Geldstrafe wegen Anhustens eines Polizisten bei Kontrolle

Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat eine Frau zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie Polizisten bei einer Corona-Abstandskontrolle am Frankfurter Mainufer absichtlich angehustet hatte. Das Gericht ging von einem tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte aus. In Pandemie-Zeiten könne auch ein einfaches, aber bewusstes Anhusten eine Tätlichkeit im strafrechtlichen Sinne darstellen.

Polizist von Speichelpartikeln getroffen

Das AG erließ einen entsprechenden Strafbefehl, nachdem lediglich der Verteidiger der Angeklagten erschienen war. Es verhängte eine Geldstrafe von insgesamt 1.440 Euro (120 Tagessätze) gegen die 30-Jährige. Die Kontrolle war von den Beamten im April vergangenen Jahres vorgenommen worden, nachdem sich vor allem junge Leute am Mainufer zusammengefunden hatten. Ein Polizist wurde bei dem Anhusten der Frau auch von Speichelpartikeln getroffen. Laut Gericht kann in Pandemie-Zeiten auch ein einfaches, aber bewusstes Anhusten eine Tätlichkeit im strafrechtlichen Sinne darstellen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

zu AG Frankfurt a. M., Entscheidung vom 14.05.2021 - 3220 Js 236650/20

Redaktion beck-aktuell, 14. Mai 2021 (dpa).