Gericht in Südkorea: 24 Jahre Haft für Ex-Präsidentin Park

Ein Gericht in Südkorea hat die frühere Präsidentin Park Geun Hye wegen Korruption und anderer Vergehen zu 24 Jahren Haft verurteilt. Das Bezirksgericht in Seoul befand die 66 Jahre alte Tochter des früheren Militärdiktators Park Chung Hee am Freitag schuldig, ihre Machtbefugnisse als Präsidentin für private Zwecke missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte eine 30 Jahre lange Haftstrafe gefordert.

Präsidentin durch Verfassungsgericht abgesetzt

Die Südkoreaner hatten Park Ende 2012 als erste Frau ins Präsidentenamt des Landes gewählt. Die konservative Politikerin wurde im März 2017 als erstes demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt des Landes vom Verfassungsgericht des Amtes enthoben. Ihrer Absetzung waren monatelange Straßenproteste vorausgegangen. Park blieb der Urteilsverkündung, die im Fernsehen übertragen wurde, fern. Seit Oktober 2017 boykttiert sie ihren Prozess, nachdem ein Gericht ihre Untersuchungshaft verlängert hatte.

Hohe Geldstrafe wegen Machtmissbrauchs

Der Richter verhängte gegen Park außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 18 Milliarden Won (etwa 14 Millionen Euro). "Sie missbrauchte ihre Macht, die ihr von der Bevölkerung übertragen wurde", sagte der Richter. Park habe sich außerdem der Nötigung und der Weitergabe von Staatsgeheimnissen schuldig gemacht.

Freundin als Schlüsselfigur im Korruptionsskandal

Eine Schlüsselfigur in dem Skandal ist die umstrittene Park-Freundin Choi Soon Sil, die im Februar 2018 zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde. Park wurde vorgeworfen, ihrer einstigen Vertrauten die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte. Nach Angaben des Gerichts half Park ihrer Freundin außerdem, zahlreichen Unternehmen, die Samsung-Gruppe eingeschlossen, hohe Summen für Organisationen der Präsidenten-Freundin abzunötigen. Park hatte die Vorwürfe bestritten.

18 Anklagepunkte

Parke wurde in insgesamt 18 Punkten angeklagt. Auch wurde sie beschuldigt, die Erstellung einer schwarzen Liste von regierungskritischen Kulturschaffenden sowie die Weitergabe von Geheimdokumenten der Regierung an ihre Freundin Choi Soon Sil angeordnet zu haben.

Redaktion beck-aktuell, 6. April 2018 (dpa).

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