College-Sportverband haftet Ex-Footballspieler für Langzeitfolgen von Kopfverletzungen

Ein ehemaliger College-Footballspieler erhält 18 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Eine Jury sah es als erwiesen an, dass die NCAA ihn nicht ausreichend über die Risiken von Gehirnerschütterungen informiert hat. Die Organisation will das Urteil anfechten.

Die National Collegiate Athletic Association (NCAA) ist nach einem Bericht von ESPN zur Zahlung von 18 Millionen US-Dollar an einen ehemaligen College-Footballspieler und dessen Ehefrau verurteilt worden. Eine Jury im US-Bundesstaat South Carolina sah es als fahrlässig an, dass die NCAA den Spieler nicht über die langfristigen gesundheitlichen Folgen von Kopfverletzungen aufgeklärt habe.

Robert Geathers hatte von 1977 bis 1980 als Defensive End an der South Carolina State University gespielt. Jahrzehnte später wurde bei ihm Demenz diagnostiziert. Laut Aussagen im Prozess zeige er zudem Symptome einer chronisch-traumatischen Enzephalopathie (CTE), einer degenerativen Hirnerkrankung, die bei Sportlern mit wiederholten Kopfverletzungen auftritt, so ESPN. Eine endgültige Diagnose ist jedoch nur post mortem möglich.

Geathers Anwälte: NCAA wusste um Risiken

Die Jury sprach Geathers zehn Millionen US-Dollar zu, seiner Ehefrau weitere acht Millionen. Die Anwälte des Ehepaars argumentierten, die NCAA habe bereits seit den 1930er-Jahren von den Risiken gewusst, diese aber nicht an Spieler oder Trainer weitergegeben. Die Organisation habe damit eine Schutzpflicht übernommen und diese verletzt.

Laut ESPN erklärte die NCAA, sie sei mit dem Urteil nicht einverstanden und werde rechtliche Schritte prüfen. In einer Stellungnahme betonte ein Sprecher, dass die Organisation in vergleichbaren Verfahren bislang stets obsiegt habe. Die Standards des damaligen Teams hätten dem damaligen Wissensstand entsprochen.

Die Jury stellte laut ESPN fest, dass die NCAA das Risiko für Geathers über das im Football übliche Maß hinaus erhöht habe. Zudem habe sie freiwillig die Verantwortung für dessen Gesundheit übernommen und diese Pflicht fahrlässig verletzt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die NCAA kündigte an, ihre Rechte im Berufungsverfahren wahrzunehmen.

Redaktion beck-aktuell, js, 29. Oktober 2025.

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