LG Lübeck: Geiselnehmer von Lübeck zu weiteren neun Jahren Haft verurteilt

Neun Monate nach einer Geiselnahme in der Justizvollzugsanstalt Lübeck ist ein 37-Jähriger zu einer Haftstrafe von weiteren neun Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Lübeck verurteilte den geständigen Mann am 18.03.2020 zusätzlich zu einer anschließenden Sicherheitsverwahrung (Az.: 7 KLs 716 Js 25351/19).

Mann wollte Abschiebung in Heimatland Rumänien erzwingen

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn gestanden, im Juni 2019 eine Anstaltspsychologin in der JVA über mehrere Stunden in seiner Gewalt gehabt und mit einem Küchenmesser bedroht zu haben, um eine Abschiebung in sein Heimatland Rumänien zu erzwingen. Auch wenn er versucht habe, seine Tat in manchen Punkten zu verharmlosen, habe sich sein Geständnis doch strafmildernd ausgewirkt, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung.

Entscheidung noch nicht rechtskräftig

Mit dem Urteil folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Die Verteidigung hatte eine Strafe im unteren Drittel des Strafrahmens gefordert. Dieser liegt für Geiselnahmen nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen fünf und 15 Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

zu LG Lübeck, Urteil vom 18.03.2020 - 7 KLs 716 Js 25351/19

Redaktion beck-aktuell, 20. Mrz 2020 (dpa).