Chef des Bun­des­ver­wal­tungs­amts for­dert Di­gi­tal­mi­nis­te­ri­um

Der Prä­si­dent des Bun­des­ver­wal­tungs­am­tes, Chris­toph Ver­en­kot­te, hat sich für ein Di­gi­tal­mi­nis­te­ri­um auf Bun­des­ebe­ne aus­ge­spro­chen. "Ich bin An­hän­ger eines Di­gi­tal­mi­nis­te­ri­ums, ganz ein­deu­tig", sagte Ver­en­kot­te den Zei­tun­gen der Funke-Me­di­en­grup­pe (Aus­ga­be vom 08.02.2020). "Aber nur, wenn es eine Än­de­rung der Zu­stän­dig­kei­ten gibt." Ein Di­gi­tal­mi­nis­te­ri­um dürfe nicht nur eine Hülle sein, son­dern brau­che "Be­fug­nis­se, Ent­schei­dungs­ge­walt". "Sonst kann man es las­sen." In der Bun­des­re­gie­rung gelte das Res­sort­prin­zip, "jedes Mi­nis­te­ri­um für sich". "Ich bin der fes­ten Über­zeu­gung, dass wir bei der Di­gi­ta­li­sie­rung auf Bun­des­ebe­ne nur wei­ter­kom­men, wenn das Res­sort­prin­zip durch­bro­chen wird."

Bis­her nur Staats­mi­nis­te­rin für Di­gi­ta­li­sie­rung im Kanz­ler­amt

For­de­run­gen nach einem ei­gen­stän­di­gen Di­gi­tal­mi­nis­te­ri­um gibt es immer wie­der – jüngst auch im Kon­text mit der von CSU-Chef Mar­kus Söder an­ge­sto­ße­nen De­bat­te über eine mög­li­che Ka­bi­netts­um­bil­dung. Bis­lang gibt es kein ei­ge­nes Mi­nis­te­ri­um, aber das Amt einer Staats­mi­nis­te­rin für Di­gi­ta­li­sie­rung im Kanz­ler­amt, das mit der CSU-Po­li­ti­ke­rin Do­ro­thee Bär be­setzt ist. Auch diese hatte ein Di­gi­tal­mi­nis­te­ri­um im Ja­nu­ar 2020 als sinn­voll be­zeich­net.

Mehr Geld für Be­hör­den-Di­gi­ta­li­sie­rung ge­for­dert

Ver­en­kot­te for­der­te zudem mehr Geld für die Di­gi­ta­li­sie­rung der Be­hör­den und sprach sich dafür aus, IT-Fach­kräf­te im Staats­dienst bes­ser zu be­zah­len. Der Per­so­nal­man­gel sei sehr groß. "Wir brau­chen eine ge­son­der­te Lauf­bahn, so wie wir sie für Rich­ter haben."

Redaktion beck-aktuell, 10. Februar 2020 (dpa).

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