeit.
US‑Präsident Donald Trump war in Minneapolis und im gesamten Bundesstaat mit groß angelegten Razzien gegen Migranten vorgegangen. Das harte Vorgehen schürte in der Bevölkerung Angst und führte zu breiter Empörung, insbesondere nachdem sich die Bundesregierung frühzeitig darauf festgelegt hatte, die Beamten hätten aus Selbstverteidigung gehandelt – obwohl die Ermittlungen noch liefen und kursierende Videos Zweifel weckten.


