Reichsbürger-Prozess: Angeklagte nach 3 Jahren aus U-Haft entlassen

Eine der Angeklagten im Frankfurter Prozess um die mutmaßlichen Reichsbürger um Heinrich XIII. Prinz Reuß ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der Haftbefehl gegen die Lebensgefährtin des Prinzen wurde am Montag aufgehoben.

Eine Sprecherin des OLG Frankfurt teilte auf dpa-Anfrage mit, das Gericht sehe es nicht mehr als verhältnismäßig an, die Frau weiter in U-Haft zu nehmen. Dabei seien die im Raum stehende Straferwartung und der Umstand berücksichtigt worden, dass die Frau bereits drei Jahre in U-Haft saß.

Vitalia B. ist die Lebensgefährtin des Hauptangeklagten und mutmaßlichen Kopfs der Vereinigung, Reuß. Sie wurde am Montag aus der Haft entlassen, die übrigen acht Angeklagten bleiben aber in Untersuchungshaft. Zuerst berichtete der Hessische Rundfunk (hr) über die Haftentlassung.

Die Bundesanwaltschaft wirft den insgesamt neun in Frankfurt angeklagten Personen vor, Mitglied einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein beziehungsweise diese unterstützt zu haben. Ziel sei gewesen, die bestehende Staatsordnung gewaltsam zu beseitigen und durch eine eigene, bereits in Grundzügen ausgearbeitete Staatsform zu ersetzen.

Mit zwei parallel laufenden Verfahren in München und Stuttgart müssen sich insgesamt 26 mutmaßliche Verschwörer in dem Komplex um die mutmaßliche sogenannte Reichsbürger-Gruppierung um Heinrich XIII. Prinz Reuß verantworten. Bis zum Urteil gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

Redaktion beck-aktuell, kw, 2. Dezember 2025 (dpa).

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