Frankreich: Gericht verhängt Bewährungsstrafe im Prozess um Chemiekatastrophe in Toulouse

Gut 16 Jahre nach einer Chemiekatastrophe in Toulouse mit 31 Toten hat ein französisches Berufungsgericht den damaligen Fabrikchef wegen fahrlässiger Tötung zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Betreiberfirma, eine Tochtergesellschaft des Ölkonzerns Total, müsse 225.000 Euro Strafe zahlen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am 31.10.2017.

Mehrere tausend Verletzte nach Expolosion von Lagerhalle einer Düngemittelfabrik

Im September 2001 war eine Lagerhalle der Düngemittelfabrik AZF explodiert, mehrere tausend Menschen wurden verletzt. Zudem entstanden Schäden an rund 27.000 Gebäuden in der Umgebung. Den Ermittlungen zufolge war in der Halle ein Chlorprodukt in Kontakt mit Ammoniumnitrat gelangt. Über die Ursache und die Verantwortung wird seit Jahren gestritten. Der Berufungsprozess in Paris hatte im Januar 2017 begonnen. Gegen das Urteil wollen der frühere Werksdirektor und das Betreiber-Unternehmen Revision einlegen.

Opfer erhielten mehr als zwei Milliarden Euro Entschädigung

Nach einem Freispruch in erster Instanz verurteilte ein Berufungsgericht in Toulouse den Ex-Fabrikchef 2012 zu einem Jahr Gefängnis und zwei weiteren Jahren auf Bewährung. Doch wegen Verfahrensfehlern hob Frankreichs oberstes Gericht die Entscheidung wieder auf und setzte einen neuen Prozess in der Hauptstadt an. Total hatte den Opfern nach früheren Angaben mehr als zwei Milliarden Euro Entschädigung gezahlt.

Redaktion beck-aktuell, 3. November 2017 (dpa).

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