Letzte Generation: Mammut-Prozess gegen Klima-Aktivisten in Österreich

Mit zahlreichen Straßenblockaden und Störaktionen wollte das Klima-Bündnis Letzte Generation aufrütteln. Der Protest rief die Justiz auf den Plan. Auf 42 Aktivisten wartet die Anklagebank.

In Österreich müssen sich 42 Mitglieder des früheren Klima-Bündnisses Letzte Generation meist wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung vor Gericht verantworten. Das teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit. Der Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung wurde fallengelassen. Die vorliegenden Sachverhalte hätten den Tatbestand nicht erfüllt, so die Behördensprecherin.

Angeklagt sind unter anderem Blockade-Aktionen, bei denen Aktivistinnen und Aktivisten ihre Hände mit Superkleber auf Fahrbahnen festgeklebt hatten. Auch Farb-Schüttungen und eine Protestaktion mit Hundekot vor der Parteizentrale der konservativen ÖVP sind laut Staatsanwaltschaft in der Anklage aufgelistet.

Letzte Generation: "Prozess dient der Abschreckung"

"Dieser Prozess ist eine Farce und dient nur zur Abschreckung von zivilgesellschaftlichem Engagement", sagte eine Sprecherin der inzwischen aufgelösten Organisation. "Hat das Landesgericht Wien überhaupt einen Verhandlungssaal, auf dessen Anklagebank 42 Bürger und Bürgerinnen passen?"

Die Anklage bestätige, dass der Vorwurf der kriminellen Vereinigung unhaltbar gewesen sei, sagte Paul Kessler, einer der Anwälte der Angeklagten. Diese Einsicht der Staatsanwaltschaft zeige, dass die ursprünglichen Vorwürfe maßlos überzogen gewesen seien.

In Österreich hatte das Klima-Bündnis 2024 seine Kampagnen beendet und sich aufgelöst. Man sehe ein, "dass Österreich weiter in fossiler Ignoranz bleiben will und damit in Kauf nimmt, für den Tod von Milliarden von Menschen mitverantwortlich zu sein", hieß es damals.

Redaktion beck-aktuell, kw, 30. Oktober 2025 (dpa).

Mehr zum Thema