Nach Millionenschäden: Haft für Fahrkarten-Fälscher

In München sind Mitglieder einer Bande verurteilt worden, die im großen Stil Tickets für Bus und Bahn gefälscht hat. Ein 47-jähriger Mann bekam eine Haftstrafe von drei Jahren wegen banden- und gewerbsmäßiger Urkundenfälschung sowie Hehlerei. Das Landgericht München I verurteilte zudem am 28.05.2020 zwei Komplizen zu Bewährungsstrafen. Der mögliche Schaden für die Münchner ÖPNV-Unternehmen beträgt 9,3 Millionen Euro.

Bande brachte Blanko-Fahrkartenrollen an sich

Gegen weitere Mitglieder und den mutmaßlichen Kopf der Bande laufen gesonderte Verfahren. Der am 28.05.2020 verurteilte 47-Jährige soll laut Anklage in seinem Design-Studio in Salzburg über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren gefälschte Monatskarten gedruckt haben. Die Bande hatte über Jahre insgesamt mindestens 62 Blanko-Fahrkartenrollen aus aufgebrochenen Bussen gestohlen oder versucht, Busfahrer mit Geld, Handys und Sex zu bestechen, die Rollen herauszugeben. Die Blanko-Tickets wurden dann bedruckt und als Tickets für den Münchner Verkehrsverbund verkauft. Laut Anklage war eine Rolle bis zu 150.000 Euro wert. Insgesamt macht das einen möglichen Maximalschaden von 9,3 Millionen Euro, der den Münchner Verkehrsbetrieben dadurch entstand.

zu LG München I, Urteil vom 29.05.2020

Redaktion beck-aktuell, 29. Mai 2020 (dpa).