Für die tödliche Messerattacke auf arglose Passanten schickt das Landgericht Würzburg einen psychisch kranken Mann unbefristet in eine Psychiatrie. Es sei erwiesen, dass der zur Tatzeit schuldunfähige Beschuldigte im Juni 2021 in der Würzburger Innenstadt wahllos Menschen mit einem Küchenmesser angegriffen hat, so das Gericht. Bei dem Angriff starben drei Frauen und neun Menschen wurden verletzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Anklage wegen Dreifach-Mord
Der Flüchtling aus Somalia ist laut zweier unabhängig voneinander erstellten Gutachten paranoid schizophren und hörte Stimmen, die ihm die Tat befohlen hätten. Die Generalstaatsanwaltschaft München hatte den Mann um die 30, dessen Alter den Behörden nicht bekannt ist, unter anderem wegen dreifachen Mordes und versuchten Mordes beschuldigt. Das Sicherungsverfahren fand aus Platzgründen in einer Veranstaltungshalle in Estenfeld bei Würzburg statt.
LG Würzburg, Urteil vom 26.07.2022 - 1 Ks 502 Js 278/21
Gitta Kharraz, 26. Juli 2022 (dpa).
Aus der Datenbank beck-online
Nedopil, Grenzziehung zwischen Patient und Straftäter, NJW 2000, 837
Eisenberg, Zur Tragweite psychiatrischer Gutachten bei der Anwendbarkeit materiellen Jugendstrafrechts auf Heranwachsende (§ 105 I Nr 1 JGG) – erörtert an Hand von zwei Originalfällen, JA 2006, 140