UK-Juristenvereinigungen warnen Politiker vor "gefährlichen" Aussagen über Anwälte

Die führenden Juristenvereinigungen des Vereinigten Königreichs warnen: Politiker sollten die Anwaltschaft respektieren, um sie nicht zur Zielscheibe von Angriffen zu machen. Alles andere sei verantwortungslos und gefährlich.

In einer gemeinsamen Erklärung äußern der Bar Council of England and Wales, die Law Society of England and Wales, die Law Society of Scotland, die Faculty of Advocates sowie der Bar of Northern Ireland und die Law Society of Northern Ireland scharfe Kritik an der britischen Politik. Wie Legal Cheek berichtet, beklagen die Organisationen eine "Welle der Einschüchterung" gegen die, die sich für den Rechtstaat einsetzen. Darunter seien Angriffe auf Kanzleien durch Demonstrierende, aber auch Morddrohungen und Drohungen gegen die Familien von Juristinnen und Juristen.

Politisch motivierte Angriffe auf die juristische Profession befeuerten ein solches Verhalten – und seien daher "verantwortungslos" und "gefährlich", so die Juristenvereinigungen. Entsprechende Aussagen von Politikern würden das öffentliche Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit untergraben und die Grundlagen der Gerechtigkeit erschüttern, die Fairness und Demokratie.

Die besorgniserregende Rhetorik sei vor allem gegen Anwältinnen und Anwälte in Asylsachen gerichtet. Die Organisationen machten gegenüber der Politik deutlich, dass Anwälte nicht mit ihren Mandanten gleichzusetzen seien. Zudem habe auch, wer unbeliebt oder verachtet wird, ein Recht auf Zugang zu den Gerichten. Niemand stehe über dem Gesetz – auch nicht Politiker. Und niemand stehe außerhalb des Schutzes durch das Gesetz.

Redaktion beck-aktuell, js, 15. Oktober 2025.

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