Führerschein soll wieder billiger werden
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Wer den Führerschein machen will, muss derzeit tief in die Tasche greifen. Das will das Bundesverkehrsministerium ändern – und zugleich für eine modernere Fahrausbildung sorgen. Abstriche bei der Verkehrssicherheit soll es nicht geben.

Geplant ist eine Kombination aus Digitalisierung, Bürokratieabbau und mehr Transparenz bei der Fahrschulausbildung. Derzeit kostet der Erwerb eines Pkw-Führerscheins der Klasse B im Durchschnitt rund 3.400 Euro.

Bei der theoretischen Fahrausbildung sollen Fahrschulen ihre Lernmethoden künftig frei wählen können. Eine Pflicht zum Präsenzunterricht soll es nicht mehr geben. Fahrschüler und -schülerinnen sollen sich das Wissen auch vollständig digital aneignen können – etwa über eine App. Parallel sollen die Fahrschulen keine Schulungsräume mehr vorhalten müssen. Verfügen sie über Räume, soll es keine Vorgaben für diese mehr geben. Und die Prüfungsfragen sollen deutlich – um ein Drittel – reduziert werden. Im Schwerpunkt soll das Thema Verkehrssicherheit abgefragt werden.

Praktisches Fahren in Simulatoren lernen

Auch die praktische Fahrausbildung soll zeitgemäßer werden. So soll es etwa möglich sein, verstärkt Simulatoren zu nutzen. Zum Beispiel soll die Kompetenz zur Führung eines Schaltwagens vollständig in einem Simulator erworben werden können. Fahrschulen müssten dann keine speziellen Schaltwagen mehr vorhalten. Die Prüfung soll dann in einem Automatik-Fahrzeug absolviert werden können.

Außerdem sollen weniger verpflichtende Sonderfahrten wie Nachtfahrten, Autobahnfahrten oder Überlandfahrten vorgeschrieben sein. Und auch diese Fahrten sollen teilweise in einem Simulator absolviert werden können. Die Fahrzeit in der praktischen Prüfung soll auf die europarechtliche Mindestvorgabe von 25 Minuten zurückgeführt werden. Fahrschulen sollen künftig weniger Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten treffen. Die Fortbildungsangebote für Fahrlehrer sollen digitalisiert und einfacher gestaltet werden. Möglicherweise sollen auch Laien in die Fahrausbildung einbezogen werden.

Fahrschul-Vergleich soll einfacher werden

Das Bundesverkehrsministerium will außerdem erreichen, dass Interessierte die Qualität und Preise von Fahrschulen besser vergleichen können. Die Kosten und Durchfallquoten aller Fahrschulen sollen dafür online einsehbar sein.

Die rechtlichen Änderungen sollen im ersten Halbjahr 2026 auf den Weg gebracht werden. Bis dahin will das Bundesverkehrsministerium die Vorschläge gemeinsam mit den Ländern und der Branche weiterentwickeln. Langfristig sollen dann auch die Kosten für andere Führerscheinklassen gesenkt werden. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, will das Verkehrsministerium prüfen.

Redaktion beck-aktuell, bw, 16. Oktober 2025.

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